Mittwoch, 30. Mai 2012

MAYBE VENICE

ADIEU AU LANGAGE (3 D) 
Jean-Luc Godard


ANONYM
Maria Speth


APRÈS MAI
Olivier Assayas


DANS LA MAISON
François Ozon


DIE QUELLEN DES LEBENS
Oskar Roehler


EDUCAZIONE SIBERIANA
Gabriele Salvatores


FOXFIRE
Laurent Cantet


FRANKENWEENIE
Tim Burton


GABO ET L'OMBRE
Manoel de Oliveira


GRAVITY
Alfonso Cuarón


HARD TO BE A GOD
Alexei German


JIMMY PICARD
Arnaud Desplechin


LA BELLA ADDORMENTATA
Marco Bellocchio


LE MAGASIN DES SUICIDES
Patrice Leconte


LIFE OF PI
Ang Lee


LOW LIFE
James Gray


MICHAEL KOHLHAAS
Arnaud des Pallières


PARADIES: GLAUBE
Ulrich Seidl


PASSION
Brian De Palma


RHINOS SEASON
Bahman Ghobadi


STOKER
Chan-Wook Park


THE GRANDMASTER
Wong Kar-Wai


THE MASTER
Paul Thomas Anderson


THE PLACE BEYOND THE PINES
Derek Cianfrance


TO THE WONDER
Terrence Malick

LET THERE BE LIGHT



Auf filmpreservation.org kann man seit kurzem eine restaurierte Version von John Hustons berühmter, nach Fertigstellung unterdrückter Kriegsdokumentation LET THERE BE LIGHT (USA 1946) streamen, der letzte von drei Dokumentarfilmen über den Zweiten Weltkrieg, die Huston als Captain im Army Signal Corps gemacht hat. Mich hat der Film (der erst in den 80er Jahren veröffentlicht wurde) damals, an der Hochschule, sehr beeindruckt, ich bin gespannt auf ein Wiedersehen.


Huston über die Entstehung:


„I visited a number of Army hospitals during the research phase, and finally settled on Mason General Hospital on Long Island as the best place to make the picture. It was the biggest in the East, and the officers and doctors there were the most sympathetic and willing…. The hospital admitted two groups of 75 patients each week, and the goal was to restore these men physically, mentally and emotionally within six to eight weeks, to the point where they could be returned to civilian life in as good condition—or almost as good—as when they came into the Army…. I decided that the best way to make the film was to follow one group through from the day of their arrival until their discharge…. When the patients arrived, they were in various conditions of emotional distress. Some had tics; some were paralyzed; one in ten was psychotic. Most of them fell into the general designation of ‘anxiety neurosis.’…. [Charles] Kaufman and I wrote the script as the picture was shot, which, I think, is the ideal way to make a documentary…. [The purpose] was to show how men who suffered mental damage in the service should not be written off but could be helped by psychiatric treatment…. The original idea was that the film be shown to those who would be able to give employment in industry, to reassure them that the men discharged under this section were not insane, but were employable, as trustworthy as anyone.”


...und über das Verbot des Films:


„The reason given was that it violated the privacy of the patients involved. I don’t think that was the real reason. The men who were in the picture—the patients whose recoveries we had witnessed—were proud of what they saw of themselves on the screen. As a matter of form, we had asked them to sign releases, and they were happy to do so. We pointed this out to the War Department, but when asked to produce these releases, we discovered that they had mysteriously disappeared. One day they were in the files at Astoria, and the next day they were gone. We then pointed out that, though the film indeed represented a deeply personal investigation into the innermost lives of these men, nothing was disclosed which might cause them to be ashamed. We proposed asking them individually to write letters of clearance, but the War Department said no. The authorities had made up their minds.”


Hier ein lesenswerter Text über den Film, von Kent Jones.


(via)


(Eingestellt von Christoph)

Dienstag, 29. Mai 2012

AYSUN BADEMSOY ÜBER 'EHRE'

Aysun Bademsoys Dokumentarfilm EHRE wird ab 31.5.2012 um 18.00 Uhr 
im Berliner FSK-Kino in Kreuzberg (am Oranienplatz, Segitzdamm 2) zu sehen sein. Am 1.6.2012 besteht nach dem Film Gelegenheit, mit der Regisseurin zu diskutieren. Nachfolgend ein Text über die Ursprünge des Projektes.




