Samstag, 30. Juli 2011

WERBEPAUSE



(Eingestellt von Christoph)

DREI FILME VON INTERESSE

In der ORIZZONTI-Reihe in Venedig sind u.a. die neuen Filme von Romuald Karmakar (DIE HERDE DES HERRN, Dok., 90 Min.), Heinz Emigholz (PARABETON. PIER LUIGI NERVI AND ROMAND CONCRETE, Work-in-Progress, 25 Min.) und die neueste Zusammenarbeit von Christoph Girardet und Matthias Müller (METEOR, 15 Min.) zu sehen.




Zu METEOR (Bild) schreiben die Autoren: „Zusammengesetzt aus Spielfilmbildern, entwurzelten Märchenfragmenten aus Volks- und Kunstmärchen und altem Science-Fiction-Material, inszeniert "Meteor" die Erlebens- und Vorstellungswelt eines Jungen an der Schwelle zu Selbstfindung und Loslösung. In der von medialen Reizen gespeisten kindlichen Imagination beginnt eine phantasmatische Reise vom Kinderzimmer in einen künstlichen Kosmos. Dabei entwickelt der Ton eine gegenläufige Bewegung: In der Arie "Sensa Mamma" aus Puccinis Oper "Suor Angelica" versucht eine Mutter ihr verstorbenes Kind virtuell wiederzubeleben. Während im Bild der Abstand zum Zurückgelassenen kontinuierlich wächst, artikuliert sich in der Arie eine flehentlich ersehnte, doch unmögliche Nähe.”


---


Update:


Laut Filmportal ist Karmakars Film (an dem aktuell noch gearbeitet wird) „eine filmische Exerzitie über die Herde des Herrn im Jahre 2005. Mit Erfahrungen aus Marktl am Inn, dem Geburtsort des neuen Papstes, am Wochenende seiner Inauguration und mit Szenen aus Rom, elf Tage früher, als Hunderttausende zum Petersplatz drängen, um sich mit Applaus vom toten Papst zu verabschieden.”


(Eingestellt von Christoph)

Dienstag, 26. Juli 2011

EIN MUSS: 'BRIDESMAIDS'

Gestern im Kino: BRIDESMAIDS. Regie: Paul Feig. Als Novize im Apatow-Universum kann ich keine Vergleiche anstellen, auch die legendäre Apatow-Feig-Serie FREAKS AND GEEKS (USA, 1999-2000) kenne ich (noch) nicht, aber der Film schien mir geradezu „unvergleichlich” gut, überraschend welthaltig und dabei wirklich sehr sehr komisch. Kristen Wiig, die die Hauptrolle spielt und am Drehbuch massgeblich beteiligt war, hat nicht nur funny bones und Einfälle, die präzise Beobachtung und Irrwitz vereinen, sie gibt ihrer Figur auch eine menschliche Dimension, wie sie im amerikanischen Kino überhaupt rar geworden ist. Unbedingt sehenswert, und unbedingt im Original.


Auf Cargo gibt es ein hörenswertes Gespräch mit Kristen Wiig, das Bert Rebhandl geführt hat.


(Eingestellt von Christoph)

JAPAN CHILDREN RESCUE - DANKE AUS JAPAN

Langsam kommt das aussergewöhnliche Projekt JAPAN CHILDREN RESCUE zu einem Ende. Nicht, weil es nichts mehr zu tun gäbe - im Gegenteil.  Aber die Initiatoren wollten keine Hilfsorganisation gründen, sondern einfach spontan helfen. Zu ihrem Engagement haben Werner Penzel und Ayako Mogi heute den unten angehängten persönlichen Brief geschickt, der für alle Interessierten nochmals beschreibt, wie das Projekt bisher verlaufen ist.


Das deutsche Konto wird nun zum Ende des Monats geschlossen. Wer noch spenden will, kann direkt auf das Konto des Projekts in Japan überweisen (s.u.). 


WIR DANKEN ALLEN SPENDERN und freuen uns sehr, gemeinsam mit Ihnen, ein wenig für die Betroffenen in Japan getan zu haben.


Benjamin Heisenberg
Die Herausgeber und Redaktion der Zeitschrift für Film, Revolver


---


Werner Penzel und Ayako Mogi schreiben:


Liebe Freunde

Gut vier Monate sind nun schon wieder vergangen, seit wir alle aufgewacht sind mit den Bildern von der Verwüstung grosser Teile der nordjapanischen Küste in Tohoku - wenig später obendrein erschreckt von den zunehmend ausser Kontrolle geratenden Atomreaktoren von Fukushima.


