Samstag, 25. Oktober 2014

REVOLVER LIVE! (40): RUBEN ÖSTLUND – KEINE HELDEN, NIRGENDS



Der schwedische Regisseur Ruben Östlund hat mit seinen bislang vier Lang- und einer Handvoll Kurzfilmen ein filmisches Universum umrissen, das seinesgleichen sucht. Es handelt, einerseits, vom Unbehagen, ja Horror, einer bürgerlichen Existenz, die zunehmend passiv definiert scheint. Der Titel seines zweiten Films ist dabei Programm: „De ofrivilliga”, Unfreiwillig, manövrieren sich die Figuren in die Enge einer repressiven Leere, die unser modernes Leben bestimmt. Souveränes Handeln, gar Heldentum, kommt nicht vor. Andererseits liegt im vergeblichen Charakter der Anstrengungen immer auch etwas Komisches. Östlunds Blick oszilliert zwischen „klinischer” Strenge und einem abgründigen Humor, der die Figuren davor bewahrt, zu bloßen Funktionären einer Idee zu werden. Gerade weil er die Überwachungslogik der visuellen Ebene mit einem ungezähmten Realismus der Details kontert, entfalten die Filme so eine große emotionale Wirkung.

Mit HÖHERE GEWALT (aka „Force Majeure”), der auf den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes für Furore gesorgt hat (Jurypreis der Sektion „Un Certain Regard”), schafft es nun zum zweiten Mal ein Film des Regisseurs regulär ins deutsche Kino (Filmstart 20.11.2014). Für uns der willkommene Anlass, Östlund über seine filmische Arbeit zu befragen.

Ziel ist ein offener Diskurs. Alle Filminteressierten sind dazu herzlich eingeladen. 

Wir freuen uns
Christoph Hochhäusler, Peter Hecker


Der schwedische Filmemacher Ruben Östlund im Gespräch mit Christoph Hochhäusler (Revolver) und Peter Hecker (Filmemacher). In Englischer Sprache. Mit Videobeispielen.

Am SONNTAG, den 2.11.2014 um 20.00 h im Roten Salon.

---

DER GAST:

Ruben Östlund
Geb. 1974 in Styrsö / Göteborg (Schweden). Regisseur und Autor. Kam über die Produktion von Ski-Videos zur Spielfilmregie. Studium: Film an der Göteborg Universität (Hochschule für Fotografie und Film, heute: Akademin Valand) wo er seit 2014 Filmisches Gestalten lehrt. Zusammen mit Produzent Erik Hemmendorff gründete er die Firma Plattform, die seine Filme produziert.
Filmographie (Auswahl): „Låt dom andra sköta kärleken“ (Lass’ die Liebe den Anderen, Dok. Kurzfilm 2001), „Familj igen” (Wieder Familie, Dok. Kurzfilm 2002), „Gitarrmongot” (Der Gitarren-Mongoloide, Spielfilm 2004), „Scen nr: 6882 ur mitt liv” (Autobiografische Szene Nr 6882, Kurzfilm 2005), „Nattbad” (Nachtbad, Kurzfilm 2006), „De ofrivilliga” (Unfreiwillig, Spielfilm 2008), „Händelse vid bank” (Vorfall bei einer Bank, Kurzfilm 2009), „Play” (Spielfilm, 2011), „Turist” (Höhere Gewalt, Spielfilm, 2014).


DIE MODERATOREN:

Christoph Hochhäusler
Geb. 1972 in München. Autor, Regisseur. Revolver-Gründer und Mitherausgeber. Studium: Architektur an der TU, Berlin; Filmregie an der HFF, München. Filme (Auswahl): „Milchwald“ (2003), „Falscher Bekenner“ (2005), „Séance“ (Kurzfilm, Teil des Omnibusfilmes „Deutschland ’09“), „Unter Dir die Stadt“ (2010), „Eine Minute Dunkel“ (Teil der Trilogie „Dreileben“, zus. m. Christian Petzold und Dominik Graf, 2011), „Die Lügen der Sieger“ (2014).

Peter Hecker
Geb. 1981 in Erfurt. Regisseur. Studium Animation an der Filmakademie Baden-Württemberg, Ludwigsburg; Regie an der HFF Konrad Wolf, Potsdam-Babelsberg. Filme
(Auswahl) Pietà (Kurzfilm, 2006), Gut zu sein. (Kurzfilm, 2007), Alles außer hören (Dok., 2009), Nebenan (Kurzfilm, 2010), Räschen (Dok., 2014).

Montag, 13. Oktober 2014

REVOLVER LIVE! (39): WAS IST AKTIVISTISCHE FILMKRITIK?




WAS IST AKTIVISTISCHE FILMKRITIK?

Auf den diesjährigen Kurzfilmtagen in Oberhausen hat ein Flugblatt für Aufsehen gesorgt. Als Reaktion auf ein zunehmend „konventionelles und formelhaftes Kino“ und dem dazu konformen Service-Journalismus wird darin eine „aktivistische Filmkritik“ gefordert. Die Kritiker müssten ihren „passiven Pragmatismus überwinden und den Aktivismus für sich wiederentdecken“, schreiben die Verfasser. Dafür wolle man auch „wirtschaftliche Risiken” tragen – ein direktes Zitat aus dem Oberhausener Manifest von 1962. Zu den konkreten Ankündigungen der Unterzeichner gehört die Durchführung einer „Woche der Kritik“ parallel zur Berlinale. Aber was muss man sich darunter vorstellen? Eine deutsche „Semaine de la critique“? – in bewusster Verletzung jener Neutralität, auf die die deutsche Kritik sonst so gerne pocht? Und wie wollen die Aktivisten ihre Ideen – „Freiräume müssen permanent erkämpft werden“ – von den Fahnen auf die Straße bringen? Wir haben drei der Initiatoren eingeladen, ihre Ideen mit uns zu diskutieren.

