Donnerstag, 27. Oktober 2011

MORGEN IN PARIS: 'REDUPERS'

Zur Erinnerung: Am Freitag, den 28.10.2011 um 19.30 h zeigen wir im Kino des Goethe Paris Helke Sanders ALLSEITIG REDUZIERTE PERSÖNLICHKEIT - REDUPERS (D 1977). Einführung: Heike Hurst. 




Der ausführliche Post findet sich hier


(Eingestellt von Christoph)

Donnerstag, 20. Oktober 2011

DIE LETZTE FILMKAMERA

Buster Keaton in THE CAMERAMAN (USA 1928).


Ja, es ist so weit: Die großen Kamerahersteller Arri, Panavision und Aaton geben die Produktion von (analogen) Filmkameras auf. Und die verbliebenen Filmhersteller Kodak und Fuji kämpfen mit dem Übergang. Natürlich, das war erwartbar, und doch trifft mich die Nachricht mit Wucht. Es ist dass Ende einer großen Ära.

(Eingestellt von Christoph)

Mittwoch, 19. Oktober 2011

BOYKOTT-AUFRUF IRANISCHER FILMEMACHER

„It has been a month since the unfair arrest of five filmmakers, three of whom have been temporarily released on bail after enduring harsh interrogations and many days in solitary confinement.
Renowned documentary filmmaker, Mojtaba Mirtahmasb, and one of the most successful Iranian film distributors, Katayoon Shahabi, are still languishing in Evin Prison in Tehran.
Our information from inside Iran indicates that the arrested filmmakers have been under pressure by the authorities to confess, on camera and in writing, that they were agents of western powers such as France and Britain.
The families of the prisoners have testified that their loved ones are kept in inhuman conditions, have lost weight and do not look healthy.
On the 10th of October 2011, Ms. Marzieh Vafamehr, who has been in prison since July 2011, was sentenced to one year in prison and 90 lashes for taking part in a film, despite the fact that it was made with the official permission of the Iranian authorities. Actor Ramin Parchami, who was arrested during protests in February 2011, was also recently sentenced to one year’s imprisonment.
On the 14th of October 2011, the Appeal Court upheld the sentence of the lower court given to winning filmmaker Jafar Panahi, of six-years prison and a ban on writing scripts and making films for twenty years. The Appeal Court sentenced renowned filmmaker Mohammad Rassulof, who was arrested with Panahi in March 2010, to one year’s imprisonment.
In the past few months, dozens of filmmakers have been interrogated and intimidated by security agents from Iran’s Ministry of Intelligence and the Revolutionary Guards.
We, the undersigned, ask ministers of foreign affairs and culture of countries throughout the world; international film festivals, and film and television organizations, to condemn the arrest and intimidation of filmmakers in Iran and to ask the government of the Islamic Republic of Iran to release the arrested filmmakers immediately.
We also ask you to boycott the official Iranian film and television organizations and impose tough visa sanctions against Iranian film and television officials.

Shohreh Aghdashlou (Actress)
Reza Allamehzadeh (Filmmaker)
Shoja Azari (Filmmaker)
Maziar Bahari (Filmmaker)
Abbas Bakhtiari (Producer)
Nazanin Boniadi (Actress)
Bahman Ghobadi (Filmmaker)
Hana Makhmalbaf (Filmmaker)
Mohsen Makhmalbaf (Filmmaker)
Samira Makhmalbaf (Filmmaker)
Navid Negahban (Actor)
Shirin Neshat (Filmmaker)
Sepideh Parsi (Filmmaker)
Babak Payami (Filmmaker)
Faramarz Rahber (Fimmaker)
Ali Samadi Ahadi (Filmmaker)
Nima Sarvestani (Filmmaker)
Shabnam Tolouei (Actress)
Houshang Tozie (Actor)
Pej Vahdat (Actor)
Necar Zadegan (Actress)

(via)


(Eingestellt von Christoph)

SEXY BONES



Charmant: MOURIR AUPRÈS DE TOI, ein animierter Kurzfilm von Spike Jonze und Designer Olympia Le-Tan - über das Liebesleben der Skelette.