EHRE
Von Aysun Bademsoy


In den Neunzigerjahren arbeitete ich, um mein Studium zu finanzieren, in einem Frauenhaus in Berlin-Spandau. Ich betreute eine türkische Frau, Nuriye Bekir. Sie wurde später vor den Augen ihrer vier Kinder von ihrem Mann mit einer Gaspistole betäubt und anschließend mit 22 Messerstichen ermordet. Bei der Gerichtsverhandlung war ich als Zeugin geladen und musste über den Ehemann aussagen, der zum Entsetzen aller Zuhörer im Gerichtssaal davon überzeugt war, das Richtige getan, nämlich „im Namen der EHRE getötet“ zu haben. 


Vor drei Jahren wurde Hatun Sürücü von ihren Brüdern ermordet. Ich hatte in dieser Zeit mit den Recherchen für einen Dokumentarfilm begonnen, war auf Hatun Sürücü gestoßen und begleitete sie mehrere Monate durch ihren Alltag. Hatun hatte sich von ihrer Familie losgelöst. Sie lebte mit ihrem sechsjährigen Sohn Can allein in einer Zweizimmerwohnung in Berlin-Tempelhof und hatte eine Lehre begonnen. Sie hatte sich ein eigenes Leben aufgebaut. Ihr Abnabelungsprozess, die bewundernswerte Kraft, mit der sie für ihre Eigenständigkeit kämpfte, sollte Thema meines Projekts werden. Doch die Familie duldete ihre Unabhängigkeit nicht. Die Konsequenz war ein kollektiv geplanter Mord, ausgeführt von dem jüngsten Bruder, den sie liebte und der auserkoren wurde, weil das Jugendstrafgesetz eine vergleichsweise niedrige Strafe für ihn vorsieht. Auch die Familie berief sich auf die EHRE, die von Hatun verletzt worden sei. 


Was hat es auf sich, wenn eine zuständige deutsche Jugendrichterin arabische Eltern zu sich einlädt und nur abweisende Väter bei Ihr erscheinen, die mit der Gebetskette vor Ihrer Nase sagen: „Ich habe elf Kinder, und meine Töchter sind meine EHRE, sie sollen gute Hausfrauen und gute Mütter werden und brauchen keinen Schulabschluss!“? In einem solchen Moment hat selbst die Richterin mit dem Erhalt ihrer EHRE zu kämpfen, fühlt sie sich doch von den Arabern nicht ernst genommen, in ihren moralischen, ethischen und kulturellen Kontext missachtet und letztlich auch als Frau diskriminiert.


Während meiner dokumentarischen Arbeiten, etwa über die türkischen / kroatischen Polizisten, die türkische Boxerin oder auch die Fußballerinnen, wurde ich immer wieder mit dem Begriff der EHRE konfrontiert. Ich hatte den Eindruck, es müsse eine Annäherung, eine Öffnung und eine breitere Betrachtung des Begriffes geben. Denn nur selten wird in unserem Alltag über EHRE gesprochen. Es scheint, als würde dem Begriff der EHRE etwas seltsam Altmodisches anhaften, dabei gibt es auch im täglichen Leben immer wieder Situationen, in denen wir darauf zurückgreifen: Jemand gibt ein Ehrenwort, etwas ist uns eine EHRE, jemand ist ein Ehrenmann oder jemand fordert eine Ehrenerklärung nach übler Nachrede. 

Montag, 28. Mai 2012

HANDS ON FASSBINDER #2 GESCHICHTSBILDER




Das neue Programm für den 9. und 10. Juni im .CHB:


mit Hanna Schygulla, Géza Berményi, Thomas Heise, Sonja M. Schultz, J.Hoberman, Manfred Hermes, Thomas Elsaesser, Verena Lueken, David Hudson


Mehr Details auf www.handsonfassbinder.de
Wir freuen uns auf Euch!


(Eingestellt von Saskia)

Sonntag, 27. Mai 2012

RAMSAY AUF 'THESPACE'









Gedankenreise eines Sträflings: Sequenz aus KILL THE DAY von Lynne Ramsay (GB 1996).


Auf dem schon erwähnten temporären Kulturfenster THESPACE gibt es einige Neuzugänge unter der Rubrik „Beginners” – neben Kurzfilmen von Ken Russell und Ridley Scott finden sich inzwischen auch frühe Arbeiten von Stephen Frears, Gurinda Chadha, Fyzal Boulifa und Lynne Ramsay. Von Ramsay (RATCATCHER, WE NEED TO TALK ABOUT KEVIN) ist KILL THE DAY zu sehen, ein impressionistisches, fragmentiertes Portrait eines Strafgefangenen, eindrucksvoll gespielt von ihrem Bruder, James Ramsay. Lohnt den Besuch.