APATOW PRODUCTIONS



Wenn wir einen Regisseur für ein Projekt engagieren, dann erklären wir ihm zuerst, wie wir uns den Film vorstellen. Natürlich wählen wir in erster Linie Filmemacher aus, von denen wir denken, dass sie verstehen auf was wir hinaus wollen. Aber es ist eine delikate Angelegenheit: es muss jemand mit einer stark ausgeprägten persönlichen Vision sein und gleichzeitig muss er bereit sein zu kooperieren. Jemand der unsere Ideen versteht und sie sich dann aneignet.
(...)
Ich arbeite vor allem am Drehbuch und kümmere mich dann um das Casting sowie um das bestmögliche Drehteam, dass ich mir im Rahmen des vorhandenen Budgets leisten kann. In der Regel bin ich zu Beginn und am Ende der Dreharbeiten auf dem Set. Allerdings bleibe ich lieber zu Hause. Der Regisseur hat ja seine eigene Vision und möchte nicht von jemanden gestört werden, der dauernd Kommentare von sich gibt. Meine Philosophie ist: Wir sehen uns beim Nachdreh. Zu diesem Zeitpunkt, wenn die letzten Löcher gestopft werden müssen, zwinge ich mich permanent am Set zu sein. Es war noch nie eine Kleinigkeit von einem Studio Geld für einen Nachdreh zu erhalten und da ich in den meisten Fällen der Verantwortliche bin, bevorzuge ich es anwesend zu sein.
Judd Apatow über seine Arbeit als Produzent. Auszug aus: Judd Apatow. Comédie, mode d‘emploi. Entretien avec Emmanuel Burdeau. Capricci 2010.

(eingestellt von Hannes)

KILLER JOE



William Friedkin, der mit FRENCH CONNECTION (USA 1971) einen der besten Polizeifilme des amerikanischen Kinos gedreht hat und spätestens nach TO LIVE AND DIE IN L.A. (USA, 1985) als Filmemacher aus dem Tritt gekommen ist, versucht seit einigen Jahren ein Comeback. Mit JADE (USA 1995), damals groß als back to form angekündigt, gelang das definitiv nicht, vielleicht weil der Film gerade die einfachen Tugenden der frühen Arbeiten vermissen liess. BUG (USA 2006), den ich leider nicht gesehen habe, und nun KILLER JOE dagegen versprechen eine Rauheit, die mich anzieht. Der Film wird dem Vernehmen nach im Wettbewerb in Venedig Premiere feiern. Ich bin gespannt.


(Eingestellt von Christoph)

"KÜNSTLERISCH ARBEITEN KANN MAN NUR IM DEUTSCHEN FILM"

Zum Vergleich: 2 x A HARD DAY'S NIGHT (Richard Lester, UK 1964).





Kreative Synchronregie: die deutsche Fassung.





Das englische Original.


(Eingestellt von Ulrich Köhler)

Sonntag, 24. Juli 2011

DANGEROUS



Ab Herbst in den deutschen Kinos? Nicolas Winding Refns DRIVE, der in Cannes den Preis für die beste Regie gewonnen hat, sieht (im Trailer) vielversprechend aus.


(Eingestellt von Christoph)

Freitag, 8. Juli 2011

FAVORITE LOSERS

Indiewood, also das „alternative” US-Kino zwischen Oscar-bait und independent, unterscheidet sich ästhetisch oft nur minimal vom Hollywood-Mainstream. Identifizierbar wird es durch bestimmte Besetzungskonventionen. Die dramatischen Konflikte sind fest in männlicher Hand, aber die leading men dürfen Brüche haben, die dekorativ in Richtung loser zeigen. Für mich verbindet sich diese kompromisslerische Unterhaltung mit vier Schauspielern, die - so oft sie auch gelobt werden für ihren „Mut” zur Schwäche - doch nie Tiefe entwickeln.

Notorischer Psycho-Wrestler: Paul Giamatti.
Quälende Mittelmässigkeit: John C. Reilly
Inbegriff des scheiternden Mannes: William Macy.
Spezialist für tragische Verlierer: Chris Cooper.

Ein alter Post, der eine Weile offline war, aber vielleicht doch zu schade ist, gelöscht zu werden.

