Sonntag, 30. September 2012

SPRECHEN ÜBER CURTIS

Hinweis auf Aktivitäten der Mitglieder:
Christoph Hochhäusler


Adam Curtis

Am kommenden Freitag (5.10.2012, um 20 h) werde ich zusammen mit Dirk Cieslak und Anett Hardegen in der VIERTEN WELT (Zentrum Kreuzberg) über den britischen Filmemacher Adam Curtis sprechen. Der Eintritt ist frei. Interessierte sind herzlich eingeladen, mitzusprechen. (Ein bisschen) mehr dazu hier.

(Eingestellt von Christoph)

Freitag, 28. September 2012

WERKSTATTGESPRÄCH FRANÇOIS OZON

Hinweis auf Aktivitäten der Mitglieder:
Marcus Seibert



Am Freitag den 5. Oktober halte ich um 15 h im Museum für Angewandte Kunst (MAKK) in Köln ein einstündiges Werkstattgespräch mit François Ozon anlässlich seines neuen Films DANS LA MAISON und der Verleihung des Kölner Filmpreises. Ich weiß nicht, ob man als Zuhörer bei der Cologne Conference akkreditiert sein muss. Das Gespräch wird jedenfalls auf Französisch geführt und simultan gedolmetscht.

Marcus

Donnerstag, 27. September 2012

FILMBÜHNE: 'SCHÖNHEIT'



Feiert am Sonntag (30.09.2012, 20 h) Vorpremiere in der Volksbühne:  SCHÖNHEIT von Carolin Schmitz (D 2011, 81 Minuten).

(Eingestellt von Christoph)

Freitag, 21. September 2012

SCHICHT UM SCHICHT

Der deutsche Schauspieler Sebastian Urzendowsky spielt in Mia Hansen-Løves UN AMOUR DE JEUNESSE eine Hauptrolle. Er hat uns ein paar Zeilen und Bilder vom Set geschickt, die ich hiermit gerne weitergebe. Der Film ist ab nächsten Donnerstag (27.09.12) im Kino zu sehen.

„Die Art zu drehen, war eine der schönsten Erfahrungen für mich. Mia nimmt sich sehr viel Zeit fürs Erzählen und auch fürs Drehen. Ich habe noch nie erlebt, so viele Takes zu machen, ohne dass es langweilig oder mechanisch wurde, sondern mit dem Gefühl, Schicht um Schicht kommt etwas hinzu, gewinnt die Szene an feinen und manchmal unscheinbaren Details und damit an Intimität.“

Sebastian Urzendowsky

Loirebrücke
Gymnasium Camille
(Eingestellt von Christoph)

Donnerstag, 20. September 2012

BITOMSKYS 'GELIEHENE LANDSCHAFTEN'


Veranstaltungshinweis: 

Freitag, 28. September 2012, 19 Uhr 

GELIEHENE LANDSCHAFTEN. Zur Praxis und Theorie des Dokumentarfilms 

Buchpräsentation mit Filmausschnitten von Hartmut Bitomsky und anschließender Diskussion zwischen Hartmut Bitomsky (Filmemacher, Berlin) und Michael Baute (Autor und Medienarbeiter, Berlin) Ort: Buchhandlung Walther König, Burgstraße 27, 10178 Berlin.

(Eingestellt von Christoph)

Mittwoch, 19. September 2012

UN AMOUR DE JEUNESSE



Startet am 27.09.2012 endlich in Berlin: Mia Hansen-Løves UN AMOUR DE JEUNESSE (Frankreich 2011). 

In Revolver Heft 24 findet sich ein Interview mit Mia, das Benjamin Heisenberg und ich im letzten Jahr in Paris gemacht haben. Dort sagt sie: 

„Ich habe einen Sinn für das Romanhafte. Aber daraus ergibt sich eine Mischung aus Strenge der Narration und einer gewissen Freiheit der Schreibweise in den einzelnen Szenen. Wenn ich anfange zu schreiben, weiss ich sehr wohl, wohin es geht, aber nicht unbedingt im Sinne des Plots, sondern im Sinne der Emotionen, zu denen der Film tendiert. Alles hängt an einem einzigen Gefühl.”