(Eingestellt von Christoph)

NOCH ZEHN JAHRE


Noch zehn Jahre Film, verspricht Arri. Es bleibt nicht viel Zeit...

(Eingestellt von Christoph)

Samstag, 26. Mai 2012

BRODY ÜBER 'HAMILTON'


Richard Brody (New Yorker) über Matthew Porterfields Debütfilm HAMILTON, der zusammen mit PUTTY HILL in der Revolver DVD Edition erschienen ist.


(Eingestellt von Christoph)

THE GREATEST SHOW



Hölle vs. Liebe: THE GODLESS GIRL (USA 1929) von Cecil B. DeMille. Bild: Knepperges.


Unbedingt lesenswert: Rainer 'Talmi' Knepperges schreibt auf new filmkritik über Cecil B. DeMille und dessen Kino des Spektakels.


Man muss das Wort 'Aufladung' ins Feld führen, wie Theweleit es tut in einer Fußnote im “Buch der Könige”, um dem Gedanken, die Kunst käme aus 'Versagung', noch einmal das Misstrauen auszusprechen.”


(Eingestellt von Christoph)

Freitag, 25. Mai 2012

HEFT IN SICHT!


Erscheint Ende nächste Woche: das neue Heft. 

Wir baten befreundete Filmemacher / Künstler / Gruppen aus aller Welt um ein Manifest von heute. Herausgekommen ist eine wilde Mischung, die wir zweisprachig veröffentlichen.

Beteiligt haben sich:


Abramovic, Marina
Bujalski, Andrew
Denis, Claire
Eissing, Katrin
Gobsquad
Hochhäusler, Christoph
Jacobs, Azazel
Karmakar, Romuald
Lemke, Klaus
M+M
Menkes, Nina
Mentrup, Mario
Müller, Franz
Newhard, T.
Parallelaktion
Penzel, Werner
Rikun, Zhu
Sachs, Ira
Sattel, Volker
Schanelec, Angela
Siegel, Amie
Vermillard, Marie
Weerasethakul, Apichatpong

-

Bestellen kann man das Heft hier, das Abo (11 Euro für 2 Hefte im Jahr) gibt es dortWeil Revolver zugleich Buch und Zeitschrift ist, kann man das Heft in jedem Buchladen ordern (Revolver Heft 26. Im Verlag der Autoren. ISSN 1617-6642. ISBN: 978-3-88661-347-2).


(Eingestellt von Christoph)

KEVIN B. LEE ÜBER HANEKE



Deconstructing Haneke: ein interessanter Essay von Kevin B. Lee - seine Kommentare zum Video sind ebenfalls lesenswert.


(Eingestellt von Christoph)

NÄCHSTE WOCHE: '13 MONDE'



HANDS ON FASSBINDER
Nächsten Donnerstag, 31.05.2012, 20.30 h, im Zeughauskino
zu Fassbinders Geburtstag am 31. Mai 1945 


IN EINEM JAHR MIT 13 MONDEN (BRD 1978) R/B/S: Rainer Werner Fassbinder, D: Volker Spengler, Ingrid Caven, Gottfried John, Elisabeth Trissenaar, Eva Mattes, Günther Kaufmann, Lilo Pempeit, Gerhard Zwerenz, 124' 35mm 


Fassbinders persönlichster Film, in dem er, laut Abspann, Drehbuch, Regie, Ausstattung, Kamera und Schnitt verantwortete. Eine herzzerreißende Liebesgeschichte in Frankfurt am Main. Denn: „Jedes 7. Jahr ist ein Jahr des Mondes, in dem besonders viele Menschen an Depressionen leiden. Wenn aber ein Mondjahr gleichzeitig noch ein Jahr mit 13 Neumonden ist, wie 1978, kommt es zu persönlichen Tragödien.” 


 „Radikal ist IN EINEM JAHR MIT 13 MONDEN durch die ästhetische Konsequenz, mit der Fassbinder die Monströsität, die Zwittrigkeit seiner Hauptfigur auf das ganze Klima des Films, auf die dichte, irisierende, schillernde Kombinatorik aller seiner Teile ausdehnt, sie davon erfassen lässt. In der Multivalenz, einem Hermetismus assoziativer Fülle, liegt die Modernität, die poetische Kraft dieses Werkes – von der riskanten, faszinierenden schauspielerischen Gratwanderung Spenglers als Elvira einmal ganz abgesehen." 


