Dienstag, 15. April 2014

REVOLVER LIVE! (36) - ARNE FELDHUSEN

über akademisches und nichtakademisches Filmemachen


Deutschland ist ein seltsames Land. Es geriert sich als Land des Ausgleichs, aber eigentlich gibt es nur wenige Orte auf der Welt, wo sich gesellschaftliche Klassen so wenig mischen oder auch nur füreinander interessieren. In keinem künstlerischen Feld manifestiert sich diese Trennung stärker als in der deutschen Film- und Fernsehlandschaft. Öffentlich-rechtliches Fernsehen für die Akademiker, Privatfernsehen für die vermeintliche Unterschicht. Belehrendes, oft asexuelles Programmkino für die Abiturienten und antiintellektuelle, unscharfe Komödien für die Vorstadt. Beides kommt ohne Schmutz aus. Denn der Schmutz das wäre die Mischung, die Verunreinigung. Und da wird es interessant.

Arne Feldhusen hat für beide Seiten gearbeitet, bewegt sich filmisch zwischen den Lagern. Mit filmischen Arbeiten wie STROMBERG, DER TATORTREINIGER, MORD MIT AUSSICHT, LADYKRACHER, DER KLEINE MANN, ZWEI ENGEL FÜR AMOR usw.
Ich will mit ihm über akademisches und nichtakademisches Filmemachen sprechen, über den Sex-Appeal des jeweils Fremden, darüber, wie man das zwei-Klassen-Filmemachern überwinden kann, wie man die Komödie, die am meisten unter E und U gelitten hat, wiederbeleben kann, aber auch über neue Vertriebsformen, die das Problem möglicherweise schneller aus der Welt schaffen, als wir uns heute vorstellen können.

Filmausschnitte wird es dazu geben (wenn ich es noch schaffe, eine Auswahl zusammenzustellen). Und alle können und sollen natürlich mitreden.


Wir freuen uns auf Euren Besuch.
Franz


Gründonnerstag, 17.04.2014

20 Uhr

Roter Salon an der Volksbühne

Eintrittspreis 5 €



 The Postman Always Rings Twice...



Samstag, 12. April 2014

ALLE ZEIT DER WELT

Das Achtung Berlin Festival überrascht dieses Jahr mit einer Retrospektive. Regina Kräh hat gemeinsam mit den Festivalleitern ein ungewöhnliches Filmprogramm zusammengestellt. Filmemacher sollten öfter an der Programmierung von Retrospektiven mitwirken. Thema der Retro sind die 90er Jahre in Berlin. Und da gibt es für die, die die Filme nicht kennen, einiges zu entdecken, für die anderen ein freudiges Wiedersehen: OSTKREUZ von Michael Klier, CHRONIK DES REGENS von Michael Freerix, DIE BLAUE STUNDE von Marcel Gisler... ein spannendes Kurfilmprogramm und den für mich schönsten Film über Berlin: ALLE ZEIT DER WELT von Matl Findel. Vielleicht musste ein Allgäuer nach Berlin kommen, um diese in Filmen oft so unsinnliche Stadt ganz leicht und geheimnisvoll erscheinen zu lassen.

Das liegt natürlich an den Menschen, die da zu sehen und zu hören sind: Jockel Tschiersch, Josefa van der Schoot, Ruth Vaughn, Ivana Broukova, Matthew Burton und ein tibetischer Hirtenhund, der in seinem letzten Leben möglicherweise auch Mensch war. Man merkt, dass der Film für sie gemacht ist und nicht umgekehrt.
Unnachahmlich schön, wie Matl Findel mit Dialog und Voice Over arbeitet. Und dabei sehr, sehr lustig.

Unbedingt anschauen!


Der Film läuft noch zwei Mal: 
Morgen, um 0.15 Uhr in den Tilsiter Lichtspielen und am 
Dienstag um 18.00 Uhr im Babylon 3


(Eingestellt von Franz)

Freitag, 11. April 2014

KALTE TAGE

HINWEIS AUF AKTIVITÄTEN DER MITGLIEDER
MARCUS SEIBERT

Sebastian Kos Film „Kalte Tage” ist bei Frühlingstemperaturen bis 20° abgedreht! Was ich an Mustern gesehen habe, gefällt mir sehr. Sebastian hat seine Sache gut gemacht. Andreas Köhlers Kamera, auch die Darsteller Ulrike Tscharre, Mehdi Nebbou, Janina Fautz überzeugen. Als Drehbuchautor bin ich jetzt sehr auf den Rohschnitt gespannt. Natürlich wird sich viel verändert haben, aber mein erster Eindruck von einem Tag Dreh als Komparse: Das Drehbuch, an dem Sebastian und ich fast drei Jahre gearbeitet haben, war gut und belastbar. Dank an das Team, das mir das vermittelt hat!


(© Setfotos Ester.Reglin.Film / Martin Menke)

 

(eingestellt von Marcus)