In der aktuellen Cargo schreibt Michael Baute über den Film „es ist schön dabei zu sein, wie dieser Film sich aus Einzelheiten zusammensetzt, die einzeln nichts Besonderes bedeuten.” 

(Eingestellt von Christoph)


Montag, 17. September 2012

SONNTAG: 'DESCRIPTION D'UN COMBAT'

Veranstaltungshinweis:



Filmvorführung DESCRIPTION D'UN COMBAT (Chris Marker, 1961) am 23. September 2012 um 12 Uhr im Arsenal – Institut für Film und Videokunst, Potsdamer Str. 2, 10785 Berlin.

Begrüßung durch Berlinale-Direktor Dieter Kosslick. Im Anschluss Diskussion mit Anke Leweke und [Revolver-MitherausgeberChristoph Hochhäusler. Markers Film, selten zu sehen, hat 1961 den „Goldenen Bären für den besten Dokumentarfilm” bekommen. Mehr dazu hier

(Eingestellt von Christoph)

CHRIS MARKER: DEUTSCHER FILM ADIEU?

Das Treffen der deutschen Filmclubs, das jedes Jahr in einer kleinen Stadt, abseits allen Traras, stattfindet, ist ziemlich einzig in seiner Art. Zunächst wegen seines internationalen Charakters: es ist viel mehr als eine Begegnung deutscher Filmclubleiter; alle möglichen Leute aus der Branche nehmen daran teil. Man hat hier Flaherty vor seinem Tode gesehen, Paul Rotha, Jacques Becker, Le Chanois, Staudte, Rouquier, Käutner, dieses Jahr Tati. Die Stars kommen nicht zur Parade hin, sondern um zu bestimmten Recherchen beizutragen. Gérard Philippe wurde gesehen, der La beauté du diable vorführte, Howard Vernon verteidigte Le silence de la mer (zwei Filme, deren Sinn und Bedeutung sich in deutscher Umgebung ganz anders ausnehmen). Damit komme ich zur zweiten Charakteristik dieses Treffens: die Publicity spielt hier kaum eine Rolle, Mondänitäten überhaupt keine. Die Meinungsverschiedenheiten können zahlreich sein, aber eins ist gewiß: es finden sich hier nur solche Leute ein, die den Film lieben. Ein guter Film läßt Wogen der Begeisterung im Publikum aufbranden, ein Film, bei dem die Meinungen auseinandergehen, provoziert Handgreiflichkeiten am Ausgang. Niemand glaubt, eine Rolle spielen zu müssen; man ist nicht auf einem Festival; es gibt keinen Preis, kein Markten, keine Einflüsse, wenig Diplomatie. In einem Lande, das uns im übrigen in dieser Hinsicht nicht verwöhnt, ist das eine kleine Insel der Freiheit. Dadurch, daß sie diese Initiative unterstützen und jedes Jahr die Teilnahme französischer Cineasten und Kritiker erleichtern, verdienen das Kultusministerium und das Bureau de Cinéma von Mainz mehr als das übliche Hutschwenken vor den Organisatoren. Albert Tanguy, der das Bureau in Mainz leitet, zeichnet sich gleichfalls durch seine Liebe zum Film aus, und man freut sich, einen Mann zu sehen, in dem Amt und Berufung so genau zusammenstimmen. Verfälsche ich ihrer aller Absichten, wenn ich schreibe, daß Bad Ems dieses Jahr, wie in früheren Jahren Titisee, Bacharach, Lindau, einer der wenigen Orte gewesen ist, wo man den Film weder als Handelsware noch als Propagandainstrument betrachtete, noch auch im Gegenteil als ein ›Harth‹, um das man außer sich gerät, sondern vor allem als ein wunderbares Spielzeug, als die elektrische Eisenbahn von Orson Welles, frivol und ernst, wie Spielzeug sein kann, das dem ›kindlichen‹ Teil in uns entspricht, der bestimmt nicht der am wenigsten tiefe, noch der schlechteste ist.


Samstag, 15. September 2012

FASSBINDEROLOGIE / ANGRIFFE


Heute um 16h im .CHB: 

FASSBINDEROLOLGIE / Performance Alban Lefranc und Julien Lacroix (Paris) 
(ca. 30min)

Geschichte, faustkämpferische Praxis, Philosophie, Schach und Zahlentheorie streifend, werden die beiden Conferenciers mit wissenschaftlicher Genauigkeit jenseits aller fachlichen Zweifel beweisen, wie man anhand von Werk und Leben des berühmten deutschen Filmemachers die meisten historischen Phänomene der letzten drei Jahrtausende erklären kann. 