(Eingestellt von Christoph)

Mittwoch, 6. Juli 2011

99 OHNE

Unter den 100 besten Plakaten 2010 ist genau ein Filmplakat, und das wurde nicht verleihseitig, sondern von einem Kino in Auftrag gegeben *). Natürlich kann man die Auswahl der Jury kritisieren oder das Spektrum der Einreichungen in Zweifel ziehen, aber die Bilanz ist trotzdem niederschmetternd. Es mag das eine oder andere gute Filmplakat gegeben haben im letzten Jahr (etwa Mark Thomanns Arbeiten für Thomas Heise), im Großen und Ganzen aber liegt die Kunst des Filmgrafik in Deutschland brach. Das ist schade, nicht nur angesichts einer großen Tradition, sondern auch, weil es so viele gute Grafikbüros in Deutschland gibt, wie auch die 100-Plakate-Ausstellung wieder zeigt. Warum die Verleiher so hartnäckig auf das altbackene Show-All, auf in Wolken gesoftete Gesichter und zweifelhafte Typo-Lösungen setzen, wo doch schon aus der Differenz Aufmerksamkeit zu schlagen wäre, werde ich nie verstehen.


*)
Entstand für das studentische kino.120a in Halle: Gerald Wagners preisgekröntes Plakat zu Lars von Triers ANTICHRIST.


Die „100 besten Plakate” sind noch bis zum 17. Juli 2011 in der Berliner Kunstbibliothek / Kulturforum zu sehen.


(Eingestellt von Christoph)

Dienstag, 5. Juli 2011

BERLINER TISCHGESPRÄCH

Lukas Förster (Filmreihe Spuren eines Dritten KinosFilmkritiker bei taz, Perlentaucher, cargo), Till Claassen (Media-Arts-Festival Emergeandsee), Jakob Ziemnicki (POLNISCHE OSTERN) und Nicolas Wackerbarth (UNTEN MITTE KINN, Mitherausgeber von Revolverwurden von dem Online Portal "Berliner Filmfestivals" zu einem gemeinsamen Tischgespräch eingeladen. Was bei der „illustren Herrenrunde” herauskam, kann man hier nachlesen.


(Eingestellt von Nicolas)

Samstag, 2. Juli 2011

FILMBÜHNE: NEUE ARBEITEN AUS DER UDK

Veranstaltungshinweis:


Am Montag, den 4. Juli 2011 um 20 h in der Volksbühne Berlin / Filmbühne: NEUE ARBEITEN AUS DER UDK, kuratiert von Thomas Arslan und Michael Busch.


Die Filmklassen im Studiengang Kunst und Medien an der UDK laden ein zu einer langen Filmnacht und Party in die Volksbühne und präsentieren dort aktuelle Filme und Performances. Zwei Filmblöcke werden im großen Saal gezeigt: ungewöhnliche Dokumentationen, Spielfilme, Experimentalfilme, zum größten Teil Berliner Premieren.


Zum ersten Mal mit dabei ist die Klasse „generative Kunst“ von Alberto de Campo, die im Anschluß in den unteren Foyers einen weiteren Block mit audiovisuellen Performances und Installationen präsentiert. Als Filmloop läuft dort mit TORNOW NOW ein Remake Coppolas Apocalypse Now.


Die Filme:
SONNENALLEE (D 2011, 37 min) Regie: Lilli Kuschel
DEMOLITIONS BLUES (D 2011, 11min) Regie: Sandra Bühler
KURZER SOMMER (D2011,19min.) Regie: David Schmitt
STRANGE LOVE (D,USA 2011, 5 min) Regie: Richard Wilhelmer
WARTEZEIT (D2011,11:30min) Regie: Serhan Alsan
WIR SIND VIELE (D 2011,10min) Regie: Bruno Derksen
LOLETTE (D 2011, 2:20min) Regie: Yalda Afsah
SJIMMIE (D 2010, 12min.) Regie: Sander Houtkruijer


Die Performances:
TRIO BRACHIALE (D. Hildebrand, M. de Vega, A. de Campo)
NETZWERKMUSIK - REPUBLIC OF UDK (C. Engelmann, A. Goh, S. Hense, D. Hildebrand, P. Ivanova, C. Wilke, A. Wakko, A. de Campo, u.a.) Konzert
MENSCH, MOTOREN!!! (K. Lustenberger), Video
HIDDEN (N. Krueger, C. Wilke, D. Hildebrand) Audiovisuelle Performances, Live Cinema
SONEMATIK von Andre Wakko
BERLINJOLIN-ORCHESTER - Musikperformance


Installation:
ROLLZ NETWORK


Im Parkettcafe:
TORNOW NOW (D 2010, 78min) Regie: Hanna Bergfors, Julian Brinkmann, Bruno Derksen, Nik Patrick Flynn, Petja Ivanova, Thalia De Jong, Irina Kaldewey, Nadja Krüger, Matthias Maercks, Nicolas Meyer,Henrike Meyer, Jo Radke, Kristof Trakal, Tina Wilke


(Auf der Website der Volksbühne finden sich kurze Inhaltsangaben der Filme und Performances).