Apropos Liebesleben: unter den auf Nowness.com versammelten Netzvideos gibt es auch  einen kurzen Portraitfilm über den britischen Regisseur Steve McQueen, dessen Sex-Sucht-Drama SHAME nach seiner Premiere in Venedig überall in der Welt Festivalerfolge feiert.


(via)


(Eingestellt von Christoph)

Dienstag, 18. Oktober 2011

'REDUPERS' IN PARIS

REVOLVER @ GOETHE PARIS (8)


Auf Einladung des Goetheinstituts Paris - Carte Blanche für Revolver - haben wir eine kleine Reihe mit deutschen Filmen zusammengestellt, die uns persönlich wichtig sind und so etwas wie eine alternative deutsche Filmgeschichte umreissen, jenseits der in Frankreich gut etablierten Säulen Weimarer Kino und dem „Fassbinder-Herzog-Wenders-Komplex”. Mehr über die Reihe findet sich hier.


Als achten Film zeigen wir am 28. Oktober Helke Sanders ALLSEITIG REDUZIERTE PERSÖNLICHKEIT - REDUPERS (D 1977), in dem sich die Regisseurin gewitzt mit den reduzierenden Bedingungen des (eigenen) Lebens als (alleinerziehende) (berufstätige) (Frau) in einer geteilten Stadt auseinandersetzt. 


Der Film ist in der Edition der Filmemacher / Neue Visionen auf DVD erschienen.








„Je lauter Berlin vorgibt, eine normale Stadt zu sein, umso mehr gewinnt dieser Film an Wert. Ein Dokument des Lebens im eingemauertem Westteil der Stadt, dessen Freiheitsversprechen in den 70er Jahren Wehrdienstverweigerer anzog. Der Freiraum einer Insel aber bleibt stets von der Lethargie der Isolation bedroht. Helke Sander selbst spielt Edda. Ihr Kampf mit den Widersprüchen im Alltag wird zu unserem Kampf. Alleinerziehende Mutter, frei arbeitende Pressefotografin, Teilnehmerin feministischer Gruppentreffen und Kunstprojekte : leicht und komplex zugleich zeigt der Film ein geteiltes Leben in einer geteilten Stadt.” (Nicolas Wackerbarth)


ALLSEITIG REDUZIERTE PERSÖNLICHKEIT - REDUPERS (D 1977)
Ein Film von Helke Sander.
98 Min.
Einführung von Heike Hurst.


Am 28. Oktober 2011 um 19.30 h im Kino des Goetheinstituts Paris.


Goethe-Institut - 17 avenue d'Iéna, 75116 Paris
Originalfassung mit französischer Untertitelung
4€; 3€ für die Inhaber der Carte Goethe
Tel. +33 1 44439230


(Eingestellt von Christoph)

AUSSTELLUNG - KRAUSS / HEISENBERG - WIEN

Hinweis auf Aktivitäten der Mitglieder:
Benjamin Heisenberg






On short notice,
hier die Einladung für eine Ausstellung, im Rahmen der ABBAS EBENSPERGER PROJECTS, in Wien. Der Berliner Künstler CLEMENS KRAUSS und ich stellen Videos und Zeichnungen aus. Die Arbeiten sind dann einen Monat lang in der Galerie KUNSTBUERO in Wien zu sehen.


Alle Interessierten sind herzlich zur Eröffnung und zur Ausstellung eingeladen.


(gepostet von Benjamin Heisenberg)

ALPINER WAHN

Kurzer Hinweis:


Heute, Dienstag, den 18.11.2011 (um 19.30 h), feiert PEAK von Hannes Lang auf dem Festival DOK Leipzig Premiere. Ich hatte zufällig Gelegenheit, den Film vorab zu sehen (Stefan Stabenow, der meine Filme schneidet, war auch hier von der Partie) und möchte ihn dringend empfehlen. 