(Wolfram Schütte)


Eintrittspreis: 5,- EUR 
Reservierungen: info@handsonfassbinder.de oder 
Zeughauskino im Deutschen Historischen Museum 
Eingang Spreeseite 
Unter den Linden 2 
10117 Berlin-Mitte 
Kinokasse: 030 2030 4770 


 www.handsonfassbinder.de


(Eingestellt von Christoph)

KRIEGSBILDER



Kevin B. Lee über Serge Bozons LA FRANCE und Jeff Malmbergs MARWENCOL - zwei Filme, die Wege finden, den Krieg zu filmen ohne unfreiwillig Reklame für das Spektakel der Gewalt zu machen.


(Eingestellt von Christoph)

Donnerstag, 24. Mai 2012

SHORT VISIONS

Ein Hinweis in eigener Sache für den Raum Köln:


Freitag, 01.06., 20.00h
Filmforum NRW im Museum Ludwig


SHORT VISIONS


71gedichte.boazkaizman.de
Präsentation und Gespräch über die online Ausstellung 71gedichte.boazkaizman.de von und mit Boaz Kaizman.
Moderation: Marcus Seibert


Die Idee dieses Projekts ist es, den gewöhnlichen Ausstellungs-Raum durch eine internetbasierte Plattform zu ersetzen, auf der die Ausstellung 71gedichte.boazkaizman.de  zugänglich ist. Die technische Herausforderung besteht darin, alle Vorteile eines konkreten Ausstellungsraums erhalten und die Vorteile des Internets hinzuzugewinnen.


Zum Abschluss:
BLUMBERG
Boaz Kaizman und Erik Sick 2010, 7 Min, Video, englisch, Darsteller: Steve Hudson. Joseph Blumbergs Begegnung mit der Realität ist eigenartig und zwanghaft. Er hat beschlossen seine für ihn schon langweilige Depression mit Hilfe des Vergessens zu entwurzeln.


Eine Veranstaltung des Europäischen Kurzfilmfestival Köln UNLIMITED in Zusammenarbeit mit dem Filmforum NRW
Eintritt: frei
http://www.filmforumnrw.de/


(Eingestellt von Marcus)

Mittwoch, 23. Mai 2012

'THE SHINING' ACCORDING TO TOM SMITH






Das Blog theoverlookhotel hat sich (seit ein paar Wochen erst ) Stanley Kubricks THE SHINING verschrieben. In erstaunlicher Kadenz finden sich dort unveröffentlichte Setfotos, Zeichnungen, Plakate, Homagen, Memos, Briefe - und zum Beispiel auch diese schönen Karikaturen aus der Hand des Maskenbildners Tom Smith.


(Eingestellt von Christoph)

STROM DES UNVORHERSEHBAREN

Lesehinweis:


Ein schönes Interview mit Klaus Wildenhahn, von Michael Girke, auf der Seite der Dokumentarfilminitiative. Weitere Interviews sollen an gleicher Stelle folgen.


(Eingestellt von Christoph)

CARAX



(Eingestellt von Christoph)

Mittwoch, 16. Mai 2012

ANATOMY


Eine der schlüssigsten Titel-Sequenzen aller Zeiten: Saul Bass' Design für Otto Premingers ANATOMY OF A MURDER. Neu bei theartofthetitle.com


(Eingestellt von Christoph)

Freitag, 11. Mai 2012

COMPUTERSIMULATION AUS DER ZEIT VOR DER COMPUTERSIMULATION




WELT AM DRAHT der einzige Science-Fiction Film von 
Rainer Werner Fassbinder.
Heute abend auf der Kinoleinwand im
Zeughauskino Berlin um 19.30, der Auftakt von HANDS ON FASSBINDER.
Am Samstag ab 16.00 im .CHB  #1 PARALLELWELTEN.
www.handsonfassbinder.de


(eingestellt von Saskia)

Donnerstag, 10. Mai 2012

REVOLTE, ICH ERKENN DICH NICHT WIEDER

Nachdem der Revolver-Abend am Montag für's Archiv verloren schien, ohne Tonaufnahme, hat mir die Filmemacherin Katrin Eißing (AUF DEM SELBEN PLANETEN) netterweise ein - sehr subjektives - Gedächtnisprotokoll geschickt. Inzwischen ist glücklicherweise der Mitschnitt eines Besuchers aufgetaucht, aber Katrins Polemik will ich euch trotzdem nicht vorenthalten.


