Donnerstag, 28. Februar 2013

DOMINIK GRAF: 'WAS HEISST HIER ENDE?'


Nachdem sich sein Schiller-Liebesdreieck DIE GELIEBTEN SCHWESTERN – ein Kinofilm nach eigenem Drehbuch – in den letzten Zügen der Postproduktion befindet, bereitet Dominik Graf zwei kleinere Essays vor:

1
„Der Dokumentarfilm WAS HEISST HIER ENDE? folgt den Spuren des Schaffens des 2011 verstorbenen Filmkritikers Michael Althen und beleuchtet dessen Einfluss auf Filmemacher und Kinogänger (Preview Productions Joachim Schroeder).”

2
„ES WERDE STADT! ist ein Filmessay über die Vergangenheit, die Gegenwart und die mögliche Zukunft des deutschen Fernsehens. Den Rahmen bildet die 50. Grimme-Preis-Verleihung, von den Jurysitzungen bis zur Gala (megaherz, WDR/SWR/NDR/BR).”

Update:
Vor den Essays – schreibt mir Graf gerade – steht noch ein Münchner Tatort an.

(Eingestellt von Christoph)

Quelle: FFF Bayern

Mittwoch, 27. Februar 2013

JONATHAN ROSENBAUM, PRESENT



Jonathan Rosenbaum, eine singuläre Stimme in der amerikanischen Filmkritik, wird 70. Zwei junge Kollegen – Ignatiy Vishnevetsky und Kevin B. Lee – haben ihn portraitiert. Sehenswert! (via)

(Eingestellt von Christoph)

Dienstag, 26. Februar 2013

SANTIAGO LOZA: 'LA PAZ'

Berlinale-Nachlese:
Annäherungen an den Film LA PAZ (Forum) / Katrin Eißing im Gespräch mit dem argentinischen Regisseur Santiago Loza und dem Hauptdarsteller Lisandro Rodriguez

An deutschen Männern erweckt Ohrenkraulen und ausgiebiges Streicheln einer liebenden Mutter wahrscheinlich schon beim Zusehen starken Juckreiz. Das zu wissen und umgeben von Deutschen dabei zuzusehen, ist bei der Kälte draussen, verwirrend. Vielleicht bewirken es die grossen, real errötenden Gesichter oder das organische Timing… nach einer Weile in LA PAZ sind alle Sinnesorgane wie geschrubbt und führen durch einen Film voll von der wortlosen Wahrhaftigkeit alltäglicher Liebe.

Ich glaube das ist einer der Gründe, warum LA PAZ bis jetzt wenig besprochen wird, er ist reines Kino. Zwischen die wechselnden Bilder von Nähe und sausenden Mopedfahrten schieben sich ausgiebige Zweifel an der eigenen Wahrnehmung. Die Unsicherheit und Zerbrechlichkeit der Hauptperson überträgt sich, wir werden ebenso empfänglich und verlieben uns in die Dunkelheit im Saal hinein. Die Bilder sind niemals „geschossen” sondern wie ohne jeglichen Hintergedanken man könnte auch sagen: von Kinderblick „gedreht”. Diese Kamera die gnadenlos immer wieder flirrend im „komm mir nicht zu Nahe Bereich” schwebt, sieht man fast schon von aussen: ein neugieriges, kleines Wesen mit wunderschönen Augen.





Katrin Eißing:
Ich bin blind in den Film gegangen, also kenne deine Arbeiten nicht, hab dann gefühlt, dass hier eigentlich genau das tatsächlich passiert, was Kino für mich bedeutet, nämlich Verwandlung, Transformation, in einer Vorwärtsbewegung. So ein Schmelzen, eine ständige Überschreitung, die auch im Körper wirkt. Entschuldigt bitte, ich hab haufenweise Grippetabletten genommen. Danach habe ich über dich gelesen, dass du mit LA PAZ zum Beispiel den Abgrund zwischen Sprache und Bild überwinden, überschreiten wolltest? Oder das das ein Zweck genau dieses Filmes war.

Santiago Loza:
Ich schreibe. Meist Theaterstücke. Lisandro Rodriguez (der Hauptdarsteller von LA PAZ) ist Regisseur, er hat ein Theater in Buenos Aires, „Elefante Club del Teatro”. Ich schreibe Stücke, die er inszeniert. Manchmal, oder oft komme ich an die Grenze der Sprache, dann will ich Filme machen. Meine ersten Filme sind ganz auf der Seite der Sprachlosigkeit. Hier wollte ich diese beiden bereiche, die für mich selbst getrennt sind verbinden, deshalb gibt es eine Geschichte.

Eißing:
Ja das passiert vielleicht durch die Räumlichkeit. Ich finde ganz erstaunlich wie nah und fern die Kamera in LA PAZ sein kann. War es eine einzelne Person, die die Kamera gemacht hat?

Loza:
Ja ein Ivan Fund ist guter Freund. Im vorigen Film LOS LABIOS / DIE LIPPEN (Cannes, Un certain regard 2011) waren wir Co-Regisseure. Wir sind in der Arbeit wie ein einziges Wesen. Auch das Team war so klein wie möglich. Wir hatten nur natürliches Licht, brauchten eine intime Situation.