Bilder des alpinen Wahns: PEAK von Hannes Lang (D 2011).


PEAK ist ein Film über „die Letzten”, ganz wörtlich, wenn es um piemontesische Bergbauern geht, die in entleerten, sterbenden Dörfern leben und wissen, dass ihre Tage gezählt sind, weil sich niemand findet, ihre Tradition fortzusetzen - aber „die Letzten” auch - und dort liegt das dunkle Gravitationszentrum des Films - im Sinne jener Menschen, die jeden Bezug, jede Achtung vor dem Ort und was ihn spezifisch macht, verloren haben. Schnee und Piste werden als Industrieprodukte im Dienst eines Massentourismus anschaulich, der sich von Berg und Wetter emanzipieren möchte; „Freizeit” ist in diesem Zusammenhang ein Konzept, das Zeit und Welt verbraucht, aber nichts vom Verweilen weiss, und nichts von Freiheit. So sehr PEAK als Dokument der zerstörerischen Logik des Konsums beeindruckt, so wenig erschöpfen sich seine Qualitäten im „Engagement”, nicht zuletzt, weil Lang formalistische Leidenschaften hegt, die dem Kino selbst gehören. In seinen Bildern des alpinen Wahns erkennen wir uns selbst, gefangen im Tätigsein und ohne Hoffnung auf Zusammenhang, unfähig zu jenem Überblick, den Lang wieder und wieder in sorgfältig gebauten Tableaus konstruiert.


Für mich eines der besten Debüts der letzten zehn Jahre.




PEAK
Hannes Lang
DOK Leipzig

18.10., 19:30 Uhr, 19.10., 16:30 Uhr, 21.10., 10:30 Uhr, jeweils Cinestar 7.

(Eingestellt von Christoph)

Montag, 17. Oktober 2011

PARADIES

Ulrich Seidl ist immer für eine Überraschung gut. Schon bei HUNDSTAGE war es so, dass sich einzelne Szenen den „Schleifen der Sinnstiftung” so attraktiv entzogen haben, dass im Schneideraum gar nichts anders blieb, als die geplanten Verbindungen zu durchtrennen. Im Revolver-Gespräch (Heft 11) sagte er damals „das erste, was rausfliegt, ist der Plot” - und das, obwohl er ohnehin ohne konventionelles Drehbuch arbeitet. Trotzdem gibt es natürlich die Vorstellung von einem Film, die dann in Konflikt mit der Realität des Materials gerät. So war es auch mit PARADIES, der in Ausschnitten / als work-in-progress auf der Viennale zu sehen sein wird. Ursprünglich wollte Seidl in PARADIES episodisch drei Figuren - Mutter, Tochter, Tante - zu einem dreistimmigen Urlaubsfilm verknüpfen. Doch dann sind daraus drei ausgewachsene Filme geworden, die im doppelten Sinne familiäre Überschneidungen haben. Es wird interessant sein (auch im Hinblick auf unser „spektrales” DREILEBEN-Projekt), wie sich die Wahrnehmung der Einzelfilme mit Kenntnis der „Verwandten” verändert.



Am 26.10.2011 - um 20.30 h - wird Ulrich Seidl im Stadtkino Ausschnitte aus seinem Triptychon präsentieren und im Gespräch mit Stefan Grissemann und Claus Philipp (Stadtkino Filmverleih) von der Genese berichten. * Viennale Programm. 


(Eingestellt von Christoph)

BEZIEHUNGSGESCHICHTE

Film und Fernsehen haben in Deutschland ein ehe-ähnliches Verhältnis. Dietrich Leder hat einen kurzen Abriss dieser wechselvollen Beziehungsgeschichte geschrieben (für die Blackbox, s.u.), den jeder gelesen haben sollte, der verstehen möchte, welche Teile im Räderwerk des deutschen Films beweglich waren oder sind. Einsprüche, Kommentare, Anregungen sind wie immer willkommen.


