Samstag, 31. Dezember 2011

GERSHWIN TUNE

Wie soll man einen Roman, einen Film, ein neues Jahr beginnen? In jedem Fall mit Gershwin, wenn man Woody Allens MANHATTAN (USA 1979) folgen möchte:





(Eingestellt von Christoph)

ZURÜCK ZUM FILM


Hinweis auf Aktivitäten der Mitglieder:
Hannes Brühwiler

Eine schwere wirtschaftliche Krise erschütterte 2007/2008 den US-amerikanischen Independent-Film. Unter diesen Vorzeichen fanden die Vorbereitungen zu Unknown Pleasures #1 statt. Egal wohin man auch schaute, überall war von einem wirtschaftlichen Kollaps die Rede. Tatsächlich führte die Krise zu schweren Erschütterungen des unabhängigen Filmschaffens. Etwas erstaunlich war jedoch, wie wenig in den darauffolgenden Monaten und Jahren über die einzelnen Filme im Bezug auf deren künstlerischen Qualitäten gesprochen wurde. Der unabhängige Film, dessen Definition stets zwischen wirtschaftlicher Unabhängigkeit und künstlerischer Freiheit pendelt, schien primär unter produktions- und distributionstechnischen Aspekten wahrgenommen zu werden. Dabei spürte man deutlich, dass da etwas am entstehen ist, dass da Filmemacher arbeiteten, die trotz anhaltend schwieriger Bedingungen aufregende Filme drehten. Heute, vier Jahre später, hat sich dieser Eindruck bestätigt und nicht nur dies. Endlich hat man das Gefühl, dass tatsächlich wieder mehr über die eigentlichen Filme gesprochen und geschrieben wird. Eine gute Nachricht.

Unter diesem Eindruck beginnt morgen Unknown Pleasures #4. Die 21 Filme sollen nicht nur einen Einblick in ein amerikanisches Kino geben, das selten in Deutschland zu sehen ist, sondern das Programm stellt den Versuch dar aufzuzeigen, wie Unabhängigkeit heute aussehen kann und was sie bedeutet.


Zwei Hinweise noch zum Programm:

Anlässlich des Erscheinens von PUTTY HILL und HAMILTON in der Revolver Edition wird am 5. Januar um 21 Uhr PUTTY HILL gezeigt werden und wir freuen uns sehr, dass Matt Porterfield anwesend sein wird. Nach dem Film findet ein kurzes Filmgespräch statt.
Und am 7. Januar wird die Restaurierung von Nicholas Rays letztem Film WE CAN'T GO HOME AGAIN (1976/2011) aufgeführt werden. Mit einer Einführung von und anschließendem Gespräch mit Susan Ray, der Witwe des 1979 verstorbenen Filmemachers.

Das komplette Programm gibt es hier.


(Eingestellt von Hannes)

Donnerstag, 29. Dezember 2011

KURZE FRAGE



... an die werten Leser: Gibt es Blogs oder Netzprojekte mit Filmbezug, die Sie in unserer Blogroll dringend vermissen? Ich freue mich über Empfehlungen (und nehme auch Beschwerden entgegen über fade oder tote Links).


Danke!


Christoph

Mittwoch, 28. Dezember 2011

NICHT IM KINO

Lesenswert:


Die Filmkritiker Ekkehard Knörer, Lukas Förster, Thomas Groh und Maximilian Linz empfehlen auf Perlentaucher vier Filme, die es in Deutschland nicht ins Kino geschafft haben, aber auf der großen Leinwand schmerzlich vermisst wurden.




Maximilian Linz empfiehlt René Frölkes FÜHRUNG.

(Eingestellt von Christoph)

Dienstag, 27. Dezember 2011

CAHIERS WELLES BERGMAN

Weil es das letzte Mal so viel Zuspruch gab, schenkt uns Letter to Jane noch einen Scan einer legendären (englischsprachigen) Ausgabe der Cahiers du Cinéma, dieses Mal mit dem Schwerpunkt Orson Welles (u.a. ein Interview zu FALSTAFF), Ingmar Bergman (u.a. ein Text von Bergman zu PERSONA). Lohnend.