Eißing:
Das ist nicht üblich in Deutschland, dass wir uns soviel berühren und streicheln. Das kommt ja in dem Film ständig vor und wird ganz simpel und deutlich gefilmt… Es gibt also mehrmals für mich jedenfalls, unklare Situationen, in denen der Zuschauer dann eine Weile hängen bleibt. Eine Grenze wird berührt, aber nicht überschritten. Zum Beispiel, auf der Beerdigung der Grossmutter, wo den Hauptdarsteller eine alte Freundin streichelt. Als er sie auf den Mund küssen will, ist sie plötzlich empört. Oder dass die Mutter ständig an dem Sohn herumfummelt. Man fragt sich, jedenfalls als Nordeuropäer, was da „normal” ist. Man spürt eine Spannung und muss sie dann aufgeben, weiß die ganze Zeit nicht ob man nicht selbst vielleicht verrückt ist. Du erreichst damit, dass der Zuschauer sehr offen wird.

Loza:
Also, ich wollte jedenfalls keinen Film über Argentinische Mütter oder so etwas machen, kulturelle Unterschiede etc. Nein und auch nicht zweideutig. LA PAZ und auch die Hauptperson Liso, sollte unschuldig, schüchtern sein, rein.

Eißing:
Das ist eine ganz besondere Hauptfigur, sehr rezeptiv und ein bisschen verrückt. Normalerweise ist in Filmen von Männern so jemand eine Frau und am Ende stirbt sie. Es gibt ausserdem eine Menge anderer toller Menschen, mit denen eine Frau sich ohne innere Verdrehung identifizieren kann. Das ist selten und hat mir gefallen. Es ist auch sehr mutig von dir persönlich finde ich.

Loza:
Ich dachte diese Hauptfigur als Planet und alle anderen um ihn herum sind wie Monde oder Satelliten. Er kann mit allen anderen in Austausch treten zum Beispiel bietet das Mädchen, das als Hure arbeitet eine völlig neue Geschichte an, oder Sonja das Hausmädchen. Sie bieten eine Möglichkeit und jede Interaktion könnte wieder ein kleiner Film für sich sein. … Natürlich sind die Nebencharaktere sehr intensiv. Man ist so in beständiger Erwartung.

Eißing:
Aber man hat nicht das Gefühl er müsste sich verändern, man mag ihn so wie er ist. Man hat nur Angst um ihn.

Loza:
Der Hauptdarsteller ist fragil und verletzlich und dadurch fühlt er mit diesen Frauen, die alle auch ihre eigenen Sorgen haben und selbst leiden, mit. Er fühlt sich zu ihnen hingezogen. Alle verlieben sich dann auch in ihn und er nimmt diese Rolle gerne an. Er erlaubt das einfach.

Eißing:
So wie der Engel bei Pasolini.

Loza:
Okay, TEOREMA, ja ich hab daran gedacht, aber eben auch umgekehrt. Also der Engel wird hier auch selbst gerettet.

Eißing:
In einer Szene liegt die Mutter auf dem Bett und im Fernsehen kommt eine Dokumentation über ein Krokodil. Das ist etwas dass auch so in LA CIÉNAGA von Lucrecia Martel passiert. War das Absicht, eine Reminiszenz?

Loza:
Ich liebe LA CIÉNAGA und verehre Lucrecia Martel... Nein, ich habe nicht daran gedacht, aber ja, es passiert etwas mit der Mittelklasse in Argentinien. Und mein Film handelt auch davon, von ihrem Zerfallen, oder spielt zumindest in diesem Umfeld, aber in LA CIÉNAGA geht es wirklich um eine dekadente, auseinander brechende Aristokratenfamilie. Nein LA PAZ spielt in einer anderen Schicht/Welt. Das war auch keine Absicht.

Eißing:
Gibt es so etwas wie eine Bewegung in Argentinien: Nouvelle Vague Argentinia? Also auch persönlich, kennt ihr euch? Kennst du zum Beispiel Mariano Ilinas und Augustin Mendilathazu?

Loza
Sie machen eine ganz andere Art Filme… viele Leute machen Filme in Argentinien. … ich sehe mich eigentlich als einen Aussenseiter. Ich komme aus dem Zentrum von Argentinien und nicht aus Buenos Aires. Ich schreibe, mache Theater.

Eißing:
Wie produziert ihr?

Loza:
Es gibt in Argentinien eine Staatliche Filmförderung und viel Zusammenarbeit mit dem TV. Man kann selbst produzieren. Es ist trotzdem für alle sehr schwer.

Eißing:
Könnt ihr von dem Theater leben?

Lisandro Rodriguez:
Das Theater „Elefante Club de Teatro” ist auch ein Club und es gibt Essen, Parties, Unterricht im Schreiben, Schauspiel. Wir machen trotzdem viele Aufführungen. Man muss aufpassen, dass man seine eigentliche Arbeit macht.

Eißing:
Die Darstellung von Sex ist auch etwas ganz Besonderes in LA PAZ. Das ist sehr real, schön und nicht voyeuristisch. Die Kamera ist so klar. Das hab ich so noch nie gesehen.

Loza:
Ich wollte es ohne Attitüde, Moral, ganz rein.

Lisandro Rodriguez:
Wir kennen uns alle drei schon lange. Ivan Fund der Kameramann und ich haben zusammen studiert. Und Santiago und ich arbeiten seit Jahren im Theater zusammen. Santiago schreibt die Stücke, die ich inszeniere. Wir drei sind gute Freunde und vertrauen uns.