C.H.


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„Bioelectronical addiction": Cronenbergs VIDEODROME (Kanada 1983).


Vorweg

Freundlich ist die Stimmung nicht, in der nicht nur in der „Blackbox“ über die Beteiligung von Fernsehanstalten an der deutschen Filmförderung diskutiert wird. Neben einer gewissen Schmäh-Rhetorik fällt das Fehlen jedweder historischen Reflexion auf. Wie es kam, dass es so ist, wie es nun beklagt oder verteidigt wird, interessiert keinen. Stattdessen behauptet jeder zu wissen, wie man es besser machen könnte, bar jeder historischen Erkenntnis. Deshalb ein Blick zurück in die schwierige Partnerschaft zwischen Fernsehen und Kino in Deutschland.

Die frühen Jahre (1954 – 1966): Das Fernsehen entdeckt den Kinofilm

Bereits im Versuchsprogramm der Nazis, das zwischen 1936 und 1939 in den Fernsehstuben von Berlin zu sehen war, wurden Kinofilme in Ausschnitten gezeigt. Der Unterschied zwischen der Rezeption in einer Fernsehstube und einem Kino lag allein in der Differenz der Bildgröße und –qualität. Die Öffentlichkeitsform war dieselbe. Noch die ersten populären Live-Übertragungen des Versuchsbetriebs eines nun demokratisch verfassten Fernsehens nach dem Krieg wurden kollektiv wahrgenommen. Die Übertragung der Krönung der englischen Königin 1953 und das Endspiel der Fußballweltmeisterschaft 1954 sahen die meisten Zuschauer in Kneipen, vor Fernsehgeschäften und in Kinos. Erst mit dem Start des regulären Programmbetriebs des von der Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Deutschlands (ARD) betriebenen Deutschen Fernsehens im November 1954 und mit der stark wachsenden Zahl der Geräte wurde der Fernsehkonsum privat.
Eine Folge des neuen Fernsehkonsums (und der Automobilisierung der Gesellschaft) war der Rückgang der Besucherzahlen im Kino. 1957, als die Zahl der angemeldeten Geräte erstmals die Millionengrenze überstieg, gingen die Bundesbürger durchschnittlich 15,1 Mal im Jahr ins Kino. Diese Zahl sollte Jahr für Jahr dramatisch sinken, ehe sie sich Ende der 1970er-Jahre auf einem sehr niedrigen Sockel von 2 Besuchen pro Jahr stabilisierte; um diesen Wert pendelt sie seitdem. Da gleichzeitig die Zahl der in Deutschland produzierten Filme stabil blieb (1958: 115 Film, 2008: 125) und der Marktanteil dieser deutschen Filme nicht stieg, bedeutet das, dass die deutsche Filmproduktion seit Ende der 1950er-Jahre extrem defizitär wirtschaftet. Dieses Defizit, das aus mangelnden Einnahmen an der Kinokasse resultiert, wird bis heute durch staatliche Förderungen und durch das Fernsehen abgedeckt. Mit einer doppelten Folge: Kinofilmproduktion in Deutschland ist eine vom Fernsehen abhängige Subventionswirtschaft. Und: In Deutschland verdient der Produzent nicht am Verkauf seines Produkts, sondern nur am Produzieren selbst.
Der enorme Rückgang der Zuschauerzahlen im Kino hatte seine Ursache aber nicht darin, dass das Fernsehen in den späten 1950er-Jahren vor allem Kinofilme zeigte. Im Gegenteil, außer einigen Ufa-Melodramen der Nazizeit, mit denen man einmal pro Woche das Programm stopfte, wurden keine Spielfilme ausgestrahlt. Auch eine Folge der Blockade, die von deutschen Produzenten gegenüber dem Fernsehen ausgesprochen worden war: „Kein Meter Film fürs Fernsehen!“ hieß 1955 die Parole eines einflussreichen Produzenten. Davon profitierte ein Zwischenhändler, der auf eigenes Risiko Filmrechte erwarb und zunächst an die ARD und später vor allem an das 1963 startende ZDF veräußerte: Leo Kirch. Während die ARD sich bald von Kirch unabhängig machte und mit der Degeto eine Produktions- in eine Einkaufsfirma umwidmete (Ende der 1990er-Jahre wurde das revidiert), blieb das ZDF lange von Kirch abhängig, der phasenweise mit fast allen major companies Exklusivverträge abgeschlossen hatte.