Heute um 20h im .CHB: 

ANGRIFFE / Lesung von Alban Lefranc, Diskussion mit Hendrik Jackson 
(ca. 60min) 

„Er war siebenunddreißig Jahre alt. Lassen Sie sich diese Zahl durch den Kopf gehen. Sein Name war nicht so bekannt wie der Johannes-Paul II., wurde weltweit weniger oft in der Sekunde genannt als der von Warhol, Beuys, John Lennon, Andreas Baader oder Jean-Luc Godard. Siebenunddreißig Jahre, dreiundvierzig Filme, keine Kinder. Seine Schenkel waren noch geschmeidig und er spürte gern, wie fest sie waren, wenn er beim Pinkeln die Knie beugte, doch der Rest seines Körpers englitt ihm in alle Richtungen. Ständig lief es aus ihm heraus, aus allen Körperöffnungen, aus allen Toren, er hatte nichts mehr unter Kontrolle. Das war mittlerweile das größte Problem: Sein Körper lief aus, ohne dass er noch irgendetwas in ihn hineinbringen konnte. Denn nichts, was von außen in den Mensch hineingeht, macht ihn unrein; sondern das, was aus dem Menschen hinausgeht, das macht den Menschen unrein. Er hatte sehr früh vorausgeahnt, dass es an den Durchgangsschleusen scheitern könnte, schon in den ersten Jahren. Deshalb hatte er unter seiner Haut beträchtliche Massen Fett, Gesichter, Filme und Bücher angestaut. Doch die Reserven wurden knapp. Er ließ Kotze, Blut, Scheiße und ängstliche Geständnisse von sich. Der Prozess hatte sich in den letzten Wochen beschleunigt. Doch das war nicht das Schlimmste. Das Schlimmste war nicht das Delirium seiner Organe, der Satz, mit dem sich Wesen und Dinge jeder Greifbarkeit entzogen, wenn er sie packen wollte. Das Schlimmste war nicht, dass er es sah, es spürte und daran zerbrach. Das Schlimmste war, dass er auch den geringsten Drang nach Erlösung verloren hatte.“ 

(Alban Lefranc, Angriffe. Übersetzung: Katja Roloff; Verlag Blumenbar) 

www.handsonfassbinder.de 

(Eingestellt von Saskia)

Freitag, 14. September 2012

FILME FÜR WEN?


Filme für wen? Die abwesenden Adressaten der Filmarbeit
Véronique Goël im Gespräch mit Tobias Hering
SO 16. September / 18:30 Uhr im Collegium Hungaricum Berlin (.CHB)

Gilles Deleuze hat einen Gedanken von Paul Klee einmal so paraphrasiert: "Es gibt kein Kunstwerk, das sich nicht an ein 'abwesendes Volk' richten würde, an diejenigen, die nicht mehr oder noch nicht da sind." Zum einen hat er damit eine gewisse Unzeitgemäßheit angesprochen, auf die sich die künstlerische Arbeit einlassen muss. Mit der Vorstellung des 'abwesenden Volkes' verbindet sich aber auch der Gedanke, dass gerade die Abwesenheit und die Leere den Raum eröffnen, in den das Kunstwerk hinein spricht und auf sein Echo lauscht. Politisches Kino ist für Deleuze nur denkbar, wenn es Bezug nimmt auf ein Volk, das fehlt.

Im Gespräch mit der Filmemacherin Véronique Goël geht es um die Frage nach den abwesenden Adressaten und um konkrete filmische Gesten, sich an den Anderen zu wenden. Zwei kürzere Arbeiten Goëls sowie zwei Kurzfilme von Jean-Marie Straub (einer noch gemeinsam mit Danièle Huillet) stellen Bezugspunkte her: Film als eine Form des abwesend-anwesend Seins, als eine Möglichkeit, den "Schritten, die sich ins Off entfernen, die Treue zu halten", wie es Danièle Huillet einmal formuliert hat.