Eißing:
Ich habe jedenfalls in deinem Film viel geweint und weiss jetzt immer noch nicht warum. Er schafft Platz.

Loza:
Ich glaube ich bin kein besonderer Regisseur für narrativen Strukturen, sie stören mich eigentlich. Ich fühle etwas und versuche es zu fassen, Wenn du einen Film machst, versuchst du etwas völlig Unsichtbares, Immaterielles zu fassen. Also ich jedenfalls. Im Film wird das trotzdem sichtbar: Der folgende Moment ist dann vielleicht komplett narrativ aber er ist auch wichtig um diesen unsprachlichen Moment davor zart und menschlich völlig sauber stehen zu lassen. Ich habe versucht eine simple Geschichte zu machen, damit sich die Gefühle oder auch die Farben entfalten können... Was für mich noch wichtig ist: Wenn man einen Film macht ist man total verliebt, in Liebe.

Eißing:
Ja find ich auch. Filmen ist lieben. .. Was ist dein nächster Film?

Loza:
LA PAZ ist ein sehr leichter Film, mit einer einfachen klaren Geschichte. Ich hab ein neues Script an dem ich arbeite. Es wird so, wie meine früheren Filme eher böse und dunkel sein. Aber vielleicht nur für die Zuschauer, für mich selbst ist das klar und hell.

(Eingestellt von Christoph)

BIN ISCH ALLEIN

Bin ich eigentlich der einzige, der Hanekes L’amour für ein verunglücktes Kleisterwerk der Spätromantik hält? 
Ist die Sache nicht eher so, wie Louis C.K. sie in der ersten Folge seiner hinreißenden Serie Louie als das Best Case Scenario beschreibt: Man trifft einen Menschen, verliebt sich in diesen Menschen, die Liebe wird erwidert, man zieht zusammen, man versteht sich, man lacht über die gleichen Dinge, man wird zusammen alt, und dann stirbt einer von beiden. Und dann ist der andere allein. Und trägt von da an für den Rest seines Lebens die Tüten vom Supermarkt allein nach Hause. 
Oder wie eine ältere allein lebende Dame, die mir nahesteht und die ich gefragt habe, warum sie nicht mit einer Freundin zusammenzieht: „Du, natürlich hab ich schon darüber nachgedacht, aber die meisten sind entweder verheiratet oder zu anstrengend. Mit der Irmgard (Name geändert) könnt ich’s mir vorstellen. Wir haben auch schon darüber geredet, dass wir zusammenziehen, wenn ihr Mann nicht mehr lebt. Aber sie kann ja ihren pflegebedürftigen Mann nicht einfach allein lassen.” 
Altwerden ist nichts für Waschlappen, lautet der schöne Titel von Blackie Fuchsbergers Autobiografie. Und ich persönlich wäre froh, wenn das so bliebe, und sich nicht die Ehepartner gegenseitig im Alter das Kissen ins Gesicht drücken. Aus Erinnerung an romantische Teenagertage.


 

Franz

Montag, 25. Februar 2013

DIE 'NACHTSCHICHT' KOMMT

Kinohinweis:

Thomas Groh, Bennet Togler und Philipp Stiasny kuratieren ab März im Kino Babylon/Mitte eine neue Reihe namens DIE NACHTSCHICHT: Jeden ersten Samstag im Monat um 22 Uhr wollen sie dort „Exploitation, altes Genrekino, Obskuritäten und andere Raritäten aus den Tiefen der illegitimen Filmgeschichte” zeigen. Und zwar analog: „Handverlesen und von echter Kinorolle mit all dem herrlich schmutzigen Glanz, den nur alte 35mm-Rollen entwickeln.”

Den Beginn macht am 02. März Eddy Sallers Austro-Sittenreißer GEISSEL DES FLEISCHES, der sich, laut damaliger Werbekampagne, mit einem „gewagten Thema” befasst.

Mehr dazu hier und hier.

(Eingestellt von Christoph)

Freitag, 22. Februar 2013

JUGENDLIEBE

UN AMOUR DE JEUNESSE von Mia Hansen-Løve


Ein Film, in dem es nichts, aber auch gar nichts zu lachen gibt. Sehr neufranzösisch. Aber irische und englische und spanische und amerikanische Musik. Und in diesem Auf- und am Ende Beieinander von Bild und Ton dann auf einmal sehr berührend. Vielleicht lebt ja der Europudding doch.

Der gleiche Song von Patrick Street, einer Dubliner Band, den Mia Hansen-Løve in „Un amour de jeunesse” verwendet, war übrigens schon Teil des Soundtracks bei „Napoleon Dynamite” von Jared Hess. Es spricht für Hansen-Løve, dass sie diesen schönen Film gesehen hat. Selten bekommt man das Landleben zu Zeiten der industrialisierten Landwirtschaft so zu Gesicht. Und es gibt jede Menge zu lachen. Neuamerikanisch eben.



Franz

p.s.: Im Revolver Heft 24 gibt es übrigens ein ausführlicheres Interview von Ben und Christoph mit Mia Hansen-Løve zu ihrer Arbeitsweise. Das Interview mit Jared Hess steht noch aus. Anyone?