Donnerstag, 13. Oktober 2011

GENESIS

Markus Sehrs EINE INSEL NAMENS UDO (D 2011)

Zach Braffs GARDEN STATE (USA 2004)
Michael Glawoggers DIE AMEISENSTRASSE (Ö 1995)


Filmbilder sind wahrscheinlich seltener „neu”, als es die Filmemacher wahr haben wollen. Oft summieren sie, was in anderen Künsten schon formuliert worden ist oder variieren, was andere Filme vor ihnen „gesagt” bzw. gezeigt haben. Das Kino ist entgegen der Reklame (und Manifeste) ein Medium, das sehr zählebige Traditionen und Konventionen hat, aus dem Reservoir des kollektiven Gedächtnis' schöpft und „Neuigkeiten” in aller Regel aus den allerbekanntesten Bausteinen herstellt. Vielleicht der wichtigste Motor der Innovation ist dabei der Fehler, die „falsche” Nachahmung, die versehentliche oder aus der Not geborene Neukombination. Und umgekehrt ist es der sichere Tod für die Kunst, „alles” richtig zu machen...


(Eingestellt von Christoph)

Mittwoch, 12. Oktober 2011

ZUM STAND DER BILDER

Ende Oktober wird in der Akademie der Künste unter der Überschrift „Zum Stand der Bilder” eine Ausstellung über die „Medienpioniere” Zbigniew Rybczynski und Gábor Bódy eröffnet, zwei Künstler, die „eine herausragende Bedeutung für die Bild-Avantgarde der letzten Jahrzehnte” gespielt haben. 


Das Werk des Ungarn Gábor Bódy (1946-1985), der mit Berlin auf vielfältige Weise verbunden ist - unter anderem hat er zwei Jahre an der DFFB unterrichtet - ist mir persönlich (noch) nicht vertraut; Rybczynski aber kann ich sehr empfehlen.


Wir haben in Heft 15 ein Interview mit dem polnischen Meister des poetischen Experiments veröffentlicht, das Peter Kremski (ursprünglich für sein Buch „Überraschende Begegnungen der kurzen Art”) geführt hat. Zwei Zitate daraus:


„Auch Filmemachen setzt eine Recherche voraus, und ich sehe künstlerische Aktivitäten durchaus in der Nähe wissenschaftlicher Forschung. (...) Entdeckungen sind nur durch Experimente möglich. Dazu müssen wir etwas planen, dessen Ergebnis wir nicht kennen.”


„Ich glaube nicht, dass es das Wesen der Kunst ist, eine Geschichte zu erzählen, sondern Zeit einzufangen. Das Fernsehen überträgt Ereignisse in realer Zeit und Hundert Millionen Menschen können jeden Tag mehrere Stunden zusehen, ohne sich zu langweilen. Niemals in der Geschichte der Kunst hat es eine Kunstform gegeben, die so erfolgreich war. (...) Kein Filmemacher hat je etwas produziert, das die Menschen so fasziniert hat wie die Übertragung realer Ereignisse. Als jemand, der in den Medien arbeitet, kann man das nicht ignorieren. Aber die größten Geheimnisse bleiben dem Zuschauer verborgen, denn er sieht nicht, was in den Köpfen der Personen vor sich geht.”





