Freitag, 31. August 2012

LIRE LE CINÉMA







Das Kino steht unter dem Einfluss „neuer” Medien nicht so sehr im Sinne direkter Anleihen (obwohl der god mode des Computerspiels – das körperlose, allmächtige Auge – in viele populäre Filme Eingang gefunden hat, zum Beispiel hier) als in der Art, wie Filme heute gedacht und geplant werden. Ich habe verschiedentlich darauf hingewiesen, wie Werkzeuge der Analyse dem schwer fasslichen „Zeitkörper” näher rücken (zum Beispiel hier oder hier), wie Mash-up (zum Beispiel hier oder hier), Making-of, Audiokommentar oder „filmvermittelnde Filme” (zum Beispiel hier, hier oder hier) das Medium verflüssigen. In diesem Zusammenhang muss man auch die Arbeit der französischen Grafikerin Mathilde Lesueur sehen, die in verschiedenen Projekten das Kino grafisch umkreist, sei es im Hinblick auf die Farbigkeit (1), in Bezug auf Auflösungs- und Bewegungsmuster (2) oder dem Beziehungsgeflecht eines Rohmer-Films (3). Ihre Arbeiten sind dabei nicht auf Entzauberung aus; eher setzen sie die Bewegung und das narrative Spiel der Filme auf anderer Ebene fort. So oder so, ich kann einen Besuch auf ihrer Seite sehr empfehlen.

(Eingestellt von Christoph)

Donnerstag, 30. August 2012

SAMSTAG: 'TREFFER'

Willkommen in den 80ern: TREFFER. Regie: Dominik Graf, Buch: Christoph Fromm.

Wie berichtet startet Samstag im Berliner Zeughauskino die Werkschau Dominik Graf. Zum Auftakt (1.09.2012, 19.30 h) wird der 1984 entstandene Film TREFFER gezeigt. Vor der Vorführung wird der Kritiker Thomas Groh eine Einführung geben. 

(Eingestellt von Christoph)

Mittwoch, 29. August 2012

DER REINHOLD


Unfassbar schön und komplex ist für mich Gottfried Johns Darstellung des Reinholds in Fassbinders BERLIN ALEXANDERPLATZ. Selten wurde ein Bösewicht so widersprüchlich gezeigt: unsicher, sprunghaft, lächerlich, erotisch, paranoid, undurchschaubar, despotisch, gewalttätig, feminin.

Gottfried John hat heute 70. Geburtstag. Ein guter Anlass sich diesen Film (oder ein paar Folgen der Serie) noch mal anzuschauen.

(Eingestellt von Nicolas)

Dienstag, 28. August 2012

LAYLA FOURIE



Pia Marais (DIE UNERZOGENEN, IM ALTER VON ELLEN), gerade im Schnitt an ihrem neuen Film, hat uns ein erstes Bild geschickt. In dem Thriller LAYLA FOURIE spielt Rayna Campbell eine „alleinerziehende Mutter in Südafrika, deren Job es ist, einen Lügendetektor zu bedienen, dabei aber selbst in Verdacht gerät”, wie es vage in einer Produktionsveröffentlichung heißt. Ich bin sehr gespannt.

(Eingestellt von Christoph)

IN DER DREHTÜR


Kurz gemeldet: 

Olivier Père, der im Frühjahr letzten Jahres Gast bei Revolver Live! war, verläßt nach drei Jahren das Festival Locarno, um CEO bei Arte France Cinéma zu werden. Auf seinem Blog erläutert er die Gründe (jedenfalls ein bisschen: „I have taken this decision from a desire to open a new chapter in my professional life...”) und verabschiedet sich mit zwei (Film-) Zitaten, die offen für Interpretationen sind. Wir wünschen viel Glück bei Arte!

(Eingestellt von Christoph)

Sonntag, 26. August 2012

HANDS ON FASSBINDER # 4


WER LIEBT:
ARBEITEN IN DER GRUPPE

15. + 16. SEPTEMBER 2012
.CHB


Filme werden nicht alleine gemacht, richten sich an ein spezielles Publikum und benötigen eine eigene Technik um sie aufzuführen: anscheinend evidente Thesen, die selten offen verhandelt werden. Wie arbeiten Kollektive, Paare, Gruppen? An wen sind die Arbeiten adressiert und wer denkt über die Aufführungsweisen nach, wenn analoge Formate sich mit Digitalen vermischen? Am Samstag erfinden Alban Lefranc und Julien Lacroix die “Fassbinderologie”. Stefanie Schulte Strathaus, Birgit Kohler, Milena Gregor (Arsenal, Institut für Film und Videokunst e.V.) diskutieren mit Christoph Hochhäusler (Revolver), und Ekkehard Knörer (Cargo, Merkur) die Grundlagen ihrer Arbeit. Alejandro Bachmann vom Wiener Filmmuseum spricht über die Aufführungspraxis von Filmen und präsentiert ein unveröffentlichtes Filmdokument: Fassbinder zu Besuch im Filmmuseum Wien. Die Lesung aus dem Roman FASSBINDER, LA MORT A FANFARE von Alban Lefranc wird vom Dichter Hendrik Jackson moderiert. Die Regisseure Philip Scheffner und Merle Kröger sind am Sonntag im Gespräch mit Hannes Brühwiler und Toby Ashraf. Tobias Hering spricht mit der Schweizer Regisseurin Véronique Goel und zeigt Filme von Goel, Dwoskin und Straub.

http://www.handsonfassbinder.de/?page_id=274


Samstag, 25. August 2012

NEUE WELLE

Am Set von WANDELSTERNE. Im Pott: André Wilms. An den Kameras: Reinhold Vorschneider. Unsichtbare Regie: Benjamin Heisenberg.