Dienstag, 19. Februar 2013

5000



Unsere Facebook-Seite hat inzwischen 5000 Fans - Danke für das Interesse! An dieser Stelle deshalb noch einmal der Hinweis für die Nicht-Eingeweihten, dass dort täglich allerlei Links zu diversen Filmthemen zu finden sind. Voraussetzung ist leider eine Facebook-Anmeldung – sonst kann man nur einen Bruchteil einsehen und keine Kommentare abgeben. Warum dieses zusätzliche Medium? Einfach, weil das Teilen (denn um Originalbeiträge geht es uns dort nicht) sehr viel einfacher und schneller funktioniert. Grüße!

(Eingestellt von Christoph)

LINCOLN – DAS HOHE LIED VON DER SKLAVENBEFREIUNG

„Herr Keiner schätzte (Brechts) Geschichten von Herrn Keuner und hat sich in mancherlei Hinsicht an diesen ein Beispiel genommen. Er nahm sich vor, seine Geschichten mit vergleichbarer Distanz und Sachlichkeit aufzuschreiben. 
Er wollte wie Herr Keuner den Dingen auf den Grund gehen und dies in möglichst knapper, pointierter Form zum Besten geben.“ Unter dem Blog HERRSCHAFTSZEITEN findet ihr Analysen zu diversen politischen Themen. 
Anbei ein lesenswerter Text zu dem Film/Machwerk LINCOLN:

Herr Keiner war mit Freunden im Kino, um sich den neuen Film über den US-Präsidenten Lincoln und dessen Wirken im amerikanischen Bürgerkrieg anzuschauen. Da sie vorher die einhelligen Lobeshymnen in der deutschen Presse gelesen hatten, waren sie auf das Schlimmste gefasst: auf einen patriotischen Bilderreigen, der den Gewinner des amerikanischen Bürgerkriegs als wahren Freund der Unterdrückten und Ausgebeuteten zu zeichnen sucht. Was sie allerdings in der Form nicht erwartet hatten: einen „Geschichtsfilm“ zu sehen, dem nicht einmal andeutungsweise zu entnehmen war, was die wirklichen Gründe für den amerikanischen Bürgerkrieg und die Abschaffung der Sklaverei in den Südstaaten waren. Ein Film, der nicht einen Gedanken darauf verschwendete, wieso die Versklavung von Menschen seit Gründung der USA über 80 Jahre ihre guten Dienste getan hatte, aber nun ausgerechnet im Krieg zwischen den Nord- und Südstaaten zum Stein des Anstoßes wurde.

Als Herr K. anschließend bei einem Bier mit seinen Freunden das Gesehene zu sortieren suchten, sagte einer von ihnen: „Dieser Film ist ein einziges Zeugnis der Selbstgerechtigkeit des amerikanischen Patriotismus. Argumente, die das hehre Bild vom Sklavenbefreier Lincoln in Zweifel ziehen könnten, sind erst gar nicht der Rede wert, sie würden nur stören. So hat es einfach nicht zu interessieren, dass es im amerikanischen Bürgerkrieg nicht um das Ja oder Nein zur Sklavenhaltung ging, sondern um die territorialen Grenzen der Sklavenwirtschaft. Denn diese brauchte, um profitabel zu arbeiten, immer mehr Land, und die versuchte Ausbreitung in das Gebiet der Unionsstaaten geriet in Konflikt mit den Interessen eines aufstrebenden Kapitalismus, der in der Freiheit der Lohnarbeit seine profitable Grundlage hat. Mit der verord- 
neten Sklavenbefreiung sollte der Süden im Kampf um die Herrschaft im Land geschwächt werden, sollte ihm seine ökonomische Grundlage streitig gemacht werden.“
„Das ist richtig“, pflichtete ein anderer Freund bei, „doch was mich bei dem Film noch mehr geärgert hat als die offenkundige Geschichtsfälschung, das ist die politische Botschaft für die heutige Zeit. Denn dem vermittelten Bild des Gutmenschen Lincoln tat es in dem Film überhaupt keinen Abbruch, dass der Sieg seiner Partei in der parlamentarischen Abstimmung auf Geheiß des Präsidenten mit den Mitteln der Korruption und Bestechung zustande kam. Also lautet die Botschaft: Keine Skrupel bei der Wahl der Mittel, wenn es um so hohe amerikanische Werte wie den der ‚Freiheit‘ geht. ‚Guantanamo‘, ‚waterboarding‘ und ‚Drohnenkrieg‘ lassen grüßen!“
Da meldete sich Herr K. zu Wort und sagte: „Ich kann mich dem Gesagten nur anschließen, möchte aber noch einen Gedanken zum proklamierten Wert der ‚Freiheit‘ hinzufügen. Denn auch daran ist zu sehen, dass den Befürwortern der Sklavenbefreiung mitnichten das Wohl der ausgebeuteten Schwarzen am Herzen lag. Denn die einzig entscheidenden Fragen standen nicht auf der Tagesordnung ihrer Befreier: Wie können die befreiten Sklaven existieren in ihrer neuen Freiheit? Welche materiellen Mittel haben sie, um sich ein Überleben in den neuen Lebensverhältnissen zu sichern?
Also sah die gewonnene Freiheit für die Schwarzen in der Realität wie folgt aus: sich entweder einzureihen in das Heer der Arbeitslosen oder das einzig vorhandene Angebot anzunehmen, das Verpflegung und Sold versprach: als Kanonenfutter im Dienst der Unionstruppen ihren Dienst zu tun. Davon haben Hunderttausende Gebrauch gemacht, und zig-Tausende sind daran verreckt. Schließlich hatte der Herr Lincoln auch an diese Art der Arbeitsbeschaffung gedacht, als er im Krieg die Freiheit und Gleichheit aller Menschen auf amerikanischem Boden proklamierte. Auch hier heiligte der Zweck die eingesetzten Mittel.“