Dank Youtube kann man hier eine Ahnung bekommen von Rybczynskis sehr vielfältigen Arbeiten.


„Zum Stand der Bilder - Die Medienpioniere Zbigniew Rybczynski und Gábor Bódy”. Vom 28.10.2011 bis 1.1.2012 in der Akademie der Künste (Hanseatenweg 10), in Zusammenarbeit mit dem Polnischen Kulturinstitut.


Am Samstag, den 29.10.2011 wird Rybczynski persönlich anwesend sein und am Abend (20.30 h) im Gespräch mit Siegfried Zielinski und Piotr Krajewski Auskunft über seine Arbeit geben.


(Eingestellt von Christoph)

BARBARA

Nina Hoss und Jasni Fritzi Bauer in BARBARA von Christian Petzold (D 2012). 
Foto: Christian Schulz. Copyright: Schramm Film. 


Ein erstes Bild aus BARBARA, Christian Petzolds erstem period picture, seit einigen Tagen abgedreht. Nina Hoss spielt darin die titelgebende Ärztin in der DDR des Jahres 1980. Nach einem abgelehnten Ausreiseantrag wird sie in ein kleines Krankenhaus in der Provinz versetzt. Gemeinsam mit ihrem Freund bereitet sie die Flucht in den Westen vor, doch dann verliebt sie sich unverhofft in einen Kollegen. Nun muss sie sich zwischen der Liebe und der Freiheit entscheiden. In weiteren Rollen sind Ronald Zehrfeld, Mark Waschke und Jasna Fritzi Bauer zu sehen. Ich bin gespannt - und wünsche guten Schnitt (den wie stets Bettina Böhler besorgt). 


(Eingestellt von Christoph)

Dienstag, 11. Oktober 2011

LIEBESDIENST

Der Verband der Deutschen Filmkritik e.V. (VDFK) veranstaltet diesen Donnerstag ein Symposion zum Thema „Berlinale” (Donnerstag, 13. Oktober, 13.00-19.30 Uhr, Berlin, Museum für Film und Fernsehen, Potsdamer Platz, Potsdamer Straße 2, Eintritt frei). 


Dieter Kosslick hat seine ursprüngliche Zusage wieder zurückgezogen, weil er ein „Tribunal” fürchtet, was andere Branchengrößen möglicherweise motiviert hat, ebenfalls abzusagen. Einen der frei gewordenen Stühle werde ich besetzen, um 15.30 h soll ich über die Berlinale als „Startrampe ins Kino” mitdiskutieren. Das mache ich gerne, denn: „Kritik ist Liebesdienst”.





„Was bewegt, was ist wichtig, wohin geht der Weg?” - fragt die Titelseite der Berlinale-Website. Der VDFK fragt sich das auch.


(Eingestellt von Christoph)

Montag, 10. Oktober 2011

ROSEBUD



Donald Trump spricht über Orson Welles' CITIZEN KANE und darüber, wie Reichtum isoliert - ein kurzer Film von Errol Morris, der böse schillert wie alle seine Arbeiten. Morris macht regelmässig Werbung, die aber nicht immer als solche verstanden wird; auch der Trump-Clip war wohl ursprünglich als Werbung konzipiert. Auf Morris' Seite gibt es eine Rubrik „aborted commercials”, auf der regelmässig Unglücke wie dieses gepostet werden (aktuell: Siegfried & Roy). Sehenswert!


(Eingestellt von Christoph)

DIGITALE ÄRA

Jeder, der heute im weitesten Sinn mit Medien arbeitet, weiss um das Ungenügen (und die Asymmetrie) der bestehenden Urheberschutzrechte. Die Grünen im Europaparlament haben jetzt einen interessanten Vorschlag für eine umfassende Modernisierung gemacht, den Stefan Krempl auf Heise.de knapp zusammenfasst. Der Originaltext kann hier heruntergeladen werden. 