(via)


(Eingestellt von Christoph)

Montag, 26. Dezember 2011

DUHAMEL LIVE AM 9.01.2012

Am 9. Januar gibt es ein neues REVOLVER LIVE zum Thema „Sprechen im Spielfilm”. Zu Gast ist die französische Kuratorin, Dozentin und Kritikerin Marie-Pierre Duhamel


Marie-Pierre Duhamel (Foto: Erik Bullot)


Anhand konkreter Filmbeispiele wollen wir (d.h. Revolver-Mitherausgeber Christoph Hochhäusler und Duhamel) über die Entwicklung des Dialogs in der Filmgeschichte sprechen, mit einem besonderen Augenmerk auf die Rolle des Fremden im Kino, im Sinne einer Figur, der fremden Erfahrung, und als Rahmen des „Eigenen”. Dabei soll es insbesondere auch um verschiedene Realismen im Schreiben von Dialogen gehen - und um die Frage, welcher Grad der Abstraktion im Kino am besten mit unserer Erfahrung im Leben korrespondiert. Ich stelle mir den Abend schlaglichtartig und diskursiv vor; es geht durchaus nicht um Vollständigkeit oder Ausgewogenheit.


Die Diskussion wird auf Englisch stattfinden, auch um den Aufwand der Einmischung seitens des Publikums möglichst gering zu halten. Alle Filminteressierten sind herzlich eingeladen.


REVOLVER LIVE (26)
'I AM A STRANGER HERE MYSELF' - NOTES ON TALKING PICTURES
MARIE-PIERRE DUHAMEL in discussion with Christoph Hochhäusler
Monday, 9.01.2012, 19.30 h at Roter Salon / Volksbühne.




Mehr dazu demnächst.



Die Veranstaltung versteht sich als Fortsetzung der Serie „Cinema in Transition” (Erster Gast war Olivier Père). 


(Eingestellt von Christoph)

Sonntag, 25. Dezember 2011

DIE KURVE



Gleich kriegt sie die Kurve: die unvergleichliche Shirley MacLaine, kurz vor Schluß, in Billy Wilders THE APARTMENT (USA 1960). Wir hoffen, Sie kriegen sie auch...


(Eingestellt von Christoph)

Samstag, 24. Dezember 2011

YOU ASK DIFFICULT QUESTIONS




Eine Gelegenheit, Aleksandr Sokurov „persönlich” kennenzulernen: SON OF ATLANTIS, ein Videoessay von Marko Bauer, Luka Umek und Dasa Cerar, der auf einem Interview basiert, das 2006 auf dem Festival Mannheim-Heidelberg gemacht wurde. Das Video ist eine Beigabe zur Schriftform des Gespräches, das sich ebenfalls in der neu erschienenen 61. Ausgabe von Senses of Cinema findet. Für mich vergnüglich, dass die Fragen immer mindestens doppelt so großkünstlerisch-blumig sind wie die Antworten - und das will was heissen bei Sokurov ...


(Eingestellt von Christoph)

Freitag, 23. Dezember 2011

UNKNOWN PLEASURES #4



UP #4 naht. Vom 1. - 15. Januar findet im Babylon Mitte zum vierten Mal das „American Independent Filmfest” statt, auch wenn das Wort „Filmfest” eher irreführend ist. Gezeigt werden ohne großes Brimborium eine Reihe von amerikanischen Filmen abseits des Mainstreams, Filme, die größtenteils auch in den USA nicht ohne weiteres zu sehen sind, ästhetisch eigensinnig und mehr oder weniger „unabhängig” produziert. Kuratiert von [Revolver-Redaktionsmitglied] Hannes Brühwiler, in Kooperation mit Andrew Grant. Hier das Programm. Mehr dazu demnächst.


(Eingestellt von Christoph)

Donnerstag, 22. Dezember 2011

ÜBER DEN GESCHÄFTLICHEN NUTZEN VON FREUNDSCHAFTEN ...