© HerrKeiner.com  1. Februar 2013

(eingestellt von Nicolas)

Sonntag, 17. Februar 2013

DIE SCHULE IST AUS

Vor ein paar Jahren war ich während der Berlinale zusammen mit einer befreundeten Schauspielerin und meiner Schwester in einem Film der sogenannten „Berliner Schule”. Der befreundeten Schauspielerin hatte der Film gut gefallen. Meine Schwester und ich waren etwas ratlos. Meine Schwester, die außer als Zuschauerin nichts mit Film zu tun hat, sagte dann den schönen Satz: Ich verstehe nicht, warum man Leere mit Leere erzählt.
Und da musste ich natürlich lachen. Diese  Leere, die sich durch die Verdoppelung emotional auslöscht - übrigens für mich auch in Antonioni oder Godard Filmen, ist das Gegenteil der für mich berührenden Form, wie man sie mit Marcello Mastroiani beispielsweise in „La Dolce Vita” erlebt oder mit Jean-Pierre Léaud in „Les 400 coups” oder mit Jess Hahn anfangs in „Le signe du lion” oder mit Paul Lyss in „Paul” oder mit Eva Löbau in „Der Wald vor lauter Bäumen”. Das ist wie bei Ozu: Traurige Geschichten vor einem hellen Hintergrund. Das Gefühl von Einsamkeit und Leere erzählt sich am berührendsten mitten in der Fülle, im Reichtum, im prallen Leben, inmitten einem Haufen tobender Schüler. Das macht auch die tolle Hochzeitsszene aus, die ich in meinem gestrigen Blogeintrag beschrieben habe.
Möglicherweise ist es das, was Dietrich Brüggemann meint mit dem nachvollziehbaren Teil seiner Grollflut auf die „Berliner Schule”. Der andere Teil verdient eine Erwiderung.

1
Es gibt keine „Berliner Schule”. Vor sieben Jahren rief ein Filmkritiker aus Paris in der Revolver Redaktion an und fragte, ob man die Berliner Schule besichtigen könnte. Damit ist schon einiges gesagt. (Eine Revolverredaktion gibt es übrigens auch nicht. Da stand Bens Nummer)
Ein Teil des anderen: Um die Urheberschaft des Begriffs „Berliner Schule” zanken sich mehrere Filmkritiker. Uns kann es egal sein. Tatsache ist, dass unter dem Begriff in der ersten Generation Filmemacher wie Angela Schanelec, Christian Petzold und Thomas Arslan gesammelt wurden. Was die drei für mich als Außenstehenden verband, ist die - und ich hoffe, ich schreibe hier nichts falsches - Begeisterung für Filme bestimmter Regisseure. Allen gemeinsam damals wahrscheinlich Bresson, teilweise Melville und Antonioni, teilweise auch Ozu und sicher auch viele andere. Wichtiger war wahrscheinlich, dass die drei sich von einer Berliner Hochschule kannten und höchstwahrscheinlich über Film miteinander geredet haben!
Vor etwa zehn Jahren kam eine zweiter Jahrgang ins Spiel, darunter auch einige unserer Herausgeber, die sich sehr für den Begriff „Berliner Schule” stark gemacht haben, zum einen weil sie damals wahrscheinlich ebenfalls viel für einige der oben genannten Regisseure übrig hatten, zum anderen weil sie die Regisseure der ersten Generation interessant fanden. Außerdem bot das Label die Möglichkeit einer stärkeren Präsenz in der öffentlichen Wahrnehmung und damit auch anderer Vermarktungsmöglichkeiten (- auch wenn das Wort Markt irreführend ist). Dagegen gibt es nichts zu sagen. Der Staatskunstapparat der deutschen Kinofinanzierung hat ein begrenztes Volumen. Wer Filme machen will, muss sich darum streiten.
Inzwischen hat der Begriff „Berliner Schule” meiner Meinung nach ausgedient. Viele Filme, die nur sehr wenig mit dem Kern des Labels zu tun haben, wurden kurzerhand eingeschult. Auch ich selbst sollte auf einmal an dieser Schule gesehen worden sein. Da muss ich an dieser Stelle widersprechen. Ich bin weder Berliner noch bin ich gern zur Schule gegangen. Aber ganz ehrlich: Es ist mir egal, ob ich damit in Verbindung gebracht werde, denn Berührungspunkte gibt es durchaus. Ich habe oben geschrieben, von wem meiner Vermutung nach die sogenannten „Berliner Schule” Regisseure anfangs beeinflusst waren. Für meinen zweiten Film war Yasujiro Ozu ein großer Einfluss - insofern kompatibel mit einem Teil der ersten Generation -, aber eben auch Claude Sautet, und der war kein Lehrer an der „Berliner Schule”. Ein Schüler bin ich trotzdem in gewisser Weise, und möglicherweise ist es mir auch mit meinem zweiten Film nicht gelungen, die Schule hinter mir zu lassen. Die „Berliner Schule” war es aber eben nicht. Claire Denis war es wiederum, glaube ich, die die Filmgeschichte folgendermaßen beschrieben hat: Erst wurden Filme über das Leben gemacht, dann Filme über das Leben und andere Filme, dann Filme über Filme und Filmrezeption, dann Filme für Festivals. Von letzteren gibt es inzwischen Filme, bei denen ich - wenn ich es nicht besser wüsste - glauben würde, es handle sich um Parodien dessen, was man unter „World Cinema” oder in Deutschland „Berliner Schule” versteht.