Joachim Gatti und Europa 2005, 27 Octobre lassen sich als "Cinétracts" beschreiben: prägnante, zeitnahe Reaktionen auf tagespolitische Ereignisse. Joachim Gatti ist einem jungen Mann gewidmet, dem während einer Demonstration in Paris von einem Polizisten mit einem Gummigeschoss ein Auge ausgeschossen wurde. Europa 2005, 27 Octobre besteht aus fünf beinahe identischen Schwenks über eine Sackgasse im Pariser Banlieue Clichy-sous-Bois, in der am 27. Oktober 2005 zwei Jugendliche auf der Flucht vor der Polizei in einem Starkstrom-Trafo starben.

Véronique Goëls Soliloque 2 - la barbarie ist ein Travelogue und um einen Briefwechsel zwischen einer Frau und einem Mann aufgebaut. Während die Briefe einander suchen, sind deren Adressaten unterwegs in Rom, New York, Berlin und verfehlen sich. Mit der Nachricht vom Tod des Mannes wird der Film zu einer stummen Reflexion über das Vergessen und die Resignation angesichts der Gleichzeitigkeit von persönlicher Trauer und unfassbarer Barbarei andernorts.

Die zweite Hälfte von Soliloque 2 besteht aus fließend ineinander komponierten Travellings durch West-Berlin. Bei diesen Aufnahmen war Luc Yersin für den Ton verantwortlich, mit dem Véronique Goël zuvor bereits ihren ersten Spielfilm, Un autre été (1981), gedreht hatte. Als Yersin 2008 starb, widmete ihm Véronique Goël den Film So Long No See, ein Epitaph, das aus den Schnittenden eines anderen Films entstand, in dem Berlin 25 Jahre nach Soliloque 2 erneut zu sehen gewesen wäre, den sie jedoch nie fertig gestellt hat. In So Long No See versichert sich die Erzählerin ihres Gegenübers erneut in Briefform: ein Brief an einen Dritten (Goëls langjährigen Weggefährten Stephen Dwoskin, der seinerseits im vergangenen Juni gestorben ist) reflektiert auf die Abwesenheit Yersins und erzählt von der Stille, die durch seinen Tod in die Welt kam. Wo ist der Ton? In ihren mehrfachen Bezügen erzählen beide Filme von den Wahlverwandschaften und Nähen in der Filmarbeit, bezeugen aber auch, dass die filmische Geste stets auf das zielt, was im Off bleibt.

Tobias Hering



Filmprogramm:
JOACHIM GATTI  Jean-Marie Straub - 2009 - 2'
EUROPA 2005, 27 OCTOBRE Jean-Marie Straub, Danièle Huillet - 2006 - 11'  
SO LONG, NO SEE Véronique Goël - 2009 - 16' 
SOLILOQUE 2 / LA BARBARIE Véronique Goël - 1982 - 20'

Das filmische Werk von Véronique Goël (*1951) umfasst bis dato siebzehn lange und kurze Arbeiten, darunter Spielfilme, Experimentalfilme und dokumentarische Essays. Sie arbeitet auch als plastische Künstlerin und Fotografin und lebt in Genf. 




Tobias Hering (*1971) kuratiert thematische Filmprogramme und produziert Texte an den Schnittstellen von Film, Kunst, Literatur und Politik. Er lebt in Berlin.

Die Veranstaltung findet im Rahmen von HANDS ON FASSBINDER statt.

Donnerstag, 13. September 2012

DELETED VELVET



(Eingestellt von Christoph)

REVISION


Heute startet REVISION in den Kinos, ein Film, den wir unbedingt empfehlen. Es ist ein außergewöhnlicher Dokumentarfilm, der um den Tod zweier Männer kreist, die 1992 in der Nähe der deutsch-polnischen Grenze von Jägern erschossen worden sind.

Am Sonntag den 16. September sprechen wir dann mit Philip Scheffner und Merle Kröger über ihren neuen Film. Es wird um Geschichtsbilder, dokumentarische Ausdrucksformen und das Arbeiten in der Gruppe gehen. Die Veranstaltung findet im Rahmen von HANDS ON FASSBINDER statt.