...verrät uns auch das Zitat auf der Internet-Startseite eines deutschen Beratungsunternehmens nichts Neues:



Mit Professor Dr. Dr. h.c. Bert Rürup und Dr. h.c. Carsten Maschmeyer haben sich zwei renommierte Experten zusammengetan.




Die MaschmeyerRürup AG berät Entscheidungsträger von Finanzinstitutionen des nationalen und internationalen Banken- und Versicherungssektors.


(Altkanzler Gerhard Schröder)

(Eingestellt von Nicolas)

CRITIC.DE

Kurzer Hinweis:


Auf Critic.de besprechen Michael KienzlNina Linkel und Birte Lüdeking die Revolver DVDs LILA LILI, PUTTY HILL und HAMILTON.


(Eingestellt von Christoph)

Dienstag, 20. Dezember 2011

ES IST HALT MEINS

Lesenswert:


In der taz spricht Cristina Nord mit Thomas Heise, der kein „Experte für die rechte Szene” sein will und findet „dass man nicht über rechts reden muss, sondern über die Gesellschaft als Ganzes. Das ist der Punkt. Ich kann mir nicht eine Beule raussuchen, die ich dann wie ein Furunkel bekämpfe. Denn es geht nicht weg, es bricht immer wieder auf. Es ist halt meins, und ich muss damit umgehen, dass es dazugehört.”





Ein Bild aus STAU - JETZT GEHT'S LOS (1992), der erste von drei Filmen über Halle-Neustadt und die „rechte Szene”. 


(Eingestellt von Christoph)

Montag, 19. Dezember 2011

JAMES GRAY

Jordan Mintzer, Produzent von PUTTY HILL und HAMILTION, hat ein Buch über den amerikanischen Regisseur James Gray herausgegeben. Sieht vielversprechend aus.





Das Buch kann man hier bestellen. Es ist in englischer und französischer Sprache. 


(Eingestellt von Nicolas)

Sonntag, 18. Dezember 2011

SAMSON & DELILAH



Warwick Thorntons SAMSON & DELILAH gewann 2009 die „Camera d'Or” für den besten Erstlingsfilm in Cannes. Am 29.12.2011 bringt ihn Rapid Eye Movies in ausgewählte deutsche Kinos. Ich bin gespannt.


(Eingestellt von Christoph)

Donnerstag, 15. Dezember 2011

HEFT IN VERZUG!

Revolver Heft 25 hat sich verspätet. Dieser Tage gehen wir in den Druck, aber mit einer Auslieferung ist nicht vor Anfang Januar zu rechnen. Leider. So wird es aussehen:




Das Heft enthält ein Gespräch zwischen Jeanne Balibar und Mathieu Amalric, Interviews mit Vladimir Perisic, Bernd Sahling und Pip Chodorov sowie Texte von Fritz Schediwy und Marie Vermillard.


Wir entschuldigen uns für die Verspätung!


(Eingestellt von Christoph)

CARGO # 12



Das neue Cargo-Heft ist erschienen. Aus dem Inhalt:

US-Serien 2012: 

Am Set von Breaking Bad + Parks & Recreation + Treme + Boss + Homeland u.a.
Personal Cinema: George Kuchar / Edgardo Cozarinsky im Gespräch / Der Sound der Väter: Uwe Nettelbeck / Texte u.a. zu Clint Eastwood, den Dardennes, Jonathan Lethem, Georges Didi-Hubermann 



Ein ausführliches Inhaltsverzeichnis findet sich hier, Verkaufsstellen dort, und natürlich kann man Cargo auch abonnieren.


(Eingestellt von Christoph)

MORGEN IN PARIS: 'PLÄTZE IN STÄDTEN'

REVOLVER @ GOETHE PARIS (10)

Auf Einladung des Goetheinstituts Paris - Carte Blanche für Revolver - haben wir eine kleine Reihe mit deutschen Filmen zusammengestellt, die uns persönlich wichtig sind und so etwas wie eine alternative deutsche Filmgeschichte umreissen, jenseits der in Frankreich gut etablierten Säulen Weimarer Kino und dem „Fassbinder-Herzog-Wenders-Komplex”.