2
In regelmäßigen Abständen reiten Filmemacher Attacken gegen das „bestehende System”. Oft zur Berlinale.
Zu dieser Berlinale war es Dietrich Brüggemann. Vor ein paar Jahren war es Klaus Lemke. In einem Revolverheft zur „Berliner Schule” waren es ein paar Hiebe von Dominik Graf.
Während sich Klaus Lemkes Attacke gezielt gegen das von der Subvention seiner Meinung nach korrumpierte Filmbusiness, das keines ist, richtet, wirken Dominik Grafs Schläge ein wenig matt - weil „embedded” und Dietrich Brüggemanns impulsiv und ziellos.
Das Impulsive an Brüggemanns Kritik ist der mir sympathische Teil. Ich habe selbst an dieser Stelle letztes Jahr einen Blogeintrag überschrieben mit „20 Jahre Frauen ohne Gesicht”, weil ich es auch sehr bedauerlich finde, dass gerade Frauenfiguren hierzulande zu selten lebendig agieren. Man denke bei den Amerikanerinnen nur an Kristen Wiig, Tina Fey, Catherine Keener und wie sie alle heißen und was sie spielen dürfen. Oder im kleinen Österreich... Das kann einem die Schamesröte ins Gesicht treiben.
Aber dann gibt es einen Teil von Brüggemanns Kritik, den ich hier, weil es ein Blogeintrag ist, der nicht für die Ewigkeit gemacht ist, mal salopp als ADS bezeichnen will. Denn wo bitteschön ist die geforderte Lebendigkeit bei Brüggemann? Und wo ist sie bei Graf? Dominik Graf hat im Revolverheft 16 damals vor sieben Jahren der Berliner Schule vorgeworfen, dass ihre Filme bei ihm immer den Eindruck der „Todeszone Deutschland” hinterlassen würden. So geht es mir, wenn ich ehrlich bin, häufig auch, wenn ich Filme sehe, die unter diesem Label gehandelt werden. Aber bei den Filmen von Dominik Graf geht es mir genauso - „Der Felsen” ohne Rahmenhandlung mal ausgenommen. Es ist bezeichnend, dass Graf nach seinem Exkurs ins unsaubere Kino, ins gewagte Erzählen - und es war gewagt, Peter Lohmeyer als unsympathsichen Sozialpädagogen zu besetzen und Caroline Eichhorn als Frau auf Abwegen und dabei durchaus sexy - dass er nach der Presseschelte zur Berlinale sich erst mal wieder ins öffentlich rechtliche Fernsehen zurückzieht. Schade. Und da hilft es auch nichts, dass er auf Katja Nicodemus' lesenswerten Artikel in der Zeit zur Verantwortung des öffentlich-rechtlichen TVs für das Kino eine Gegendarstellung schreibt, die überschrieben ist mit (sinngemäß): Das deutsche Fernsehen ist das beste der Welt. Wir wissen alle, dass das nicht stimmt. Und er weiß es auch. Ich kann es ihm aber nicht verdenken, dass er das schreibt. Wer Filme auf Deutsch drehen will, ist früher oder später auf das Geld der deutschen Sender angewiesen.
Aber! Es gibt ja noch Klaus Lemke, der die These formuliert hat, dass die Förderung den europäischen Film kaputt gemacht hat. Das ist aber nicht larmoyant formuliert, sondern eben als These. Er lässt da die Sender aus, weil die ihm seine Filme mit niedrigen Budgets gottseidank finanzieren. Womit er sicher recht hat, ist die Tatsache, dass es in Deutschland fast unmöglich ist, sich seine produktionelle Vitalität zu erhalten, außer wenn man mit kleineren Budgets arbeitet. Es geht eben nicht mehr, dass man abends in der Disco einen Kiesgrubenbesitzer anhaut und fragt: Hast du mal ne Million, wie das Roger Fritz für „Mädchen mit Gewalt” getan hat, wenn ich das richtig erinnere. Man müsste diesen Menschen sagen, dass sie ihr Geld nie wiedersehen, weil der Film anschließend auf einem subventionierten Filmmarkt landet und jämmerlich baden geht. Das Fernsehen gibt für einen Film, den es nicht koproduziert, einen Bruchteil der Summe aus, die man als angemessen bezeichnen könnte. Und in dem Moment verliert jeder Investor das Interesse und sagt: Dann geh doch zur Filmförderung oder zum Sender. Dass das so ist, ist schlecht für genau den lebendigen, unsauberen Aspekt, der dem deutschen Kino so abgeht. Die aktuelle langwierige Filmfinanzierung, bei der man für einen 1 Mio Film im Schnitt 70 Leute inklusive Lektoren usw. für sein Projekt gewinnen