Christoph


Katrin Eißing: An der Croisette 2010. Warten auf die Stars.


ERINNERUNG AN DAS REVOLVERGESPRÄCH 'ANGRIFF DER GEGENWART'
Von Katin Eißing.



Die Anfangsfrage: Was bedeutet Tradition für euch? Und zwar im Bezug auf die Kürze der Filmgeschichte und ihre gleichzeitigen starken Setzungen, Normen, Härte Abweichlern gegenüber, fällt beim Tiroler Bergfilmer ins Leere bzw. er nimmt das ganz formal. Und also: Tradition kennt er nicht. Trotzdem kann Hannes sich seine Bilder nur und ausschließlich im Kino vorstellen. Er sagt wörtlich: „Nein etwas anderes ist für mich undenkbar. .. völlig ausgeschlossen.“

Max geht darauf ein. Sein „Oberhausener Gefühl“ ist für den zerrupften Rahmen Internet, zwischen Facebook gucken, Unaufmerksamkeit etc. gerade eben hergestellt. Christoph meint: Eines der Stücke sei so dunkel, dass er selbst sich immer, also seinen Kopf mit Kopfhörern auf den Ohren, angeglotzt hätte. Nun, dass sei sicher nicht der Zweck der Sache gewesen gackert Max.

Für Jessica von „Totem“ gibt es schon das Wort überhaupt nicht. Tradition bedeutet also: Nichts für Jessica. Auf C.s Nachfrage und vorsichtiger Anmerkung, dass das Filmemachen dann ja eine ziemlich religiöse Sache wäre… fühlt sie, dass sie es jeweils so und nicht anders haben/machen will. Sie sei auch keine Cineastin. Ein von „Totem“ beeindruckter  Zuschauer fragt in Christophs Richtung, was es bringen soll, nach ähnlichen Bildern zu suchen, außer, sein eigenes cineastisches Wissen darzustellen. Merkt an, dass diese vier jungen Filmemacher auf der Theaterbühne sich der Tradition nicht bewusst sein dürften um sich nicht in ihr zu verheddern. Er fragt Jessica wo „das“ also der Inhalt oder die Form von Totem denn „herkomme.“ Ja... es kommt eben alles einfach aus ihr selbst heraus. Das dies eine beliebte Tradition, eben eine religiöse und schon öfters ironisierte ist („Fremde Wesen befahlen: rechte Ecke unten links Schwarz” oder auch: „Der Künstler als Kartoffel die Welt aus sich selbst heraus erschaffend” Sigmar Polke), scheint sie nicht zu stören. Vielleicht weiß sie es auch nicht. Mich wundert das, aber siehe oben.

SEYFI TEOMAN 1977-2012



2012 Beyond The Hill / Tepenin ardi (Producer)
2011 Our Grand Despair / Bizim büyük caresizligimiz (Director)
2008 Tatil kitabi / Summer Book (Director)
2004 Apartaman (Director - Short Film)
 



(Eingestellt von Nicolas)

KLARTEXT

Lesehinweis:

Thierry Chervel, Perlentaucher-Mitbegründer, schreibt hier engagiert und einleuchtend über das Urheberrecht und seine sinnvollen Grenzen, inwieweit Internet und „Kultur” identisch sind und welche Gefahren von den Monopolen ausgehen. Unbedingt lesenswert, auch weil man allüberall so viel Unsinn zu diesem Thema lesen muss.

(Eingestellt von Christoph)

Mittwoch, 9. Mai 2012

MORGEN IM ARSENAL: ATHINA TSANGARI


Dandy mit Mission: Athina Rachel Tsangari.