Morgen, Freitag, den 16.12.2011 präsentiere ich den letzten Film unserer Reihe im Goethe Institut Paris


PLÄTZE IN STÄDTEN (Angela Schanelec, 1998) ist kein Film über Berlin und Paris, sondern über die Großstadt an sich. Menschen begegnen einander und verlieren sich wieder. Angela Schanelec stellt ein Mosaik aus Bildern und Tönen zusammen, das um die Suche danach kreist, wer man ist, wen man liebt, wo man hingehört.





Ich freue mich darauf, den Film auf der Leinwand sehen zu können. Eine seltene Gelegenheit, da ein wunderschöner, aber unbezahlbarer Joni Mitchell Song eine Kino- (und DVD-) Auswertung verhinderte.


Grüße
Nicolas


PLÄTZE IN STÄDTEN
Angela Schanelec 1998
Am 16. Dezember 2011 um 19.30 h im Kino des Goetheinstituts Paris.
Einführung: Nicolas Wackerbarth.


Goethe-Institut - 17 avenue d'Iéna, 75116 Paris
Originalfassung mit französischer Untertitelung
4€; 3€ für die Inhaber der Carte Goethe
Tel. +33 1 44439230


 Hier der französische Flyer.



(Eingestellt von Nicolas)

Mittwoch, 14. Dezember 2011

OHNE ALIBI

Die Studenten der DFFB verzichten in einem offenen Protestbrief auf die längst ausgehöhlten, nur mehr nominell bestehenden Instrumente der Mitbestimmung. „Die studentische Vollversammlung stellt mit ihrer Entscheidung klar, dass sie nicht weiter eine Alibifunktion in einer dysfunktionalen akademischen Selbstverwaltung übernehmen will.”

Siehe auch *

(Eingestellt von Christoph)

BERT SCHNEIDER 1933-2011

Bert Schneider, Produzent einer Reihe von Schlüsselfilmen New Hollywoods, darunter HEAD (Bob Rafelson, 1968), EASY RIDER (Dennis Hopper, 1969), FIVE EASY PIECES (Bob Rafelson, 1970), THE LAST PICTURE SHOW (Peter Bogdanovich, 1971), DRIVE, HE SAID (Jack Nicholson, 1971), A SAFE PLACE (Henry Jaglom, 1971), HEARTS AND MINDS (Peter Davis, 1974), DAYS OF HEAVEN (Terence Malick, 1978), ist gestorben. Große Verbeugung.




Musik zum Abschied: Eine Szene aus Bob Rafelsons FIVE EASY PIECES. 


(Eingestellt von Christoph)

Dienstag, 13. Dezember 2011

BLACK CAB

Singer Songwriter im Taxi: ein Take, ein Song. Die Black Cab Sessions. Ein schönes Format und eine wunderbare Internetseite zum Stöbern. Hier Holly Miranda mit einem Song von Lauryn Hill:





(Eingestellt von Nicolas)

Mittwoch, 7. Dezember 2011

FÜNF-UHR-TEE

Kurzer Hinweis:


Am Sonntag, den 11. Dezember um 17 h steht der periodische Fünf-Uhr-Tee der Berliner Akademie der Künste (Pariser Platz) unter der Überschrift „Abschied von der klassischen Filmdramaturgie?”. Die Veranstaltung nimmt die Thesen des Film- und Buchautors Richard Blank „zum Anlass, um mit ihm, dem Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase, dem Filmemacher [und Revolver-Mitherausgeber] Benjamin Heisenberg und dem Dramaturgen Oliver Schütte - moderiert von dem Filmpublizisten Ralph Eue - darüber zu sprechen, wie die filmischen Bewegtbilder unsere Wirklichkeit erzählen”, sagt das Programm.





Mit Gift diskret verfeinerter Fünf-Uhr-Tee: Hitchcocks NOTORIOUS (USA 1946), Drehbuch: Ben Hecht.