muss, hat sicher nicht dazu beigetragen, dass unser Kino impulsiv ist, dass es Sex-Appeal im guten Sinne hat. Die Strukturen bei der Geldvergabe inklusive der Beschäftigungsverhältnisse, die die Strukturen verwalten, haben Ähnlichkeit mit dem Staatskunstapparat der DDR. Das wurde auch schon mehrfach ausgesprochen. Ich glaube, dass das Filmschaffen in der DDR neben den für mich gravierenden Nachteilen, auch gewisse Vorteile hatte gegenüber unserem aktuellen Apparat. Denn dort hatte, anders als Autoren und Regisseure bei uns, auch die kreative Seite eine gewisse Sicherheit. Die Geldverwalter waren verbeamtet, die Künstler auch. Das ist wahrscheinlich auch ein Grund, warum in der DDR doch sehr viele sehr schöne Filme entstanden sind mit übrigens oft sehr lebendigen Frauenfiguren, gespielt von Jutta Hoffmann usw. Die Filme, die ein Kiesgrubenbesitzer finanziert hätte, wurden allerdings nicht gemacht. Und viele von der Sorte gehören zu meinen Lieblingsfilmen. Die gab es im Westen in Italien und Deutschland und Frankreich, bis der Staat irgendwann die Filmfinanzierung übernommen hat. Paradoxerweise auf Wunsch einer großen Zahl von Filmemachern. Insofern ein demokratischer Prozess, gegen den man wenig einwenden kann, wenn man wie ich etwas für Demokratie übrig hat.
Die Menschen, die heute bei uns in der BRD einen Teil der Staatssicherheit genießen - es ist vielleicht kein Zufall, dass der schöne Film von Christian Petzold „Innere Sicherheit” heißt -, sind dann wieder zu einem Teil deckungsgleich mit den Menschen, denen Dietrich Brüggemann ihre Staatsförderung streitig machen will. Sein gutes Recht. Aber und das ist der unangenehme Nachgeschmack: Worum geht es dann? Ich anstelle von denen? Oder was?
Die einzigen, die ich in dieser ganzen Diskussion ernst nehmen kann und muss, sind die Menschen, die ihre Filme einfach machen. Mit oder ohne Förderung. Mit oder ohne Sender. Es ist zugegebenermaßen schwer, sich im deutschen Filmfinanzierungsgeflecht nicht korrumpieren zu lassen und das Gefühl des Einfach-machens aufrecht zu erhalten. Aber das Gejammer ist furchtbar. Wer mit dem Apparat nicht zufrieden ist, muss dafür kämpfen, dass sich der Apparat, der letztlich aus vielen einzelnen Menschen besteht, darunter auch einige aufgeschlossene, ändert, oder seine Filme außerhalb des Apparats machen. Das ist eine Frage von Charakter. Ansonsten kommt es zu solch unklugen Artikeln, wie einer davon heute im Tagesspiegel zu lesen war, die nichts aber auch gar nichts mit der schwierigen Gemengelage des deutschen Kinoschaffens zu tun haben.
Nein, die Qualität der Filme im Wettbewerb wird nicht schlechter, wenn Filme nachgespielt werden. Wer mehr Auswahl hat, kann die schöneren Sachen zeigen. Das beweisen die tollen Festivals in Wien, Vancouver, Buenos Aires, Denver usw., die alles nachspielen, was ihnen gefällt und oft ohne Wettbewerb auskommen.
Und nein, es sind in den letzten Jahren nicht die Filme von Dietrich Brüggemann gewesen, die in Cannes gelaufen sind, sondern unter anderen die von der kapitalen Lehreinrichtung, deren Existenz ich ab sofort bestreiten werde.
Und à propos Cannes: Das schönste, was mir persönlich zum Weltvertriebsfestival Cannes einfällt, ist die Vorstellung, wie der Filmemacher Michael Lentz dort immer mit seiner Stofftasche rumgelaufen ist in den 70er und 80er Jahren und dann natürlich der tolle Film von Henry Jaglom "Festival in Cannes" mit Anouk Aimée und Zak Norman. Das ist der Typ, der jahrelang bei Variety inseriert hat: Besetzt mich - ich habe Geld. Keiner hat's gemacht. Nur Jaglom. Und es ist toll, was da rausgekommen ist. Ich glaube, Rainer hat dazu einen schönen Artikel auf der new filmkritik Seite geschrieben.
Ich wünsche einen schönen Abend. Gehe mir jetzt noch den Film von Matt Porterfield - I used to be darker ansehen. Der Produzent hat mir erzählt, dass er seine Investoren so findet wie damals Roger Fritz. Sympathisch.
Ahoi
Franz