Hier nur ein Zitat:


„Freedom to operate, to experiment, to challenge existing institutions and business models, and technological constraints and methods, is important, not only in terms of creative activity, but in terms of creating value, expanding the possibilities of knowledge and its impact on society, and in allowing society to grow and prosper. The Internet itself would not have existed without this freedom to operate, and the conditions which permitted this to happen should not be foreclosed. Therefore we need to guaranty net neutrality.”

(via)


(Eingestellt von Christoph)

Sonntag, 9. Oktober 2011

LA MACCHINA CINEMA

Hinweis auf einen Hinweis:


LA MACCHINA CINEMA (Italien 1978, 268 Min.) des Regiekollektivs Marco Bellocchio, Silvano Agosti, Sandro Petraglia und Stefano Rulli. 


Ein Versuch über das Kino, in 5 Teilen (Era San Benedetto / Periferie / Il Mago Zu Zu / Una vita per il cinema / Il travagliato sogno di una vita), „Wunschfilm” von Entuziazm e.V. in der Veranstaltungsreihe „Öffentliche Sichtung”.


Kino Arsenal, Dienstag, den 11. Oktober 2011, 19.30 h, Eintritt frei.




(Eingestellt von Christoph)

SABOTAGE 'PRESIDENTS'



Eine neue Art Musikvideo: Pakulas ALL THE PRESIDENT'S MEN trifft auf „Sabotage” von den Beastie Boys. Dahinter steckt der Cutter Jeff Yorkes, der schon eine ganze Reihe Mash-ups wie dieses gemacht hat. Mich fasziniert daran die „Verflüssung” des Visuellen...


(via)


(Eingestellt von Christoph)

Donnerstag, 6. Oktober 2011

NACHRUF FÜR PETER PRZYGODDA

Am Sonntag den 2.10. ist Peter Przygodda gestorben. Wir trauern nicht nur um einen grossartigen Filmemacher und Schnittmeister, sondern um einen Freund und einen der letzten Rocker im deutschen Film. 


Peter Przygodda hat in den letzten Jahrzehnten seines Lebens oft an Filmhochschulen gelehrt und vielen angehenden Filmemachern im Schneideraum unter die Arme gegriffen. So habe auch ich ihn kennengelernt. Er hatte sich bereit erklärt Schnittbetreuung für unsere Kameraübungen an der Filmhochschule zu leisten. Damals noch rauchend und immer Cola trinkend setzte er sich vor die Steenbeck-Schneidetische auf denen wir schnitten und kommentierte in entspanntem Berlinerisch was wir für unsere ersten Kurzfilme an der Hochschule auf Schwarz-Weiss-Material gedreht hatten. Peter hatte dabei eine vollkommen offene und dennoch handwerklich geprägte Sicht der Dinge. Er liebte Experimente und offene künstlerische Formen und hatte trotzdem erzählerisch sehr klare Vorstellungen. So erdachte er neben seiner Arbeit als Schnittmeister, die fiktiven Regisseure Candido Coelho und Ernesto Peixoto, um Texte und Videos  zu veröffentlichen, die seinem Leben zwischen Brasilien und Deutschland entsprangen. In diesen Videos und Kollagen war er radikal experimentell, aber auch romantisch und poetisch. 


Als wir Revolver gründeten, war Peter sofort interessiert und veröffentlichte gleich im zweiten Heft einen Artikel. Auch mit diesem Interesse unterstützte er uns, wenngleich er sich nicht mit Kritik zurückhielt, sondern sehr gerade und klar sagte, wenn ihm etwas missfiel. 