(Eingestellt von Christoph)

Dienstag, 6. Dezember 2011

KINOSTART: 'UNTEN MITTE KINN'

Hinweis auf Aktivitäten der Mitglieder: Nicolas Wackerbarth


Peripher Filmverleih zeigt

8.12 - 14.12.2011         15.12 - 21.12.2011
tägl. 18.15                   tägl. 22.15

IM KINO FSK

fsk - Kino am Oranienplatz-Segitzdamm 2 - 10969 Berlin
Tel: 6142464 - Verbindungen: U-Bf: U1 Kottbusser Tor, U8 Moritzplatz

 


Eine Schramm Film Koerner & Weber Produktion 
im Auftrag des ZDF Das kleine Fernsehspiel 

Freue mich sehr, dass mein Film nun auch im Kino startet!
Grüße Nicolas




Pressestimmen: 

"Das Ambiente, in dem sich die Studenten und Professoren bewegen - Informationsbretter, belagerte Kopierer im engen Flur, Proberäume mit Turnhallenatmosphäre, ein Heizungskeller als Fluchtraum - erscheint gleichwohl ohne Abstriche realistisch und verengt sich zu einem labyrinthartigen Gefängnis, das nur noch für staatlich besoldete Gutachter durchlässig ist. Gleich mehrmals werden, fast demonstrativ, Vorhänge zugezogen, die laut Corinna Trampe `kunstfeindliche Natur` bleibt ausgesperrt. Ein klaustrophobischer Ort, der die Kanäle nach außen streng reguliert und der die, die ihm ausgeliefert sind, dem unbarmherzigen Blickregime der Erkenntnis eher verhindernden als befördernden totalen wechselseitigen Beobachtung aussetzt. Ein Blickregime, in das über die ebenso unbarmherzig beobachtende Kamera auch der Kinozuschauer eingespannt wird."  
(PERLENTAUCHER - Lukas Foerster) 

Was "Unten Mitte Kinn" über die spezifische Schauspielschulen-Situation hinausweisen lässt, ist der Umstand, dass Wackerbarth furchtlos einem zentralen Widerspruch des Kulturbetriebs ins Auge schaut: Man tut so, als drehe sich alles um so noble Dinge wie die Kunst, um das Hervorbringen neuer Ausdrucksformen, um neue Erkenntnisformen und ästhetische Genüsse. In Wirklichkeit regieren Eitelkeit und Geltungsdrang, und das Machtstreben kann sich umso besser durchsetzen, je mehr man sich als Künstler von den Konventionen des zivilisierten Miteinanders befreit wähnt." 
(TAZ - Cristina Nord)

„Was wie ein interessantes Behind the scenes einer Schauspielakademie beginnt, entwickelt einen überraschenden, fiktionalen Sog und geht dabei seltsam an die Nieren – vor allem durch die enorme Authentizität. Nichts ist unglaubwürdig, selbst der `Theatersprech´ gleitet nie in Klischees ab, die Figuren wirken (und sind wohl) beängstigend lebensecht und menschlich. Der Film landet beim Zuschauer volle Treffer: Man spürt die Handlung, fast wie bei einem echten Boxkampf.” 
(SZ - Hanno Raichle)

„Die Jungschauspieler, welche die Schauspielschüler spielen, haben alle Szenen ohne umfassende Kenntnis der Geschichte improvisiert. Ihre Improvisationstechnik führt einem die ausgefeilte, pointierte Kunstsprache, wie sie sonst in Drehbüchern gestaltet wird, so richtig vor Augen. Sie fehlt hier völlig und sie fehlt einem überhaupt nicht.” 
(TAZ - Jens Müller)

„Den Höhepunkt erreicht dieses Spiel mit der ständigen Option zur Brechung im ebenso klugen wie befreienden Finale: dem Intendantenvorsprechen, bei dem auch eine Experten-Kommission zugegen ist, um über die Zukunft der Abteilung zu entscheiden. `Angst ist die Triebfeder des Krieges´, heißt es – und der Homo Ludens obsiegt über das Kunstbeamtentum.” 
(T. TV - R. Tittelbach)