SO 16. September 17:00 Uhr
Collegium Hungaricum Berlin (.CHB)
Dorotheenstr. 12
10117 Berlin

(eingestellt von Hannes)

Mittwoch, 12. September 2012

DER BLICK AUF DIE LEINWAND


Während die Digitalisierung praktisch in allen Bereiche des Films Einzug gehalten hat, stellte die Projektion im Kino den letzten Ort dar, an dem die Arbeit mit analogem Filmmaterial noch die Regel war. Doch auch dies ändert sich gerade rapide. Dieser Wandel birgt verschiedene Probleme mit sich (dazu hier die New York Times und hier David Bordwells umfassende Blog-Einträge). Besonders prekär stellt sich dabei die Situation für den Umgang mit einer (nicht digitalisierten) Filmgeschichte dar.

Am kommenden Samstag wird im Rahmen von HANDS ON FASSBINDER darüber mit Alejandro Bachmann vom Österreichischen Filmmuseum gesprochen. Das Filmmuseum vertritt eine Position, in der der Materialcharakter des Films eine zentrale Rolle spielt. Im ihrem Misson Statement heisst es dazu: "Das Österreichische Filmmuseum vertritt das Prinzip, dass der Film selbst - als Artefakt und als Ereignis, im Archiv wie in der Vermittlungs- und Ausstellungstätigkeit - Priorität vor den Derivaten und Faksimiles des Films hat. Die Bewahrung von Film impliziert daher immer auch die Bewahrung seiner spezifischen technischen und räumlichen Ausstellungsform, d.h. die Bewahrung der Sichtbarkeit und Verständlichkeit von Film im Modus der analogen kinematografischen Aufführung."

Veranstaltungsbeginn wird 16:00 Uhr sein. Das komplette Programm sowie weitere Informationen gibt es unter www.handsonfassbinder.de

(eingestellt von Hannes)

REVOLVER LIVE! (30) – CLOSE-UP 'ARSENAL'

E  I  N  L  A  D  U  N  G


























CLOSE-UP 'ARSENAL'

Innenansichten einer modernen Kinemathek

Milena Gregor, Birgit Kohler und Stefanie Schulte Strathaus im Gespräch mit Ekkehard Knörer und Christoph Hochhäusler.


Am Samstag, den 15.09.2012 um 18 h im Centrum Hungaricum Berlin (.CHB)*,

im Rahmen von Hands on Fassbinder.

Das Berliner ARSENAL gehört zu den bekanntesten Filminstitutionen Europas. Als „Institut für Film und Videokunst e.V." betreibt es nicht nur das wichtigste Kino Berlins, sondern ist unter anderem auch in Sachen Vertrieb, Archivierung und – im Rahmen des Forums der Berlinale – als kuratorische Instanz aktiv. Die „Gralshüter(innen) der Filmkunst" – Milena Gregor, Birgit Kohler und Stefanie Schulte Strathaus stehen dem Verein gemeinsam vor – haben allerdings nicht nur mit einer dürftigen finanziellen Ausstattung und den Tücken des Standorts zu kämpfen. Es ist die Definition der Aufgaben selbst, die mehr und mehr zur kontroversen Frage wird. Angesichts eines Kinos, dessen – soziale, politische, ästhetische – Identität in Auflösung begriffen ist, wollen wir über Bedingungen, Ziele und Widersprüche einer modernen Kinemathek diskutieren.


Ziel ist ein offener Diskurs. Alle Filminteressierten
sind dazu herzlich eingeladen.


*

Collegium Hungaricum Berlin (Haus Ungarn)
Ungarisches Kulturinstitut
Dorotheenstraße 12
10117 Berlin

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Dienstag, 11. September 2012

HANEKE ÜBER HANEKE

Leider erscheint der von mir übersetzte Interviewband der französischen Herausgeber Michel Cieutat und Philippe Rouyer nicht zum Filmstart von Michael Hanekes neuestem Film »Liebe« (AMOUR) am 12. September. Dafür allerdings schon mal vorab der 38-seitige Auszug aus dem Buch, der sich mit Entstehung und Dreharbeiten des Films befasst. Zu beziehen als eBook über die Webseite des Alexander-Verlages (siehe unten). Das vollständige Buch, eine wirklich spannende Besichtigung des Gesamtwerks von Haneke in 350 Seiten Interview, erscheint vermutlich erst im Frühjahr. Ich werde noch mal drauf hinweisen.

