Sonntag, 28. April 2013

TORE TANZT

Nun doch: ein deutscher Film im offiziellen Programm von Cannes. Katrin Gebbes Debüt TORE TANZT wird in der Reihe „Un Certain Regard” zu sehen sein und konkurriert damit auch um die camera d'or für den besten Erstlingsfilm.



Auf Gebbes Seite gibt es ein paar Bilder und eine Synopsis:

„Das düstere Drama um einen jungen Christen, der auf seiner Suche nach Zugehörigkeit mit den grausamten menschlichen Abgründen konfrontiert wird. Inspiriert von wahren Begebenheiten.

Der Jesus Freak Tore will bei den religiösen Punks in Hamburg ein Leben nach christlichem Vorbild führen. Als er einer Familie bei einer Autopanne hilft, glaubt er, Zeuge eines Wunders zu sein und knüpft Freundschaft mit dem Familienvater Benno. Kurze Zeit später zieht er zu der Familie in den Schrebergarten und ahnt nicht, welche grausamen Erlebnisse ihm noch bevorstehen werden. Fest in seinem Glauben verankert, bleibt Tore trotz der drohenden Gewalt und widersetzt sich auf seine Art. Es beginnt ein Kampf zwischen Triebhaftigkeit und aufopfernder Nächstenliebe."

Über ihre Absolventin schreibt die Hamburg Media School:

„Katrin Gebbe (*1983 in Deutschland) dreht ihre ersten Kurz- und Experimentalfilme an der AKI, Academy of Visual Arts and Design (NL), wo sie freie Kunst und Visuelle Kommunikation studiert. 2005 folgt ein Austauschsemester an der School of the Museum of Fine Arts in Boston, USA. 2006 beendet sie ihr Studium mit dem Bachelor of Design und absolviert im Anschluss ein Praktikum in einer renommierten Berliner Produktionsfirma für Musikvideos und Werbefilm. Im gleichen Jahr beginnt sie das Regie-Aufbaustudium an der Hamburg Media School, das sie im Oktober 2008 mit Auszeichnung abschließt. Während dieser Zeit entstehen preisgekrönte Kurzfilme, u.a. ihr Abschlussfilm “Sores & Sirin” (...) Katrin Gebbe arbeitet als freischaffende Regisseurin in den Bereichen Spiel- und Werbefilm."

Ich bin gespannt.

Christoph

Freitag, 26. April 2013

SPEND IT ALL

Am Sonntag ist Les Blank gestorben.
Seine mitreißenden, wilden und gleichzeitig zärtlichen Filme sind so direkte und unmittelbare Liebeserklärungen ans Filmemachen und ans Leben, dass man sich dem kaum entziehen kann.
Geradezu verrückt erscheint einem da Werner Herzog, wie er in Burden of Dreams über die boshaften Erstickungsversuche der ihn umgebenden Natur spricht.
Les Blank hat die Dreharbeiten zu Fitzcarraldo mit der Kamera begleitet. Von ihm stammt auch ein Großteil des Materials von Mein liebster Feind. Der tiefer gehende Film über den Mann als Träumer bleibt für mich der Film von Les Blank.




Flower Films Production... Les Blanks Filme leben aus dem Überfluss. Auch wenn er in Südamerika war, hat er seine nächste Umgebung gefilmt, ähnlich wie das Tony Buba in Pittsburgh tut oder wie es John Cassavetes in seinen Spielfilmen getan hat.
Diese Art des Filmemachens ist im heutigen "World Cinema" so "out" wie nur irgendwas. Das schöne an Moden ist, dass sie wiederkommen.

So long.




Franz

Montag, 15. April 2013

HEFT IN SICHT:



Revolver Heft 28 befindet sich inzwischen in der Grafik. Es dauert also nicht mehr (gar so) lange bis zur Veröffentlichung. Im Heft finden sich unter anderem Interviews mit dem New Yorker Regisseur Lodge Kerrigan, der italienischen Schnitt-Legende Roberto Perpignani und dem israelischen Filmemacher Nadav Lapid. Ausserdem Manifeste von „El Pampero Cine” (in den Worten von Mariano Llinás), Matías Piñeiro und Lucrezia Martel, die aus LAS NAVES 1 stammen, unserer argentinischen Schwester-Zeitschrift. Zum genauen Inhalt demnächst mehr.

(Eingestellt von Christoph)


Mittwoch, 10. April 2013

HINWEIS AUF AKTIVITÄTEN DER MITGLIEDER:

Nicolas Wackerbarth

Freue mich, die Screenings folgender Festivals anzukündigen:
I am happy to announce screenings on the following festivals:

HALBSCHATTEN
10.4. / 12.4. / 13.4.
IKSV Film - International Istanbul Film Festival

HALBSCHATTEN
2.5. / 3.5. / 6.5.
The 56th San Francisco International Film Festival


UNTEN MITTE KINN
10.4.
Schauspiel Leipzig Festspiele: Filmreihe
Gespräch mit den Schauspielern
talk with the actors
Vorfilm / supporting film:
THE PLAY HOUSE
(Buster Keaton, USA 1921)

Yours Nicolas


*

Festspielarena im Schauspiel Leipzig 




Freitag, 5. April 2013

SCHIFFE IN BEWEGUNG



Schön: Der Trailer für die erste Ausgabe unserer argentinischen Partner-Zeitschrift, las naves (übersetzt: „Die Schiffe”). Von Hernán Rosselli.

Christoph

Mittwoch, 3. April 2013

RELIEFENERGIE

Punktrichter bei der Deutschen Meisterschaft für Hubschrauber-Modelle, 1986. 

An sich ist es albern, Filme mit Punkten zu bewerten. Trotzdem unterwerfen sich dieser Disziplin bei CARGO einige der respektiertesten Namen der Filmkritik / -vermittlung. Die so ermittelte „Spitze” ist eher wenig überraschend. Interessanter wird es im oberen Mittelfeld – jedenfalls dann, wenn sich die Ergebnisse der einzelnen Linienrichter stark unterscheiden, die Reliefenergie hoch ist sozusagen. Das ist aktuell der Fall bei Korines SPRING BREAKERS, dem beinahe das ganze Gremium verfallen ist, ausser Alexander Horvarth (Filmmuseum Wien), der ihn mit 33 Punkten (= uninteressant mit interessanten Momenten) bewertet. Ähnlich liegt der Fall bei Wheatleys SIGHTSEERS, den Cristina Nord (taz) unter „verschwendete Lebenszeit” (10 Punkte) abhakt, während er Bert Rebhandl 77 Punkte wert ist (= auf jeden Fall sehenswert). Am größten ist die Differenz aktuell bei Seidls PARADIES: LIEBE, dem Cargo-Mitherausgeber Simon Rothöler 8 Punkte zugesteht (= hat Dante im Inferno zu erwähnen vergessen), während Horvath „ein Muss, einer der besten Filme des Jahres” (84 Punkte) erkennt. An anderer Stelle habe ich geschrieben: „Bestenlisten appellieren an niedere Instinkte.” Ich fühle mich bestätigt. 

Christoph

http://www.cargo-film.de/ratings/2013/