Wackerbarth ist mit diesem in viele Richtung offenen Konzept eine wunderbar neurotische Komödie über die Produktionsmechanismen des Egos gelungen, die weit über das Schauspielschulen-Milieu hinaus zur pointierten Studie über Gruppen und ihr Verhältnis zur Macht gerät. Durch Angst werden Verbindungen aufgekündigt und neue Allianzen eingegangen, Strategien und Intrigen ausgeheckt und Gerüchte gestreut, dabei scheint der Egoismus des Einzelnen kaum weniger fragwürdig als der naive Glaube an den Erfolg der kollektiven Rebellion.” 
(FILMDIENST - Esther Buss )

Samstag, 3. Dezember 2011

PUTTY HILL + HAMILTON

Ab sofort erhältlich, wie bereits angekündigt, gleich zwei DVDs, die ihrerseits zwei Filme enthalten: PUTTY HILL (2010) und HAMILTON (2006) von Matt Porterfield und LILA LILI (1998) und PETITES RÉVÉLATIONS (2006) von Marie Vermillard. Wir freuen uns sehr über die Gelegenheit diese Filme zu veröffentlichen.
Als kleinen Bonus hat uns Matt Porterfield eine geschnittene Szene aus HAMILTON geschickt.



„In den Sommermonaten ist Baltimore besonders schön: lange Tage, die Sonne, die Geschwindigkeit der Hitze, die Art, wie diese über den Bäumen und Gehwegen hängt und die Geräusche der Vögel und Insekten, Autos und Rasenmäher. Der Sommer ist hier offensichtlich und lässt sich in der Farbe der Nacht, der Farbe der Haut und in der Kombination von Wasser und Himmel finden. Dies alles wollte ich im Film sehen.
Die Geschichte ist in einem Arbeiterquartier meiner Jugend angesiedelt und basierte auf Szenen, die ich während meines Aufenthalts in Brooklyn geschrieben hatte, wobei ich stets an Baltimore dachte. Bilder und Töne eines Sommers und der Wunsch, eine kleine Geschichte möglichst einfach zu erzählen, standen am Anfang von HAMILTON. Die Dialoge waren sekundär, Konflikte nebensächlich. Ich habe mir den Film zuerst als einen Stummfilm vorgestellt und versucht, die Geschichte rein visuell zu erzählen.” (Matt Porterfield über HAMILTON)


Und hier noch ein schöner Teaser zu PUTTY HILL:


(Eingestellt von Hannes)

Freitag, 2. Dezember 2011

SONNTAG + MONTAG: MARIE VERMILLARD!

Cinephiles Berlin, bitte kommen: am Sonntag, den 4.12.2011 um 14 h zeigt das Kino FSK in einer Sondervorführung Marie Vermillards LILA LILI, der soeben in der Revolver DVD Edition (Filmgalerie 451) erschienen ist. Einen Tag später, am Montag, den 5.12.2011 findet dann ab 19.30 h ein Revolver Live mit Marie Vermillard statt, im Roten Salon der Volksbühne. Gesprächspartner ist der Berliner Regisseur Ulrich Köhler. Und im Anschluss feiern wir die beiden neuen DVDs - neben LILA LILI ist das Matt Porterfields PUTTY HILL (siehe unten) - mit einer Releaseparty.


Marie Vermillard
(Eingestellt von Christoph)

Montag, 28. November 2011

ÜBERMORGEN IN PARIS: 'KLARAS MUTTER'

Zur Erinnerung: Am Mittwoch, den 30.11.2011 um 19.30 h zeigen wir im Kino des Goethe Paris Tankred Dorsts KLARAS MUTTER (D 1978). Einführung: Christoph Hochhäusler. 





Der ausführliche Post findet sich hier

(Eingestellt von Christoph)

GODARDLOOP





Kurz nachgetragen: seit einer Woche kann man auf Fandor Michael Bautes schönen „Godardloop” in Augenschein nehmen, nachdem das Projekt, das anlässlich des Grand Prix Design 2010 für Godard entstanden ist, zuvor nur für Züricher (im dortigen Museum für Gestaltung) zugänglich war. Die Videos versuchen Godards Werk aus einer Design-Perspektive zu beschreiben, in Kategorien wie „Portraits”, „Revolver”, „Hands”, „Cars”, „Reading”, „Writing”, „Titles”, „Forms” und „Interactions”. Das Ergebnis ist ein faszinierendes Abécédaire eines noch immer wachsenden Werks (aktuell, so hört man, arbeitet Godard an einem 3-D Film).