Hinweis:

Im Arsenal gibt es zur Zeit eine Werkschau zum „Neuen Griechischen Kino”. Jorgos Lanthimos war schon da (KINETTA, DOGTOOTH, ALPS), am morgigen Donnerstag (10.05.2012, 20 h) kommt Produzentin und Regisseurin Athina Rachel Tsangari, um ihren schönen zweiten Film ATTENBERG, der nun endlich auch in die deutschen Kinos kommt, vorzustellen. Auf Parallelfilm habe ich letztes Jahr geschrieben:
„Ein Film, der mit radikalem chic weibliches Begehren modernisiert. Kann man Lieben lernen? Kann man Eroberung von Besitz trennen? Nur, wenn man die Verhältnisse zum Tanzen bringt. Konsequenterweise bewegt sich Tsangaris Film zwischen Musical, Ministry of silly walks und einer L'AVVENTURA, in dem die Männer verschwinden. Auf wunderbare Weise anwesend dagegen die zwei Frauen im Mittelpunkt der Handlung, Evangelia Randou und Ariane Labed. Über Labed ist sehr zurecht ein Preisregen niedergegangen (u.a. hat sie in Venedig Coppa Volpi „Beste Schauspielerin” gewonnen), aber ohne Randou könnte sie nicht leuchten...”
Ich hatte Gelegenheit, Athina letzten Sommer in Locarno kennenzulernen - und der Eindruck war bleibend. Als Produzentin (Haosfilm, Austin und Athen) steht sie hinter den Festivalerfolgen des Kollegen Lanthimos (dessen clever-undurchsichtiger Symbolismus nicht meine Sache ist), als Mensch und Regisseurin ist sie unberechenbarer, funkelnd, witzig und bei aller Freude an formalistischen Pirouetten undogmatisch. Auch ihr neuestes Projekt, DUNCHARON, ein Science-Fiction-Film auf dem Pluto-Mond Charon, entzieht sich jeder Schublade. Ich kann einen Besuch im Arsenal also unbedingt empfehlen.

(Eingestellt von Christoph)


Dienstag, 8. Mai 2012

AUFNAHME?

Ein kurzer Hilferuf: 

Die Techniker gestern im Roten Salon (Revolver Live „Angriff der Gegenwart”) haben es leider versäumt, den Ton aufzunehmen... Nun wurde mir erzählt, dass im Publikum jemand den Abend mitgeschnitten habe. Falls dieser Jemand sich bei mir melden könnte, würde ich mich freuen. Danke!

Christoph

Update:
Der Retter hat sich bei mir gemeldet, vielen Dank!

Sonntag, 6. Mai 2012

HANDS ON FASSBINDER #1 PARALLELWELTEN



Am nächsten Freitag (11.5) und am Samstag (12.5)
beginnt in Berlin unsere Zeitreise zu Fassbinder:
Kommt mit!


Mehr hier: www.handsonfassbinder.de


(Eingestellt von Saskia)

THEY OWE YOU




Eine Einstellung aus John Carpenters THEY LIVE! (USA 1988).


“People are taking the piss out of you everyday. They butt into your life, take a cheap shot at you and then disappear. They leer at you from tall buildings and make you feel small. They make flippant comments from buses that imply you’re not sexy enough and that all the fun is happening somewhere else. They are on TV making your girlfriend feel inadequate. They have access to the most sophisticated technology the world has ever seen and they bully you with it. They are The Advertisers and they are laughing at you. “You, however, are forbidden to touch them. Trademarks, intellectual property rights and copyright law mean advertisers can say what they like wherever they like with total impunity. “Fuck that. Any advert in a public space that gives you no choice whether you see it or not is yours. It’s yours to take, re-arrange and re-use. You can do whatever you like with it. Asking for permission is like asking to keep a rock someone just threw at your head. “You owe the companies nothing. Less than nothing, you especially don’t owe them any courtesy. They owe you. They have re-arranged the world to put themselves in front of you. They never asked for your permission, don’t even start asking for theirs.” 


Banksy




Das werbefreie Sao Paulo 2007 ... (via).


P.S.: Das Statement oben, das wohl aus Banksys Buch CUT IT OUT stammt, macht zur Zeit die Runde im Netz. Verwandte Gedanken auf Parallelfilm.


(Eingestellt von Christoph)

Samstag, 5. Mai 2012

MONTAG: LIVE



Zur Erinnerung:


Am Montag, den 7.05.2012 um 19.30 h findet unter der Überschrift „Angriff der Gegenwart” ein neues Revolver Live statt (Volksbühne/Roter Salon), und zwar mit Jessica Krummacher (TOTEM), Hannes Lang (PEAK), Maximilian Linz (DAS OBERHAUSENER GEFÜHL) und Timo Müller (MORSCHOLZ). Ich bin gespannt... Hier der ausführliche Post.


(Eingestellt von Christoph)