http://www.alexander-verlag.com/programm/titel/305-LIEBE_Amour.html?order_by=c.erschienen&start=
 


(Eingestellt von Marcus)

PETTING ZOO

Leite hier gerne einen Aufruf von einem Debüt-Film weiter. Das Drehbuch von Micah Magee hat den Drehbuchpreis der New York Foundation for the Arts gewonnen, Match Factory ist auch mit an Bord.
Die Geschichte handelt von einem jungen schwangeren Teenager, die am Stadtrand von San Antonio, Texas lebt. Ein kleines Video und eine Projektbeschreibung zu der Crowdfunding-Kampagne findet ihr unter folgendem Link: PETTING ZOO  
Die Aktion läuft noch zehn Tage.

(eingestellt von Nicolas)

Montag, 10. September 2012

ULRICH GREGOR 80


Ulrich Gregor – Filmkritiker, Filmhistoriker, Festivalleiter, Gründer der Freunde der Deutschen Kinemathek und des Kinos Arsenal usw. – wird 80 und das wird (unter anderem) mit einem selten zu sehenden Film begangen, natürlich im Arsenal.  

Di, 18.9., 20h, mit anschließendem Umtrunk 
VALEHTELIJA Der Lügner Mika und Aki Kaurismäki Finnland / BRD 1981 OmE 53‘ Der Film ist eine eigenwillige Hommage an den Gangsterfilm, Jean-Pierre Léaud und die Nouvelle Vague. Mit Aki als unheilbarem Lügner Ville Alfa in der Hauptrolle läutete er eine neue Zeit im finnischen Kino ein.  

Hier ein wunderschönes Interview vom letzten Jahr, gemeinsam mit seiner Frau und Mitstreiterin Erika Gregor. Darin gibt es diesen schönen Merksatz für Festivalbesucher: „Wenn man isst, schläft man ein.”

Wir gratulieren schon mal sehr herzlich!  

(Eingestellt von Christoph)

Freitag, 7. September 2012

HANDS ON FASSBINDER #4 WER LIEBT - ARBEITEN IN DER GRUPPE




HERZLICHE EINLADUNG

Am nächsten Wochenende 15. und 16. September geht es weiter mit üppigem Programm 

HANDS ON FASSBINDER zum Thema 
WER LIEBT - ARBEITEN IN DER GRUPPE
im .CHB in Berlin. 

Filme werden nicht alleine gemacht. Sie richten sich an ein spezielles Publikum und benötigen eine eigene Technik, um sie aufzuführen: anscheinend evidente Thesen, die selten offen verhandelt werden. Wie arbeiten Kollektive, Paare, Gruppen? Wie funktioniert die Zusammenarbeit? An wen sind die Arbeiten adressiert und wer denkt über die Aufführungsweisen nach, wenn analoge Formate im Kino sich mit digitalen vermischen? 

„Ja, man muss fragen, was ist eine Gruppe? Sind Leute eine Gruppe, die über das Ergehen der Gruppe selbst bestimmen, oder sind Leute eine Gruppe, die aus irgendwelchen Gründen eine Gruppe bilden. Und in dem Fall war's so, dass die Gruppe 'ne Gruppe war, ich sag das, ob's arrogant klingt oder nicht, weil es mir zu der Zeit mehr Spaß gemacht hat, mit denselben Leuten weiter zusammen zu arbeiten als mit Fremden." (RWF im April 1975 im Gespräch mit Corinna Brocher „Die Gruppe, die trotzdem keine war" in „Fassbinder über Fassbinder", Hg. Robert Fischer, 2004)

Davor zeigen wir im Zeughauskino
am 13. September FONTANE EFFI BRIEST um 20.00
und am 14. September FAUSTRECHT DER FREIHEIT um 18.30 
und WARNUNG VOR EINER HEILIGEN NUTTE um 21.00


S  A  M  S  T  A  G

15.09.2012 / 16:00 UHR / .CHB / PERFORMANCE 
›Fassbinderologie‹ – Alban Lefranc und Julien Lacroix [Veranstaltungssprachen: Englisch, Deutsch]
Anlässlich der Publikation seines Romans FASSBINDER, LA MORT EN FANFARE bei Payot/Rivages in Frankreich, präsentiert Alban Lefranc zusammen mit Julien Lacroix die Grundlagen einer neuen Wissenschaft: der ›Fassbinderologie‹. Geschichte, faustkämpferische Praxis, Philosophie, Schach und Zahlentheorie streifend, werden die beiden Conferenciers mit wissenschaftlicher Genauigkeit jenseits aller fachlichen Zweifel beweisen, wie man anhand von Werk und Leben des berühmten deutschen Filmemachers die meisten historischen Phänomene der letzten drei Jahrtausende erklären kann.