(via)


(Eingestellt von Christoph)

Donnerstag, 24. November 2011

NEU AUF DVD: PUTTY HILL + HAMILTON

Neben den unten erwähnten Vermillard-Filmen veröffentlichen wir am 2.12. in der Revolver Edition / Filmgalerie 451 auch zwei Filme von Matt Porterfield: PUTTY HILL und HAMILTON, die man hier bestellen kann.




Mehr zu den Filmen in den nächsten Tagen...


(Eingestellt von Christoph)

REVOLVER LIVE! (25) - MARIE VERMILLARD

MARIE VERMILLARD IM GESPRÄCH MIT ULRICH KÖHLER:
ERLEBEN UND ERFINDEN




Am Montag, den 5.12.2011 um 19.30 h im Roten Salon.


In französischer Sprache.
Simultanübersetzung in Deutsche: Jörg Taszman


Im Anschluss: DVD RELEASE PARTY Revolver Edition / Filmgalerie 451
„Lila Lili“ von Marie Vermillard & „Putty Hill“ von Matthew Porterfield
DJ Set von Jutojo


Eine Veranstaltung von Revolver, Zeitschrift für Film
in Zusammenarbeit mit der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz.


Roter Salon / Rosa-Luxemburg-Platz 10178 Berlin
Kasse: (030) 240 65 777 (täglich von 12 bis 18 Uhr)


*


REVOLVER LIVE! (25)


MARIE VERMILLARD:
ERLEBEN UND ERFINDEN


Marie Vermillards Kino öffnet sich dem Leben, es vertraut auf seine Figuren, ihre Energie und ihr Geheimnis - Realismus, der sich vom Alltag überraschen lässt. Ulrich Köhler, Regisseur („Schlafkrankheit”) und Kenner ihrer Arbeit, wird sich mit der französischen Kollegin über den Verwandlungsprozess des Filmemachens unterhalten: wie aus Erfahrung Text und aus Text wieder Erfahrung werden kann.


Ziel ist ein offener Diskurs. Alle Filminteressierten
sind dazu herzlich eingeladen.




Ulrich Köhler über Marie Vermillard:


„1999 auf der Berlinale zwang mich mein Freund Urs Richter in die Akademie der Künste zu gehen und einen Film namens „Lila Lili'" zu schauen, aber er weigerte sich zu sagen, wovon er handelt. Er wusste, es wäre nahezu unmöglich, mich für einen Film über die Schwangerschaft einer Frau in einem Frauenhaus zu begeistern – zu groß war meine Skepsis gegenüber den menschelnden Sozialdramen jener Zeit. Doch „Lila Lili" änderte das schlagartig. Jede Einstellung, jede Szene überrascht. Nichts ist vorhersehbar in Marie Vermillards Film. Das Unerwartete entspringt bei ihr ganz organisch aus der inneren Logik ihrer Figuren und nicht aus einer dramaturgischen Finte. Sie spielt nicht mit der Intelligenz des Zuschauers, sie interessiert sich einfach nur für den Menschen, das fremde, verwirrende, geliebte Wesen.


„Lila Lili” ist für mich genauso epochal wie die frühen Filme Bruno Dumonts oder der Dardennes. Auch Marie Vermillard ist einem Realismus verpflichtet. Sie untersucht Alltag, aber in diesem Alltag findet sie das Singuläre, Unerwartete, Lebendige nicht Redundanz und Routine. Sie trotzt dem trägen Instrumentarium des Kinos Szenen ab, die die Leichtigkeit von Skizzen haben. Es spielt für sie keine Rolle, ob sie mit Laien oder ausgebildeten Schauspieler arbeitet - sie sucht Menschen, die sie interessieren und schafft Situationen, in denen sie sich entfalten können. Ihre Darsteller scheinen zu vergessen, dass sie spielen.