Filme entstehen, so scheint es, in Wellenbewegungen. Eine ganze Reihe neuer deutscher Filme, auf die wir uns freuen, sind in Arbeit. Der zweite Spielfilm von Revolver-Mitherausgeber Nicolas Wackerbarth, HALBSCHATTEN, ist beinahe fertiggestellt (zuletzt hatte Nicolas UNTEN MITTE KINN gemacht). Revolver-Mitherausgeber Franz Müller (DIE LIEBE DER KINDER) hat im Sommer einen No-Budget-Film in Polen gedreht, jetzt steht die Postproduktion an. Maria Speth (MADONNEN) ist im Schnitt mit ihrem neuen Projekt ANONYM – der vorangegangene Dokumentarfilm 9 LEBEN war aus der begleitenden Recherche für dieses Projekt entstanden. Ebenfalls in der Postproduktion befindet sich Pia Marais (IM ALTER VON ELLEN), ihr Film heißt LAYLA FOURIE. Dominik Graf dreht (wie berichtet) DIE GELIEBTEN SCHWESTERN in Thüringen, Thomas Arslan (IM SCHATTEN) arbeitet in Kanada an seinem Goldsucher-Western GOLD, Revolver-Mitherausgeber Benjamin Heisenberg (DER RÄUBER) ist dabei, seine erste Komödie umzusetzen: WANDELSTERNE (siehe Foto). Jessica Hausner (LOURDES) ist in Vorproduktion mit ihrer Kleist-Liebestod-Geschichte AMOUR FOU. In den Startlöchern steht Isabelle Stever (GLÜCKLICHE FÜGUNG) mit HOTEL LOUNGE und auch ich hoffe bald meinen nächsten Film zu machen, Arbeitstitel: LICHTJAHRE. Christian Petzold (BARBARA) dreht voraussichtlich im nächsten Jahr PHÖNIX, Angela Schanelec (ORLY) macht DER TRAUMHAFTE WEG. Neue Projekte bereiten dem Vernehmen nach auch vor Valeska Grisebach (WESTERN), Romuald Karmakar, Ulrich Köhler, Henner Winckler, Maren Ade. 2013/14 könnte ein toller Jahrgang werden...

Update: David Hudson hat sich auf Fandor die Mühe gemacht, die im Netz verfügbaren Synopsen zu den TIteln oben zu sammeln.

(Eingestellt von Christoph)

Freitag, 24. August 2012

'GELIEBTE SCHWESTERN', 1. DREHTAG


Erster Drehtag in Thüringen: Dominik Graf dreht DIE GELIEBTEN SCHWESTERN, fürs Kino, nach seinem eigenem Drehbuch. Florian Stetter spielt den Dichter Friedrich Schiller zwischen zwei Lieben, den Schwestern Caroline und Charlotte – gespielt von Hannah Herzsprung und Henriette Confurius. Der Titel klingt Deutschlehrer-kompatibel, aber Graf verspricht einen Film mit wildem Herzen. Ich bin gespannt. Hier die offizielle Synopsis:

„Die Schwestern Caroline und Charlotte sind unzertrennlich. Während Caroline unglücklich verheiratet ist, sehnt sich Charlotte nach einem Gatten. Im Sommer 1788 verlieben sich beide Frauen in Friedrich Schiller. Der berühmte Dichter verdreht ihnen den Kopf und kann sich nicht entscheiden, bis ihm Caroline eine Menage à trois vorschlägt. Doch diese verläuft anders als erwartet.”

(Eingestellt von Christoph)

Dienstag, 21. August 2012

WERKSCHAU DOMINIK GRAF


Der September „gehört” Dominik Graf. Eine Werkschau im Berliner Zeughauskino zeigt vom 1.-17. einen Querschnitt seines vielfältigen Werkes, 25 Filme insgesamt. Programm: siehe unten. 

Am 8. September um 20 h – zwei Tage nach dem 60. Geburtstag des Regisseurs – wird er dann auch persönlich anwesend sein, anlässlich der Vorstellung des Buches „Im Angesicht des Fernsehens” (hg. von Chris Wahl, Marco Abel, Jesko Jockenhövel, Michael Wedel), das aus 16 unterschiedlichen Perspektiven ein vielschichtiges Werkporträt Grafs entwirft (Ich habe ein Vorwort beigesteuert). Der Eintritt ist frei.