(Eingestellt von Christoph)

EIN BILD VON EINER FRAU



Weil das Bild so betörend ist: Kim Novak in Alfred Hitchcocks VERTIGO (USA 1958).


(via)


(Eingestellt von Christoph)

Freitag, 1. Juli 2011

NETZ BONUS: EOIN MOORE ÜBER SCHAUSPIELARBEIT

Im aktuellen Heft berichtet Eoin Moore von seinen Erfahrungen mit dem deutschen Fernsehkrimi. Der zweite Teil des Gespräches, das Franz Müller geführt hat, dreht sich schwerpunktmässig um die Arbeit mit Schauspielern und findet sich in voller Länge hier.




Nachher bin ich mit einer Schauspielerin verabredet, mit der ich an einer Geschichte bastele. Ich werde ihr einfach ein paar Notizen vorlesen, die ich in der letzten Woche gesammelt habe, und dann werden wir da weiterspinnen. Es ist eben dieses mit Menschen zusammenarbeiten, was mir am meisten Spaß macht.” (Eoin Moore)


(Eingestellt von Christoph)

NOMADOMURA RADIO

Radiotipp: Heute, am 1.07.2011 um 21.03 h sendet Radio Bayern 2


Ayako Mogi / Werner Penzel


NOMADOMURA - 800 km südlich
Aufzeichnungen nach einer Katastrophe




Mit Beiträgen von Kumi Aizawa, Samm Bennett, Haruna Ito, Io Lula Bennett-Ito, Shinobu Ito, Ben Matsuno, Nico Matsuno, Ayako Mogi, Yurie Nagashima, Hitomi Onishi, Takashi Serizawa u.a.


Aus dem Japanischen und Englischen von Tobias Limbach-Hashimoto, Alex Rühle, Midori Satsutani, Anja Straßberger, Marlene Weiss, Carl-Ludwig Reichert


Komposition: Misa Shimomura, Regie: Bernhard Jugel, BR 2011, Länge: ca. 60'


„11. März 2011, 14.46 Uhr Ortszeit. Ein Erdbeben der Stärke 9,0 auf der Richterskala erschüttert die Erde der japanischen Region Tōhoku. Kurze Zeit darauf zerstört ein vom Beben ausgelöster 10 Meter hoher Tsunami die östlichen Küstenregionen Japan und es kommt zu massiven Unfällen in mehreren Atomkraftwerken, insbesondere in Fukushima: Die in Japan lebenden Filmemacher Ayako Mogi und Werner Penzel öffnen unter den Eindrücken der dreifachen Katastrophe mit einem Aufruf per Internet ein altes Schulhaus auf der Insel Awaji-Shima, 800 km südlich des Katastrophengebiets, für Flüchtlinge. Hier betreiben sie seit 2009 ein Kulturprojekt namens "Nomadomura", zu Deutsch "Nomadendorf". Ein Name, der plötzlich eine neue Bedeutung bekommt...”



Das einstündige Hörprogramm schildert Erfahrungen, Ängste, Träume der bei Nomadomura Gestrandeten - das Projekt ist den Lesern dieses Blog auch als „Japan Children Rescue” bekannt. Wer kein Radio hat, kann die Sendung auch als Livestream über das Internet empfangen über


www.bayern2.de


Der direkte Link zum Livestream-Fenster ist:


http://www.br-online.de/br/jsp/seitentyp/liveStreamFenster.jsp?welle=bayern2


(Eingestellt von Christoph)

IM KINO: LE QUATTRO VOLTE

LE QUATTRO VOLTE (der deutsche Verleihtitel lautet „Vier Leben”), Michelangelo Frammartinos kraftvoller Film über den Kreislauf der Natur und das unsichtbare Dazwischen, entzieht sich allen etablierten Genre-Zuordnungen. Der Spruch, wonach nur ein Film, den man nicht erzählen könne, wirklich Kino sei, scheint hier berechtigt; diesen Film jedenfalls muss man sehen, auch wenn Frammartino selbst übrigens sehr souverän und klug über seine Arbeit Auskunft gibt (zum Beispiel hier). Wir empfehlen herzlich einen baldigen Kinobesuch.




(Eingestellt von Christoph)