Ich weiß nicht, wie oft ich „Lila Lili“ geschaut habe - aber immer wieder, wenn ich nicht weiter wusste beim Schreiben oder mit Patrick Orth an der Auflösung eines Filmes saß, habe ich die VHS von „Lila Lili” aus dem Regal geholt.”




FILMEMACHER IM FOKUS: MARIE VERMILLARD

Am 2. Dezember erscheint in der Revolver Edition / Filmgalerie 451 eine DVD mit zwei Filmen von Marie Vermillard: der Spielfilm LILA LILI und der halblange PETITES RÉVÉLATIONS (Bestellen: hier). Wir nehmen diese Veröffentlichung zum Anlass, die französische Filmemacherin näher vorzustellen.




Sonntag, 4.12., 14 h
In einer Sondervorführung zeigt das Berliner Kino FSK LILA LILI in Anwesenheit der Regisseurin (FSK, am Oranienplatz, Segitzdamm 2).


Montag, 5.12., 19.30 h
Im Rahmen von „Revolver Live” spricht Marie Vermillard mit Ulrich Köhler über ihre Arbeitsweise (im Roten Salon der Berliner Volksbühne).


Im Anschluss findet dort eine DVD-Release-Party statt, die natürlich auch unserer zweiten DVD-Veröffentlichung gilt, Matt Porterfields PUTTY HILL (siehe oben).


Zu Matt Porterfield wird es voraussichtlich im Januar eine Veranstaltung geben.


(Eingestellt von Christoph)

Dienstag, 22. November 2011

ÄSTHETIK DES WIDERSTANDES?

Auf „halbnah”, einem neuen Blog, gibt es einen interessanten Text über das fehlende Rückrat des deutschen Films und seiner Akteure. Aufhänger ist Thomas Braschs widerständige Münchner Dankesrede von 1981, die ich hier transkribiert habe (Video s.u.). Blog und Text sind bisher anonym, was ich angesichts des Themas unzulässig finde. Trotzdem habe ich eben auf Parallelfilm eine Entgegnung veröffentlicht. Kommentare sind willkommen.





„Thomas Brasch erhält den Bayerischen Filmpreis für ENGEL AUS EISEN und ist „undankbar”. Nach der Veranstaltung, die zum Eklat wird, weil Brasch sich bei der Filmhochschule der DDR bedankt und davor noch andere unartige Sachen sagt, fordert die Bayerische Regierung den Dichter auf, sein Hotel in München selbst zu zahlen.” (Text von Freitach)


Christoph Rüter Dokumentarfilm BRASCH - DAS WÜNSCHEN UND DAS FÜRCHTEN ist seit dem 3.11. im Kino zu sehen. Die Preisverleihung spielt dort auch eine Rolle.


(Eingestellt von Christoph)

Montag, 21. November 2011

WUNDERTÜTE



Eine Wundertüte verblüffender Stummfilm-Auschnitte, kombiniert mit dem Sound der späten 70er. Macht großen Spaß. Von dangerousminds.


(via)


(Eingestellt von Christoph)

Samstag, 19. November 2011

LICHTFELD



Eine Erfindung, die das Filmemachen gravierend verändern könnte: die „Light Field Camera”. Das erste serienmässige Modell dieses Typs, von der amerikanischen Firma Lytro, ist seit kurzem auf dem Markt. Die Besonderheit: die (Still-) Kamera zeichnet das gesamte „Lichtfeld” auf, was kurz gesagt bedeutet, dass alles zugleich scharf ist und es keine Verschluss- / Belichtungszeiten mehr gibt. Die Schärfe-Ebene lässt sich beliebig nach der Aufnahme definieren, ist also kein optischer, sondern ein algorithmischer Vorgang (hier mehr dazu). Zur Anwendung dieser Technik im Filmbereich hat die Fraunhofer Gesellschaft kürzlich einen konkreten Vorschlag gemacht, der noch einen guten Schritt weiter geht, insofern dort auch der Blickwinkel (!) der Aufnahme in der Postproduktion verändert werden kann. Ich kann nicht behaupten, dass ich im Detail verstehe, wie das funktioniert, aber die Möglichkeiten sind sehr verlockend.


(Eingestellt von Christoph)