FILMDOKUMENT / GESPRÄCH
Aufgezeichnete Diskussion mit R.W. Fassbinder anlässlich der Aufführung von FAUSTRECHT DER FREIHEIT im Österreichischen Filmmuseum am 2. November 1975 (22 Minuten).

Anschließend: Alejandro Bachmann im Gespräch mit Hannes Brühwiler über die Arbeit des österreichischen Filmmuseums in Bezug auf Bewahrung, Präsentation und Vermittlung von Filmgeschichte. Der Fokus liegt dabei auf der Praxis der Kinoaufführung angesichts fortschreitender Digitalisierung im Bereich der Archivierung und Präsentation. Gerade Filmmuseen und -archive stellt dies vor grundlegende Probleme. Dabei geht es nicht um Fragen der Qualität oder Nostalgie, sondern darum, wie dies den Blick auf Filmgeschichte verändert.

18.00 UHR / .CHB / GESPRÄCH
„Close-up Arsenal: Innenansichten einer modernen Kinemathek" – Stefanie Schulte Strathaus, Birgit Kohler, Milena Gregor im Gespräch mit Christoph Hochhäusler und Ekkehard Knörer
Das Berliner ARSENAL gehört zu den bekanntesten Filminstitutionen Europas. Als „Institut für Film und Videokunst e.V." betreibt es nicht nur das wichtigste Kino Berlins, sondern ist unter anderem auch in Sachen Vertrieb, Archivierung und – im Rahmen des Forums der Berlinale – als kuratorische Instanz aktiv. Die „Gralshüter(innen) der Filmkunst" – Milena Gregor, Birgit Kohler und Stefanie Schulte Strathaus stehen dem Verein gemeinsam vor – haben allerdings nicht nur mit einer dürftigen finanziellen Ausstattung und den Tücken des Standorts zu kämpfen. Es ist die Definition der Aufgaben selbst, die mehr und mehr zur kontroversen Frage wird. Angesichts eines Kinos, dessen – soziale, politische, ästhetische – Identität in Auflösung begriffen ist, wollen wir über Bedingungen, Ziele und Widersprüche einer modernen Kinemathek diskutieren.

20:00 UHR /.CHB / LESUNG
Angriffe auf dem Weg im Schnee am Abend / Fassbinder, la mort en fanfare, Alban Lefranc, Moderation: Hendrik Jackson
Lefranc verschränkt Fiktion und Dokumentation, um mehrere mögliche Leben von Fassbinder neu zu erfinden. Er imaginiert, dass Fassbinder in einer Allmachtsphantasie, seinen letzten Film mit Mohammed Ali realisieren würde. Das Leben Fassbinders wird zu einer fiktionalen Matrize für das Bild einer neuen Art von Erlkönig, in seiner ganzen Macht und Zerbrechlichkeit.„Er war siebenunddreißig Jahre alt. Lassen Sie sich diese Zahl durch den Kopf gehen. Sein Name war nicht so bekannt wie der Johannes-Paul II., wurde weltweit weniger oft in der Sekunde genannt als der von Warhol, Beuys, John Lennon, Andreas Baader oder Jean-Luc Godard. Siebenunddreißig Jahre, dreiundvierzig Filme, keine Kinder."


S  O  N  N  T  A  G

16.09.2012 / .CHB / 17:00 UHR / GESPRÄCH
Philip Scheffner und Merle Kröger im Gespräch mit Toby Ashraf und Hannes Brühwiler
Philip Scheffners und Merle Krögers Arbeiten lassen sich als filmische Vergangenheitsreisen zwischen dokumentarischem Experiment, Essay und detektivischer Spurensuche beschrieben. Ihre drei Filme – THE HALFMOON FILES, DER TAG DES SPATZEN und REVISION – kreisen dabei um die deutsch-europäische Zeitgeschichte. In REVISION blicken sie auf einen juristisch bereits abgeschlossen Fall: 1992 wurden nahe der deutsch-polnischen Grenze zwei Männer auf einem Feld von Jägern erschossen. Was ist geschehen? Wer waren die Männer? Ein Gespräch über Geschichtsbilder, dokumentarische Ausdrucksformen und das Arbeiten in der Gruppe.