Ziel ist ein offener Diskurs. Alle Filminteressierten sind dazu herzlich eingeladen. 

Wir freuen uns

Christoph Hochhäusler, Nicolas Wackerbarth


Die FilmkritikerInnen Dunja Bialas, Frédéric Jaeger und Claus Löser im Gespräch mit den Revolver-Herausgebern Christoph Hochhäusler und Nicolas Wackerbarth.

Am FREITAG, den 24.10.2014 um 20.00 h im Roten Salon*.


*
Linienstraße 227
10178 Berlin 
Tel +49.30.24 065 - 5
Fax +49.30.24 065 642
info@volksbuehne-berlin.de

---

DIE GÄSTE:

Dunja Bialas
Dunja Bialas ist Redakteurin des Online-Filmmagazins Artechock. Von 2002-2013 arbeitete sie als Kuratorin beim Internationalen Dokumentarfilmfest München (Dok.fest) und verantwortete von 2011-2013 die Auswahl der Filme für den Internationalen Wettbewerb. 2006 gründete sie zusammen mit Bernd Brehmer (Werkstattkino München) das Independent-Filmfestival UNDERDOX - dokument und experiment. Seit 2014 ist sie als Organsatorin und Programmberaterin bei den Münchner  Filmkunstwochen tätig. Sie ist seit Mai 2013 Vorstandsmitglied des VdFk (Sprecherin). Außerdem ist sie im Vorstand des Festivalverbands Filmstadt München e.V. (seit 2013). Dunja Bialas lebt und arbeitet in München.

Frédéric Jaeger
Frédéric Jaeger ist Chefredakteur von critic.de, einem filmästhetisch und kulturpolitisch engagiertem Online-Kinomagazin. Schwerpunkte in seiner Arbeit sind Produktionsdiskurse, französische Filme, deutscher Nachwuchs und die Vermittlung von Kino und Kritik an Jugendliche. Medienpädagogische Projekte betreut er regelmäßig seit 2005, unter anderem für die Berlinale-Sektion Perspektive Deutsches Kino und in Cannes für die Semaine de la Critique, wo er den Workshop „Ganz Junge Kritik“ von 2005 bis 2011 geleitet hat. Seit 2010 war er Mitglied im Beirat des Verbands der deutschen Filmkritik. Seit 2013 ist er geschäftsführender Vorstand. Er hat Filmwissenschaft und Philosophie an der Freien Universität Berlin studiert.

Claus Löser
Geboren 1962 in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz). Seit 1980 entstehen Texte, Musik und Filme. 1990 bis 1995 Filmstudium in Potsdam-Babelsberg (Diplom). Seit 1990 Programmgestalter für das „BrotfabrikKino“ in Berlin. Seit 1992 freier Filmkritiker (u.a. für taz, Berliner Zeitung, film-dienst). 1996 Gründung der Sammlung „ex.oriente.lux - Experimentalfilmarchiv Ost 1976 bis 1989“ und Herausgabe des Buchs „Gegenbilder – Filmische Subversion in der DDR“. 2009: Dokumentarfilm „Behauptung des Raums - Wege unabhängiger Ausstellungskultur in der DDR“. 2011: Promotion, Veröffentlichung des Buches „Strategien der Verweigerung“. Mitglied der BKM-Jury für Drehbuch- und Produktionsförderung und des Beirats der DEFA-Stiftung. Seit 2013 Vorstandsmitglied des VDFK. Arbeitet als Autor, Filmemacher, Kurator und Lehrbeauftragter in Berlin.

DIE MODERATOREN:

Christoph Hochhäusler
Geb. 1972 in München. Autor, Regisseur. Revolver-Gründer und Mitherausgeber. Studium: Architektur an der TU, Berlin; Filmregie an der HFF, München. Filme (Auswahl): „Milchwald“ (2003), „Falscher Bekenner“ (2005), „Séance“ (Kurzfilm, Teil des Omnibusfilmes „Deutschland ’09“), „Unter Dir die Stadt“ (2010), „Eine Minute Dunkel“ (Teil der Trilogie „Dreileben“, zus. m. Christian Petzold und Dominik Graf, 2011), „Die Lügen der Sieger“ (2014).

Nicolas Wackerbarth
Geb. 1973 in München. Regisseur, Autor, Schauspieler. Revolver-Mitherausgeber. Studium: Schauspiel an der Bayerischen Theaterakademie München; Filmregie an der DFFB, Berlin. 1996–97 Schauspiel Frankfurt, 1997–2000 Städtische Bühnen Köln. Filme (Auswahl): „Anfänger!“ (TV, 2004), „Westernstadt“ (Dok., 2005), „Halbe Stunden“ (Kurzfilm, 2007), „Unten, Mitte, Kinn“ (2011), „Halbschatten“ (2013).

Donnerstag, 9. Oktober 2014

LE MERAVIGLIE

Ich habe eben erst gesehen, dass LE MERAVIGLIE schon seit einer Woche im Kino läuft. Und zwar abends in Berlin nur noch in den Hackeschen Höfen und im Rollberg Kino. Der Film hat den deutschen Verleihtitel LAND DER WUNDER.


Wenn jemand einen Funken Fellini versprüht, dann Alice Rohrwacher. Zauber- und fabelhaft im wahrsten Wortsinn. Unbedingt ansehen, bevor der Film aus den Kinos verschwindet.


Franz