Bei meinem zweiten Film dem Peter als Schnittbetreuer zu Seite stand, schnitt ein Kommilitone den Film und erarbeitete mit ihm eine Version. Als ich dann noch nicht ganz zufrieden war, riet Peter  nachdrücklich sich nicht von mir verunsichern zu lassen. Der Schnitt sei so richtig und dem Material entsprechend und wenn ich das nicht glauben wolle, solle ich selbst die Erfahrung machen und weiter schneiden. Das tat ich dann auch, aber diese Entschiedenheit, die Peter in einigen Projekten an den Tag legte, liess eben auch gut erkennen, wie klar er die Form eines Films vor sich sah und wie seltsam es ihm deshalb manchmal erschien daran noch herumdoktern zu wollen.


Gleichzeitig war es für uns ein Geschenk so eng mit einem „Großmeister” des deutschen Films arbeiten zu können.  Die Art, wie entspannt er über seine Erfahrungen mit Wenders und anderen Berühmtheiten sprach und sie genauso ernst oder auch unernst nahm wie uns, wirkte beflügelnd und befreiend. Die Abende mit ihm am Schneidetisch, wo wir über einzelne Schnitte stundenlang und weitschweifend diskutierten, haben mir das Filmemachen nochmal auf ganz neue Weise erschlossen und vorallem dafür bin ich Peter sehr dankbar. 


Obwohl wir uns in den letzten Jahren nicht mehr gesehen haben, ist die Freundschaft zu Peter sehr lebendig geblieben. Er wird mir und sicher vielen Freunden und Kollegen sehr, sehr fehlen.


Benjamin Heisenberg

Dienstag, 4. Oktober 2011

BÉLA TARR / KONRAD-WOLF-PREIS 2011

Kurzer Hinweis:


Am 14. Oktober wird Béla Tarr mit dem Konrad-Wolf-Preis 2011 ausgezeichnet. Die Jury, bestehend aus Ulrich Gregor, Reinhard Hauff und Jeanine Meerapfel, ehrt damit ein - nach eigenen Angaben - abgeschlossenes Werk „von großer Geschlossenheit und Konsequenz (...) das seismographisch auf die Erfahrungen und Lebensbedingungen der Menschen in unserer Zeit reagiert. Er hat durch seine Bildgestaltung und Erzähltechnik einen filmischen Stil großer Dichte entwickelt, der in der heutigen Welt-Kinematografie einzigartig ist.” (aus der Begründung)




Am Freitag, den 14. Oktober 2011, um 20 h, in der Akademie der Künste (Hanseatenweg 10).


Die Laudatio hält Ulrich Gregor, der Eintritt ist frei.


Im Anschluss an die Verleihung ist Tarrs jüngster Film Á TORINÓI LÓ (Das Turiner Pferd) zu sehen.

MAKE IT MINE

Gavin Smith:
Ten years ago you told me that you and a few of your filmmaking pals were going to set each other exercises where you'd each have to make a film without resorting to any of the things in your bag of tricks. What happend with that?


Steven Soderbergh:
The purification film? I've done a lot of that. The whole point is to shake you out of your thing, and I tend to find ways of doing that anyway.


Who was in the group f/64?


When we were going to do it together, it would've been each of us doing it for each other. There were five of us, and so the other four would do it for the one. It was me, Fincher, Spike Jonze, Sam Mendes, and Alexander Payne.


Why didn't it happen?


Barry Diller sold USA (Network) to Universal like the week we were going to close it. It only worked if it were Switzerland. If it were attached in any way to a studio, it wouldn't work. It had to be an independent entity. What I would love would be for someone to hand me a script that's been cast, scouted, scheduled, you start tomorrow, and you have 18 days. You'd have to create it on the spot, all of it.


Like an exam.


Yeah. I'd have to submit to some significant choices that have been made for me, and figure out how to make it mine within that context. That would be fun.


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Aus dem ausführlichen, sehr aufschlussreichen Interview mit Steven Soderbergh, in der aktuellen Print-Ausgabe von Filmcomment.