18:30 UHR / .CHB / FILME UND GESPRÄCH 
„Liebe, Arbeit, Kino, ja, aber für wen?" Tobias Hering im Gespräch mit Véronique Goël [Veranstaltungssprache: Französisch mit deutscher Übersetzung]
Tobias Hering hat die Filmemacherin Veronique Goël eingeladen, über die Adressaten der filmischen Arbeit zu sprechen, über die Abwesenden, an die sich Filme richten und für die sie gemacht sind. Beispiele aus Goëls eigener Arbeit sowie zwei Kurzfilme von Jean-Marie Straub und Danièle Huillet zeigen verschiedene Gesten, sich an den Anderen zu richten: Widmung, Frage, Brief, Evokation, Schweigen.
Dank an Barbara Ulrich, Filmmuseum München und Regenbogen-Kino Berlin.

Filmprogramm:
JOACHIM GATTI  Jean-Marie Straub - 2009 - 2'
EUROPA 2005, 27 OCTOBRE Jean-Marie Straub, Danièle Huillet - 2006 - 11'
SO LONG, NO SEE Veronique Goël - 2009 - 16'
SOLILOQUE 2 / LA BARBARIE Veronique Goël - 1982 - 20'


Alle weiteren Informationen unter www.handsonfassbinder.de


Mittwoch, 5. September 2012

CARGO # 15


Das neue Cargo-Heft ist erschienen. Aus dem Inhalt:


Chris Marker // Piraterie/Ökonomie // «Der gewöhnliche Mensch des Kinos»: Jean-Louis Schefer // Heimsuchung: Patrick Roth im Gespräch // Werkporträts: Éugene Green / Leos Carax // Eija-Liisa Ahtila // Harun Farocki // Georges Perec // Blaxploitation // Pierre Schoeller: L'EXERCICE DE L'ÉTAT 

Ein ausführliches Inhaltsverzeichnis findet sich hier, Verkaufsstellen dort, und natürlich kann man Cargo auch abonnieren.

(Eingestellt von Christoph)

WERNER HERZOG 70



Heute wird Werner Herzog 70. Wir gratulieren herzlich. 

Das Video oben ist ein Ausschnitt aus dem Film von Christian Weisenborn und Erwin Keusch WAS ICH BIN SIND MEINE FILME (1978). Sein Gesprächspartner ist Laurens Straub; es geht um Einsamkeit, die Obszönität leerer Ferienhäuser und nagende Ratten... 

Am 26. Oktober findet ein Symposium zu Werner Herzog in der Deutschen Kinemathek statt. Mehr dazu demnächst.

(Eingestellt von Christoph)

Montag, 3. September 2012

APRÈS MAI



Ein Clip aus Olivier Assayas' neuem Film APRÈS MAI, der gerade in Venedig Premiere hatte. Dem Vernehmen nach ein autobiographisch angehauchter Entwicklungsroman, „Portrait des Künstlers als junger Mann”, in bewegten Zeiten.

(Eingestellt von Christoph)

Samstag, 1. September 2012

FAUST-PREIS FÜR DORST/EHLER


Kurze, herzliche Gratulation: Tankred Dorst und seine Schreibpartnerin Ursula Ehler erhalten den Faust-Preis für ihr Lebenswerk. Das Duo hat neben zahllosen Arbeiten für die Bühne auch einige Filme geschrieben, darunter drei, die Tankred Dorst eigenhändig inszeniert hat, nämlich KLARAS MUTTER (1978), MOSCH (1980) und EISENHANS (1983) – für mich Höhepunkte des „Neuen Deutschen Films”. KLARAS MUTTER ist in der Revolver DVD Editon erschienen. Das schöne Revolver-Live-Gespräch mit den beiden ist in Revolver Heft 18 zu finden.



(Eingestellt von Christoph)