P.S.: Ich habe übrigens zwei deutsche Filme verpasst, die ich unbedingt noch sehen will: "Das merkwürdige Kätzchen" von Ramon Zürcher und "Silvi" von Nico Sommer. Wenn Ihr das lest, schickt mir eine DVD. Im Austausch Filme oder Revolverhefte zurück ;-)

Google Bildersuche: Berliner Schule:




Samstag, 16. Februar 2013

ZWEITE CHANCE

Zwei Filme, die ich nach dieser Berlinale empfehlen kann, die vielleicht dem ein oder anderen oder der ein oder anderen entgangen sind und die trotzdem demnächst wieder zu sehen sein werden:

IN BLOOM von Nana Ekvtimishvili und Simon Groß


Da gibt es eine atemberaubende Szene auf einer Hochzeitsfeier, die einfach alles hat, was das Kino bieten kann. Schon der Schnitt (Stefan Stabenow) zur Feier hin großartig. Dann ein Schwenk (Oleg Mutu) auf das Geschehen: Die Gesichter der beiden Protagonistinnen (Lika Babluani und Mariam Bokeria). Ein Tanz, der dermaßen dicht inszeniert ist - ein Stein, wem da nicht das Herz aufgeht.


 (Leider gibt es kein Foto im Netz von der Einstellung bei der Hochzeit)


DIE RUHE BLEIBT von Stefan Kriekhaus


Ein Meisterwerk. Nichts, aber auch gar nichts gibt es da zu meckern. (Außer vielleicht, dass der Titel nicht übers Walkie Talkie durchgefunkt wird, damit auch Nichtfilmer die Doppeldeutigkeit verstehen.)
Das Timing, mit dem Jakob Bieber als Protagonist und Patrick Orth an der Kamera das deprimierend langweilige Los eines Setpraktikanten zur Komödie machen, macht einfach Freude. Dazu das Glück, dass über die Landschaft im Film die Dämmerung hereinbricht wie über den Protagonisten. Eine Allegorie, die nichts gewolltes hat, weil sie beiläufig entstanden scheint - wie der ganze Film. Sehr persönlich und damit universell.


(eingestellt von Franz)

Dienstag, 12. Februar 2013

BERLINALE SHORTS



Nach der langen Sichtungsphase gemeinsam mit Anna Henckel-Donnersmarck, Wilhelm Faber, Maria Morata, Egbert Hörmann, RP Kahl und der Sektionsleiterin Maike Mia Höhne, haben ich die Freude  mit Maike und Anna einige Programme unserer ausgewählten Kurzfilme mit ihren Schöpfern in Berlin vorstellen zu dürfen. Im Kino Colosseum im Prenzlauer Berg zur 17.45 Vorstellung bekommt man erfahrungsgemäß auch leichter Karten als am Potsdamer Platz. 

In der Mischung unserer fünf Programme lebt das ganze Spektrum der Filmkunst: Animation & böse Satire wie in WHALED WOMEN (Ewa Einhorn, Jeuno JE Kim), dokumentarischer Blick wie in AL INTITHAR (Mari Rizzi), Versuchsanordnungen wie in  THE SILENT PASSENGER (Hirofumi Nakamoto), Musikexperimente wie A COUP DE COUTEAU DENTÉ (Clément Decaudin) oder BETWEEN REGULARITY AND IRREGULARITY (Masahiro Tsutani)und klassisch eleganter Spielfilm wie LA FUGUE (Jean-Bernard Marlin) ABOUT NDUGU (David Munoz) und DIE RUHE BLEIBT (Stefan Kriekhaus).

Neu ist der berlinaleshorts Blog, in dem erste Texte zu den Filmen zu finden sind. Wir freuen uns auf Euch!

(Saskia Walker)

Samstag, 9. Februar 2013

HALBSCHATTEN

HINWEIS AUF AKTIVITÄTEN DER MITGLIEDER:
NICOLAS WACKERBARTH

Freue mich auf heute Abend! Da wird mein neuer Film HALBSCHATTEN in dem schönen Delphi Filmpalast seine Premiere feiern. Termine der anderen Berlinale Screenings habe ich beigefügt. Einen ersten Trailer findet ihr hier. Eine erste Besprechung ist in Screen Daily.




Berlinale Screenings:
09.02.13 18:00 Delphi Filmpalast
10.02.13 13:45 CineStar 8
11.02.13 21:30 Tilsiter Lichtspiele (Berlinale Goes Kiez)
13.02.13 22:30 Cubix 9
17.02.13 17:30 Arsenal

(Nicolas Wackerbarth)

Freitag, 8. Februar 2013

REVOLVER BERLINALE PARTY II


Fotografie vom Festsaal Kreuzberg am 14. Februar 2012 um 4.14 Uhr MEZ. (Die Leute sind alle drinnen und tanzen)

Die Party wird 2013 nun doch wieder farbig, auch wenn wir damit nicht im Trend liegen, wie heute im Tagesspiegel nachzulesen ist:

"Aus 276 Einreichungen hat Linda Söffker, die Leiterin der Berlinale-Reihe Perspektive Deutsches Kino, in diesem Jahr sechs lange Spielfilme, drei Dokumentationen und zwei mittellange Werke ausgewählt. Die meisten davon zeigen einen Trend zur Vereinzelung. Der Gegenwarts-Mensch im Blick der Jungfilmer: entfremdet bis erschüttert. Beziehungen und Familie geben längst keinen verlässlichen Halt mehr, und wo die Liebe einschlägt, bricht erst recht der Boden weg."

(eingestellt von Franz und Peer, Bild von Jules de Balincourt)

Freitag, 1. Februar 2013

REVOLVER BERLINALE PARTY 2013



SONNTAG, 10. 2. 2013 

FESTSAAL KREUZBERG
(Skalitzer Straße 130)

22 h - open end

DJs:
CAPABLANCA (Gomma Berlin) 
TYLER POPE (LCD Soundsystem, Chk Chk Chk) 

+

MONARCH
(Skalitzer Str. 134, Eingang Stahltür gegenüber Döner-Laden)

23 h - open end 

DJs:
GINA D´ORIO
CLAUDIA BASRAWI

=

Gemeinsamer Eintritt: 5 Euro 


Verkehrsverbindung: Kottbusser Tor U1/U8

(Eingestellt von Christoph)